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Als Second Life von den Deutschen überschwemmt wurde - Rückblick 2007
Geschrieben von Linda Paine   
Montag, 8. Februar 2010
Happy RezzdayDieser Tage feiern unzählige deutsche SL-Bewohner ihren 3. Geburtstag in Second Life, im Allgemeinen „Rezzday“ genannt. Anfang 2007 überflutete eine nie gekannte Schwemme neuer User die virtuelle Welt Second Life und löste einen wahren Hype aus, der Folgen hatte. „Schuld“ war ein Bericht von SternTV.

SternTV berichtete am 31. Januar 2007 über Second Life. Dieser Fernsehbericht ist wohl zu Recht als Geburtsstunde titulierbar, die die deutschsprachige Gemeinde zu einer der größten Communities in Second Life werden ließ.

Berichtet wurde im einstigen SternTV-Bericht über den Avatar Yoshinori Shirakawa alias Jörg Lindner und darüber, dass man bei Second Life richtig Geld verdienen könne - im vorgestellten Falle als Designer von Herrenschuhen. Ebenfalls vorgestellt wurde der Münchner Tom Smutny als einer der angesagtesten DJs seiner Zeit in der virtuellen Welt. Der Familienvater verdiene bereits genug Geld, um davon leben zu können, so konnte man lesen.

Davon angezogen und neugierig gemacht stürmten deutsche SternTV-Gucker in den nachfolgenden Wochen regelrecht Second Life. Auch in den Medien wurde damit ein regelhafter Hype ausgelöst. Schon kurz vor dem Fernsehbericht begann auf Spiegel-Online der Redakteur Christian Stöcker alias „Sponto“, in einem Second Life-Tagebuch  regelmäßig über seine Entdeckungen zu berichten. Vom Tsunami über den G8-Gipfel bis hin zu - natürlich - Sex in Second Life.

Presseberichte von Anshe Chung machten die Runde: Wie eine Heidelberger Lehrerin erste Dollarmillionärin in der virtuellen Welt von Second Life wurde. Durch die exquisite Medienlandschaft von Zeit Online  über das  Manager Magazin bis hin zum Handelsblatt  noch im Jahre 2008 gab Ailin Gräf vornehmlich als Avatar Interviews. Unzählige namhafte Firmen versuchten, den Presseshype durch oftmal sehr schlichte Second Life-Präsenz für sich zu nutzen.

Dann kam ein Fernsehbericht, der die deutsche Presse durch die Bank zu einer offensichtlichen Umkehr zu einer negativen Presseberichterstattung umleitete: Das WDR-Fernsehen strahlte am 13. Februar 2008 eine Sendung aus, in der mangelnder Jugendschutz beklagt wurde. Herangezogen wurde der Fall einer 13jährigen Gymnasiastin, die ihre Linden Dollar mit Sex verdiente. Von da an begann eine Pressekampagne, die die unbedarfte deutsche Leserschaft glauben ließ, dass Second Life einzig eine Welt sei, in der sich Pädophile aus der ganzen Welt träfen.

So langsam scheint sich nunmehr die die Presselandschaft wieder beruhigt zu haben. Vereinzelt sind wieder mehr fundierte und realistische Artikel von der Urmutter der virtuellen Welten zu lesen.

Sei es drum: Virtual World Info jedenfalls gratuliert allen Bewohnern von Second Life, die dieser Tage in der virtuellen Welt allen Todesgesängen zum Trotz mit ihren Freunden ihren dritten Geburtstag als Avatar in Second Life feiern - Happy Rezzday!

Bildquelle: Rainer Sturm at pixelio.de, modified by VWI

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