Linden Lab empfiehlt Umstieg von Emerald 
Mittwoch, den 25. August 2010 um 12:00 Uhr
Second Life LogoSan Francisco. In einer direkten E-Mail an alle Second Life Benutzer empfiehlt der Interimsgeschäftsführer von Linden Lab, Philip Rosedale, den Umstieg vom Emerald-Viewer auf andere Produkte.

Dieser Vorgang ist in der Geschichte Second Lifes bisher einmalig, er steht im direkten Zusammenhang mit der kürzlich erfolgten DDoS-Attack und zeigt, dass Linden Lab nun mit der Third Party Viewer Policy endgültig Ernst macht.

Der Anlass für diese E-Mail dürfte die DDoS-Attacke von Fractured Crystal auf den Webserver von Hazim Gazov sein, über den VWI bereits berichtete. In der dringlichen E-Mail werden keine genaueren Gründe benannt.

Die Entwickler von Emerald nahmen diesen Vorfall zum Anlass, das Projektmanagement auf einen strikt teambasierten Ansatz umzustellen. Fractured Crystal, der sich offen für die DDoS-Attacke entschuldigte, wurde dabei als Entwickler rausgeworfen. Weiterhin werden alle Verbindungen zwischen Modular Systems und dem Emerald Viewer gekappt. Emerald wird fortan auf anderen Servern weiter geführt. Nicht mehr eine Person allein soll für die Entwicklung von Emerald verantwortlich sein.

Als eine Folge der Ereignisse um Emerald hat Linden Lab diesen aus dem Viewer Directory entfernt. Da die Listung dort nur freiwillig ist, bedeutet dies erst einmal keine weiteren Unannehmlichkeiten für die Benutzer von Emerald.
Emerald Viewer LogoDie Entwickler entschuldigen sich offen dafür, dass sie diesen radikalen Schnitt nicht schon früher vorgenommen hätten und hoffen, dass Linden Lab mit den getroffenen Änderungen zufrieden sein wird, so dass der Emerald Viewer im Viewer Directory bald wieder gelistet sein wird.

Katharine Berry, Entwicklerin des AjaxLife Viewers und selbst kurz mit Emerald tätig, sieht diese Änderungen eher mit Skepsis - in ihrem Blog schreibt sie, das Emerald schon immer teambasiert entwickelt worden sei und das die Neuerungen im Prinzip nur alter Wein in neuen Schläuchen seien. Ihrer Meinung lese sich das so, als wolle man den Namen "Modular Systems" und damit die Verbindungen in der Öffentlichkeit zu Onyx loswerden, an denen Modular Systems beteiligt gewesen sei.

Fakt ist das, solange Phlox Modularsystems dem Emerald-Team angehört, viele Kritiker auch weiterhin dem Team und Emerald mit Skepsis begegnen werden.

Am gestrigen Tag folgte in Form der zwischen den Zeilen ungewöhnlich scharf klingenden E-Mail samt identischem kurzen Blogpost der bisherige Höhepunkt der Turbulenzen um den beliebten Emerald Viewer, die Quittung Philip Rosedales und damit Linden Labs.

Philip Rosedale schreibt, das man letzte Woche diese Denial of Service Attacke, die sich des Emerald-Viewers als Werkzeug bediente, entdeckt habe. Dies stelle eine direkte Verletzung der Third Party Viewer Policy dar.

Als Folge hätten sie erst einmal Emerald von der Liste der Third Party Viewer entfernt und stünden nun im Dialog mit den Entwicklern, um diese und andere Sachen zu bereinigen.

Linden Lab habe dies getan, um die Sicherheit der Second Life Nutzer zu schützen. Man würde keinen Viewer dulden, der Schadcode enthält und erst recht kein Entwicklerteam eines Viewers das eine lange Historie im Missbrauch des Vertrauens seiner Benutzer oder der Störung derselben hätte.
Linden Lab erklärt weiter, dass es die Privatsphäre und Sicherheit der SL-Benutzer sehr ernst nimmt und man nach bestem Wissen und Gewissen dafür sorgt, dass dies sichergestellt ist.

Noch sei die Benutzung des Emerald-Viewers in Second Life möglich, aber Linden Lab würde dessen Zugriff auf das Grid sperren, wenn man endgültig zu der Meinung gelange, dass die Software und das dahinterstehende Team nicht dauerhaft den Standards für Second Life genügen könne.

Wer bisher Emerald als Viewer genutzt hat, dem legen Mail und Linden Lab die Nutzung des originalen Viewers von Linden Lab oder eines anderen, alternativen Viewers nahe.
 

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