Profil von Koks Koolhoven
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Koks Koolhoven
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09.11.2008
Vor 8 Jahre
Vor 8 Jahre
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Vorstellung

Grüne Haut, Irokesen-Haarschnitt und dann auch auch noch ein Vorname, der Assoziationen mit einer bekannten Droge weckt. Macht so einer etwa den Eindruck eines seriösen Autors? Im richtigen Leben wohl nicht, aber in Second Life ist das etwas anderes. Hier gibt es unter anderem auch anthropomorphe Pelzwesen (Furrys), Gothrock hörende Vampire und Genderbender, die ein anderes Geschlecht als in ihrem Real Life haben. Da fällt jemand mit einem grünen Teint gar nicht so sehr auf.

Sollte man meinen. Tatsächlich nutzt aber nur eine Minderheit der Nutzer die Chance, einen wirklich individuellen Avatar zu erschaffen. Die Masse der Nutzer eifert dann doch nur gängigen, aus dem Real Life bekannten Schönheitsidealen nach (perfekte Haut, perfekte Figur, perfekte Haare, usw.) - in zahlreichen Variationen zwar, aber dann doch immer in dieselbe Richtung. Das kann man natürlich so halten, finde ich persönlich aber etwas langweilig. Ich wollte einen Avatar, der etwas aus der Masse heraussticht ohne dafür viel Geld und Zeit zu investieren. Und interessanterweise fällt man in SL mit einer grünen Hautfarbe mehr aus der Reihe, als beispielsweise mit einem pelzigen Furry-Avatar.

Es ist keineswegs so, dass mir der Blick für ästhetisch wohl austarierte Avatare fehlen würde (dazu zählt neben der richtigen Kombination von Skin, Shape, Hair und Clothes z.B. auch der Einsatz von gut gemachten Animation Overrides). Ich habe nur nicht die Muße ständig durch Shops zu tingeln, um den optischen Auftritt meines Avatars fortlaufend immer wieder zu ändern oder zu verbessern. Ich bewundere Residenten die dafür den Nerv haben, mein Ding ist es einfach nicht und ich lasse mich nur selten dazu herab. Ich besitze z.B. auch kein Emo-HUD, da ich die Ansicht vertrete, dass man seine Freunde und Bekannten in SL auch ohne mehrzeilige Gestures und eine Flut von Particles in Herzensform freundlich begrüßen kann. Ich bin kurzum was diese Belange angeht ein ziemlicher Minimalist.

Es gibt andere Dinge, die mich an Second Life mehr interessieren. Dazu gehört zum Beispiel als Reisender über Sims zu wandern und mich hier und da auf einen Smalltalk einzulassen. An Sims interessiert mich besonders die Architektur, ich bin zwar selbst kein so genannter Builder, mag aber dennoch Sims, die sich durch ein innovatives Design vom 08/15-Standard (Malls, Einfamilienhäuser, etc.) abheben, auf denen man wirklich etwas Neues entdecken kann. In den Gesprächen geht es mir um die Motive der Personen, was sie in Second Life machen, was sie hier faszinierend finden. Leider habe ich inzwischen für solche Ausflüge - die ich immer in Snapshot-Serien festhalte - nicht mehr so viel Zeit wie früher. Darüber hinaus bin ich häufiger in Clubs zu finden, wenn dort gerade ein DJ Musik auflegt.

Den Schwerpunkt meines Interesses bilden zur Zeit aber soziokulturelle und sozioökonomische Prozesse in Second Life. Wie interagieren hier Individuen, wie entwickelt sich Gruppendynamik, was für Subkulturen gibt es und wie sind sie entstanden? Von zentraler Bedeutung ist dabei natürlich auch immer das Verhältnis zwischen dem "ersten" und dem "zweiten" Leben. Inwieweit gleichen Real Life und Virtual Life sich an, welche Unterschiede bleiben bestehen?

Doch natürlich wäre es auf Dauer auch ermüdend, sich nur mit solchen oft fast schon philosophischen Grundsatzfragen auseinanderzusetzen. Als Ausgleich bin ich im Moment auf einer netten Beach-Life-Sim namens "Uschi Island" aktiv. Hier helfe ich unentgeltlich im Event-Management mit, indem ich DJs buche, Hosts einteile und PR-Texte verfasse. Sicherlich kann so eine Arbeit im Organisationsbereich auch mal nerven, wenn man z.B. stundenlang nur Fragen im IM-Chat klärt und zu nichts anderem mehr kommt. Aber solange dies nicht der Regelfall ist, macht so eine Tätigkeit m.E. durchaus Spaß.

Wenig auskunftsfreudig bin ich in der Regel was mein Real Life angeht. Ich komme nach Second Life um meinen realen, nicht selten stressigen und nervtötenden Alltag für ein paar Stunden hinter mir zulassen, einfach mal abzuschalten. Dies würde sich schwierig gestalten, wenn ich mit meinen Bekanntschaften in SL über mein Real Life rede. Ich habe kein Problem damit, wenn andere Residenten mir etwas aus ihrem realen Alltag erzählen, sie sollten dann aber umgekehrt nicht erwarten, dass ich - von ein paar sehr rudimentären Eckdaten vielleicht mal abgesehen - ebenso redselig bin, was mein Leben in der "atomischen Welt" angeht.

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Kommentare

  • Lookism in Second Life
    • 2009-06-05 07:06:01

      Ja, natürlich kann ...

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    • 2009-06-02 13:31:45

      Aber was hat es den...

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      Eben weil das in vi...

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    • 2008-12-16 18:08:29

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