Avatare vereinigt euch - Das Web3D findet das Web2.0 
Dienstag, den 23. Februar 2010 um 13:35 Uhr
VWI Kolumne Virtuelle Welten sind aus den Kinderschuhen gewachsen. Das wird umso deutlicher, betrachtet man aktuelle Entwicklungen um Avatare und deren Alter Ego. Second Life spielt nach wie vor die wichtigste Rolle, gibt jedoch zugunsten der Vielfalt Spielräume frei.


So hat Linden Lab selbst kürzlich Avatars United übernommen und startete in die Beta-Phase. SLinside wurde zu Avameet, ebenfalls noch in der Beta-Phase befindlich, und gründet das Wiki Virtuelle Welten.

Avatare sind mehr und mehr gefragt und treten jetzt offener und stolzer auf. Die Tendenz ist eindeutig - das zweidimensionale Netz wird von den echten (dreidimensionalen) Avataren übernommen.

Das Web2.0 kennt ja nun jeder - auch wenn nie komplett und selten umfassend. Twitter, Facebook, MySpace, YouTube, Blogging und Foren, Partnersuche, Events, Shoppen - an beinahe allen sozialen Eckpunkten ist das Web2.0 vertreten und hat sich etabliert. Gemeinschaften haben sich gebildet, die lustwandelnd den virtuellen Tellerrand überqueren, ganz gleich was Datenschützer sagen.


Avatars United

Linden Lab erkannte bereits vor einiger Zeit, dass Second Life im Netz nur dümpelt, Soziale Aktivitäten beschränkten sich vornehmlich auf Foren der Communities. Foren sind aber quasi das Web1.5, ihre Relevanz ist srikten Grenzen unterworfen, nicht nur bei den Suchmaschinen - sondern vielmehr hat sich ihr Ansehen auf Austausch von Informationen und Wissen konzentriert, in einem natürlichen Web2.0-Selektierungs-Prozess, so könnte man es überschreiben.

Zukunft hat demnach die (echte) Vernetzung. Avatars United ist das Ergebnis dieser Erkenntnisse, ein Facebook für Avatare - mit Applikationen, Geschenken und einer virtuellen Währung. Der Avatar tritt nun offen in die Netzwelt ein, Fahnen schwenkend gelangt er (endlich) ins Rampenlicht, weiterhin rein virtuell - versteht sich.

Auch wenn Myrl und Koinup ähnliche Netzwerke bereits lange zuvor anstrengten, ist es aber doch etwas Anderes, geht diesen Weg der Linden Lab Riese - die dreidimensionale Vernetzung hat mit einem Mal eine millionenfache Präsenz erhalten. Noch allerdings ist die Beta-Phase auf den ersten Blick ersichtlich. Die Webseite wird nicht korrekt angezeigt und auch die Registrierungsprozesse haben Macken, öfter crashen die Datenbanken noch und verursachen Pannen. Die Kinderschuhe sind also noch nicht vollends abgestreift.
Der Web2.0-Knabe versucht diese loszuwerden, auf der einen Seite mit schmerzverzerrtem und auf der anderen Gesichtshälfte mit wissend-lächelndem Antlitz. Denn er wird das Web2.0 aus dem Web3D heraus (be)gründen.


Wiki Virtuelle Welten

Einen anderen Weg geht das Avameet Wiki für Virtuelle Welten, auch wenn dieser ebenfalls dem Status eines dringlichen Vorstoß in die Web2.0-Welten gleichkommt. Avameet selbst befindet sich ebenfalls noch im (allerdings geschlossenen) Beta-Status, Registrierungen sind derzeit noch nicht möglich.

Das Wiki Virtuelle Welten jedoch ist schon belebt, und nun sind seine Pforten geöffnet worden. Zahlreiche Residents schreiben und schrieben dort bereits - über Halbwertiges, die Geschichte des Web3D und vereinzelte Metaversen. Auch hier spielt natürlich die Präsenz Second Lifes eine zentrale Rolle und man mag sich schnell fragen, welchem Anspruch Genüge getan wird. Qualität oder Quantität sind aber zunächst nicht die Frage - es geht um Präsenz.

Und dem Anspruch der Präsenz wird Avameet um das Wiki gerecht. Es posaunt in die Welt hinaus, was so mancher schon immer gern wissen wollte - Was sind eigentlich Virtuelle Welten, Warum lachen (oder weinen oder rebellieren) alle Residents, wenn man das Web3D als Spiel bezeichnet - und bietet so Einblicke in das dreidimensionale, reale Leben. Einen besseren Zeitpunkt hätte sich Silvio Remus nicht aussuchen können, denn nunmehr sind Hasstiraden abgeebbt und Interessierte finden sich zuhauf, die es genauer wissen wollen - abseitig von Lamenti der Pressevertreter, die eine Story heiß schüren, wenn sie sie erahnen, und im nachhinein ausbluten lassen.


Fazit

Die Zeichen des Web2.0 sind eindeutig - das Web2.0 hat überlebt und sich etabliert. Nun, mit dem Eingang des Web3D in das zweidimensionale Netz, werden Relevanzen deutlicher ersichtlich und allen Residents eine stolzgeschwellte Brust möglich - sie können nun sagen: Wir sind da! Schaut her, Web3D ist die Fortsetzung des Web2.0 - Wir kennen es und haben den Nutzen erkannt.
Ob qualitative Wesentlichkeiten folgen werden, bleibt abzuwarten. Voraussetzung ist, man konzentriert sich nicht auf das Zweidimensionale. Der Massenmarkt wartet bereits mit offenen Ohren und Augen. Wie bisher im Web2.0 selbst, wenn auch in deutschen Landen, insbesondere Medienkompetenz, noch unwesentlich begriffen ist, wird nun also verstärkt der Netzwert gefragt sein - und damit jeder Einzelne, der sich virtuell zu vertreten gedenkt.
 

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