The Wall – Eine virtuelle Multimedia-Show 
Montag, den 21. Juli 2008 um 20:43 Uhr
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The Wall – Eine virtuelle Multimedia-Show
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Vorgeschichte 
1979 erschien das Konzeptalbum The Wall von Pink Floyd, einer wegweisenden Rockgruppe, die neben Tangerine Dream, Santana, Jethro Tull u.a. besonders den Sound der 70er Jahre geprägt hat. Die Stilmittel bestanden v.a. in einem Mischen elektronisch erzeugter Klänge zu einer psychedelischen Soundtextur. Hier setzte auch die Stimme der Kritiker von The Wall an, denn die Entwicklung des spezifischen Pink Floyd Sounds zeigte keine Weiterentwicklung, vielmehr muss man wohl die inhaltliche Entwicklung zu einem Konzept der Darstellung innerpsychischer Zustände als Entwicklungsschritt betrachten.

Es geht um einen identitätssuchenden Jugendlichen, der um sich herum einen emotionalen Wall (of Sound) errichtet hat, genervt und pathologisiert durch mütterliche Überfürsorge, Abwesenheit väterlicher Zuwendung und grausame Schulerlebnisse. Statt die letzte Konsequenz der inneren Emigration, den Suizid zu ziehen, wird der Protagonist zu einem gesellschaftlichen Mitläufer mit faschistischen Zügen. Er schafft es nicht, alle Emotionen zu unterdrücken und klagt sich selbst vor einem imaginären Gericht an. Das Urteil besteht in einem Zerstören der Mauer, die er als Schutz um sich herum errichtet hat.
Dieser Inhalt wurde 1980/81 zunächst in gigantischen Bühnenshows in den USA/Großbritannien und Westdeutschland dargestellt. 1982 entstand ein Film, in dem reale und Zeichentrickpassagen vermischt sind.
Eine Reanimation erfolgte nach dem Fall der Berliner Mauer 1989. Im Juli 1990 wurde The Wall symbolträchtig auf dem Potsdamer Platz mit bekannten Stars aus der Rock- und Popszene neu inszeniert.


 

Das CARP Projekt

Seit April 2008 zog die erste virtuelle Variante als digitale Show im Grid von Second Life über 1200 Besucher in ihren Bann. Wegen des Zuspruchs im Juli neu aufgelegt, wird die Show zweimal die Woche, am Freitag und Sonntagabend jeweils um 2 Uhr PST noch eine Weile aufgeführt.
Den Zuschauer erwartet eine minutiös synchronisierte, farblich, symbolisch und technisch überaus expressive Show, die über den Computerscreen übertragen einem wirklich das Gefühl einer Live-Bühnenshow vermittelt. Man kann es als kleines Wunder ansehen, was das CARP-Team (Cybernetic Art Research Project) hier leistet. In einem Interview mit der Projektleiterin Debbie Trilling versuchte ich der Entstehungsgeschichte etwas auf den Grund zu gehen. Auf der nächsten Seite findet ihr einige Bilder und die freie Übersetzung aus dem Englischen (Interview und Übersetzung: Giridevi Duranjaya).

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Bild 1: Debbie Trilling Creative Director der CARP-Produktion 
 

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