Fährt Linden Lab den Karren an die Wand? 
Mittwoch, den 05. November 2008 um 13:00 Uhr
openspaceEs gab in der Vergangenheit schon oft Kritik an der Politik Linden Labs. Entscheidungen, die viele Residents betrafen, wurden ohne Rückfragen kurzfristig durchgeboxt. Die Nutzer hielten bisher still. Seit Bekanntgabe der geplanten Preiserhöhung für OpenSpace-SIMs sieht das anders aus. Die Avatare gehen auf die Barrikaden! Hat Linden Lab den Bogen überspannt?


Die Abschaffung des First Lands, der Banken, des Glücksspiels und die direkte Weitergabe der Umsatzsteuer – alles haben die Bewohner Second Lifes ertragen. Doch das Maß scheint voll zu sein. Mit dem Blogpost vom 27. Oktober versetzte Jack Linden die virtuelle Welt in Aufruhr. Der Preis für neue OpenSpace-SIMs soll ab 01. Januar 2009 von US$ 250 auf US$ 375 steigen. Die monatlichen Kosten generell von US$ 75 auf US$ 125.


Zuviel, wie viele SIM-Besitzer finden. Wurden OpenSpaces doch gerade aus Kostengründen von vielen Privatleuten und Kleinunternehmern angeschafft. Der Protest äußerte sich nicht nur durch Demonstrationen InWorld. In zahlreichen Foren machten die Nutzer ihrem Ärger Luft, weshalb Jack Linden in einem weiteren Post beschwichtigend schrieb, dass LL die Preisgestaltung wohl nutzungsabhängig neu kalkulieren wolle.

Was ist falsch gelaufen?

Sicherlich muss die Betreiberfirma kostendeckend ihre Produkte anbieten. Natürlich hat sie auch das Recht Preise nachträglich anzupassen, wenn eine Deckung nicht mehr gewährleistet ist. Aber Bestandskunden kurzfristig und ohne Rückfrage höhere Kosten aufzubürden ist unprofessionell. Kunden müssen ihre Kosten ebenfalls mittelfristig planen können und in den Prozess einbezogen werden. Ist die Planungssicherheit nicht gegeben, wandern sie ab.

Wie hätte eine bessere Lösung ausgesehen?

Linden Lab hätte die Kunden, welche die Ressourcen intensiver nutzen als geplant, darauf hinweisen können, dass dies nicht den Nutzungsbedingungen entspricht. Noch einfacher wäre eine (automatisierte) stärkere Begrenzung des Traffics und der Primnutzung gewesen.
Selbst im Nachhinein wäre die Schilderung des Problems im Blog, mit der Bitte um Stellungnahme, möglich gewesen. Oder eine Abstimmung zum Thema via SL-Client, wie es in der Vergangenheit für andere Zwecke bereits geschehen ist. Hätte die Diskussion „weniger Leistung oder höhere Kosten“ im Vorfeld stattgefunden, niemand hätte sich beschwert.

Was nun?

Die Nutzer wurden wieder vor vollendete Tatsachen gestellt. Jetzt ist nur noch Schadensbegrenzung möglich. Vielleicht sieht ein Kompromiss so aus, dass OpenSpace-SIMs künftig restriktiver in der Nutzung eingeschränkt werden und Optionen wie Prims oder Traffic dazu gekauft werden können. Für den Light-Nutzer müsste sich dadurch preislich nichts ändern. Den Imageschaden zu bereinigen wird schwieriger. Er lässt sich künftig nur vermeiden, wenn Änderungen frühzeitig mit den Beteiligten diskutiert und geplant werden und eine Verlässlichkeit hinsichtlich der Preisgestaltung möglich ist.


 
 

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