Tendenzen Linden Lab / Second Life - Klage, Amsterdam und Viewer 2.1 
Donnerstag, den 06. Mai 2010 um 12:47 Uhr
SL Logo Nachdem Linden Lab nun erfolgreich ein weiteres Quartier in Europa bezogen hat, hagelt es weiter Kritiken gegenüber den neuen ToS (AGB). Aber auch der neue Viewer wird weiter entwickelt, Version 2.1 stetht in den Startlöchern.

Vor allem in der englischen Community sorgten die Neuregelungen der ToS, der Terms of Services, für Furore. Eine Klage wurde aus Pittsburg eingereicht, die die Besitzrechte in Second Life zum Gegenstand hat.
Linden Lab kündigt unterdessen Verbesserungen am neuen Viewer mit verbesserten Funktionen an.

Ein gewichtiger Teil der neuen ToS ist die Third Party Viewer Policy, die einen Großteil des Aufbegehrens der Nutzer und Entwickler alternativer Viewer ausmacht. Diverse Dritt-Entwickler haben daraufhin ihre Viewer und Weiterentwicklungen bereits eingestellt. VWI berichtete.

In der am 15. April eingereichten Klage zeichnet Jason A. Archinaco als der führende Anwalt verantwortlich. Nach Auffassung der Kläger sei mit den neuen ToS, denen man zustimmen muss, um weiterhin einloggen zu können, keine Möglichkeit gegeben, die Besitzrechte des virtuellen Landes, die vorab zugesichert gewesen waren, nun noch zu behalten.

Das Versprechen von Eigentum sei demnach von vornherein leer gewesen und die Residents Second Lifes würden durch die neuen ToS enteignet, so lässt die Anklageschrift verlauten. Einseitig - ohne Wissen, Billigung oder Erlaubnis - seien die Nutzungsbedingungen von Linden Lab angepasst worden. Gegenstände, Länder und andere virtuelle Eigentümer seien nun nicht länger abgesicherte eigene Güter - mit den neuen ToS gehöre es den Eigentümern nicht länger, die Neuregelungen widersprächen somit der Rechtsgültigkeit des Eigentums virtueller Güter, welche man jedoch rechtskräftig erstanden und entwickelt habe.

Die Anklageschrift beruft sich zudem auf ein Verfahren aus 2007, in dem der Inhaber eines gesperrten Accounts vor Gericht gezogen war und sein Eigentum im Wert von 8.000 US$ erfolgreich zurück gefordert hatte. Das Ergebnis des damaligen Verfahrens war die Reaktivierung des Kläger-Accounts.


Viewer 2.1 folgt sogleich

SL2.0 - HTML on a prim Auswahl Medien Erst vor weniger Zeit, genauer gesagt am 31. März, wurde der neue Client, der Viewer 2.0 für Second Life veröffentlicht.

Mit browserartiger Oberfläche soll es vor allem neuen Residents den Einstieg erleichtern. Zahlreiche eingesessene Residents beklagten seit der Veröffentlichung versteckte oder nicht mehr vorhandene Funktionen. Die alsbaldige Ankündigung des neuen Viewers ist sicher ein Ergebnis auf die großteilig murrende Resonanz der Community.

Der vorherige Standard-Viewer, der 2.0 ablöste, Client 1.23, wird deshalb vorerst weiter zum Download zur Verfügung stehen - entgegen der Ankündigung zur Veröffentlichung, die eine 14-tägige Frist einräumte.

Bereits in dieser kurzen Zeit, so schreibt Esbee Linden in der offiziellen Ankündigung, sei jedoch positive Bilanz zu ziehen, ersichtlich sei anhand der Statistiken, dass die Neunutzungshemmschwellen deutlich gesenkt werden konnten. Angestiegen seien vor allem die Relog-Statistiken der Newbies, die sich nach 7 Tagen der Erstanmeldung immer noch einloggen und Second Life nicht den Rücken kehren. Dies sei erfreulich, so Esbee weiter, bedeute aber auch, dass weitere Verbesserungen erstrebenswert sind und "noch eine Menge Arbeit auf uns wartet". Viewerclient 2.1 soll in diesem Sommer veröffentlicht werden.

Mit dem Entwicklerteam des Snowglobe Viewers will man nun enger zusammen arbeiten, um kompatible Features für beide Viewer zu gewährleisten. Neu geplant mit dem kommenden 2.1er Client sind auch Features für mutiple Anhängsel, die an ein und demselben Punkt getragen werden können. Zwei T-Shirts oder zwei Attachements an beispielsweise derselben Hand sollen somit möglich werden und der Avatargestaltung noch mehr Spielraum ermöglichen als bisher.

Weitere geplante Features in Kurzform:
  • individuelle Lautstärkeregelungen für eingebettete Medien,
  • stärkere Anbindung an Soziale Netzwerke wie Facebook und Flickr,
  • individuelle Anpassungen der Fußleiste des Clients,
  • Optimierungen der Kamera- und Bewegungssteuerung,
  • das entnomme Feature aus Client-Serie 1.x der GUI wieder einzuführen,
  • individuelle Einstellungen bezüglich der Sidebar-Position und -Größe,
  • und die Wiedereinführung des Baumenüs via Rechtsklick.

Linden Lab in Europa

Mark Kingdon - CEO Linden LabIm August 2009 wurden Linden Lab Vertreter in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam gesichtet. Zum 01. Januar sollte ein Marketing-Büro als Schnittstelle zum europäischen Markt eröffnen, zusätzlich zum Brightoner Büro, in welchem vornehmlich technische Entwicklungen voran getrieben werden.
CEO Linden Labs, Mark Kingdon, sagte damals über die Ortswahl:
"Es ist wunderschön, kreativ und leicht zu erreichen. Zudem ist die Internet- und Designsparte in Amsterdam sehr stark besetzt."
Zum 07. März 2010 war es denn nun auch soweit - das Büro in Holland wurde offiziell eröfffnet. Kingdon selbst hielt eine Rede zur neuen Präsenz und erklärte der Presse, dass Linden Lab Amsterdam wählte, da es sich im Zentrum mehrerer großer Märkte befindet, Deutschland und Frankreich. Mit dem Fokus die Businesspotenziale - unter anderem via Second Life Enterprise, kurz SLE (Anm.d.Red.) - auszubauen, sei man diesen Schritt gegangen, einen Treffpunkt zu schaffen, der gewährleisten könne, dass Second Life in Europa einen größeren Stellenwert fokussieren werde, von dem man wisse, dass er gerechtfertigt sei.
Chantal Harvey filmte die Eröffnungsrede des Geschäftsführers in Amsterdam.

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