Automatische Überwachung geplant - 10 Länder und 1 Projekt - Indect 
Dienstag, den 29. September 2009 um 18:00 Uhr
Demo Berlin 111008 Der aktiv interessierte Internetnutzer weiß es bereits, der Staat mischt sich nicht nur ein, sondern überwacht täglich mehr unserer Aktivitäten. Vor einem Jahr wurde der Digitale Tsunami ausgerufen, nun folgt die Totale Überwachung. Zumindest wenn man das Szenario des Project Indect durchsetzen können wird.

Aus Erfahrung heraus sollte man die Ambitionen eines Orwell´schen Internetszenarios nicht unterschätzen, wie wir auf diesen Seiten schon mehrfach darlegten und analysierten. Die Zeichen stehen auf Sturm.

Bereits 2006 war das Thema der Onlinedurchsuchungen Thema gewesen, damals abgeschmettert, später validiert. Ergebnis war die Ausrufung des "Digitalen Tsunamis", ein EU-Projekt, dem 5 Leute beiwohnen, inklusive Innenminister Schäuble.
Nun mag man glauben, dass diese Ambitionen, exekutive Kontrollen zu vereinheitlichen und den gläsernen Menschen zu bilden, nicht neu sind - und man hat Recht. Darauf gingen wir bereits ein, ebenso wie auf einige Protestaktionen, Demos und Vorträge.


Project Indect

Aktuell ist eine weitere "Aktion" hinzu gekommen. Sie nennt sich Project Indect. Wissenschaftler aus zehn Ländern sitzen dabei an der Aufgabe, eine Software für 15 Basis-Stationen zu schaffen, die automatisiert das Internet nach "ungewöhnlichem Verhalten" durchforstet.

Ziel des Projektes, so die Webseite, sei es,
"eine Plattform für die Erfassung und den Austausch von Betriebsdaten, das Sammeln von Multimediainhalten, die intelligente Verarbeitung aller dieser Informationen, die automatische Erfassung von Bedrohungen und die Erkennung von ungewöhnlichem Verhalten und Gewalt" aufzubauen.
"Ständig und automatisch" soll das Internet dabei durchkämmt werden, die Informationen on the fly gesammelt und aufbewahrt werden.

Laut Projektbeschreibung sollen nicht nur Webseiten, Soziale Netzwerke, Fileserver und P2P-Netze automatisiert durchsucht werden, sondern auch private Computer. Zudem soll die Suchmaschinerie auch Bilder und Videos inkludieren.

Die EU fördert das Projekt mit 11 Millionen Euro. Zwei Polizeibehörden, Unternehmen und Universitäten agieren dabei in Projektrahmen. Projekt Indect soll voraussichtlich Ende 2013 beendet sein. Deutsche Teilnehmer der EU-Initiative sind die Uni Wuppertal, die PSI Transcom GmbH (spezialisiert auf Netzmanagement - OSS) und die InnoTec DATA G.m.b.H. & Co. KG (Telematik und Videoüberwachung).

Nicht zu unterschätzen sein darf auch das Potenzial, welches das Department of Computer Science der University of York ins Projekt einbringt. Dort entwickelt man für Indect auf der Basis von Computerlinguistik Techniken zur Erkennung des Sinnes von Worten, zur Analyse von sozialen Netzen und von Gefühlen sowie zur Auswertung von Beziehungen.

Links:
Projektdetails bei Cordis, European Commission
Webseite Projekt Indect

Foto:
Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung
 

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