Mann geht in Second Life fremd - Frau reicht Scheidung ein 
Samstag, den 15. November 2008 um 15:00 Uhr

08-1115-scheidungsdrama-002Die Nachricht des Tages kommt heute von Sky News aus England. Sie wird vor allem diejenigen Ehefrauen interessieren, die schon immer mal wissen wollten, was ihr Göttergatte da ständig abends im  Internet stundenlang so treibt.

Amy Taylor, 28, verlangte vor Gericht die Scheidung von ihrem Mann David Pollard wegen unziemlichen Verhaltens. Zweimal hatte sie ihren Mann dabei erwischt, wie er Sex mit fremden Frauen in einem Online-Spiel (Second Life) hatte. Der entfremdete Ehemann ist neuerdings mit einer der Frauen verbandelt, mit denen er in Second Life eine Affäre hatte. Die Ehe zwischen Amy und David soll nächste Woche geschieden werden.

 

Im Mai 2003 hatten sie sich in einem Internet-Chatroom kennengelernt, die damals 23-jährige Amy Taylor und David Pollard, 35. "Er war die Liebe meines Lebens" sagt Amy heute rückblickend. Sie tauschten Fotos und E-Mails, man simste und telefonierte stundenlang miteinander. Und nach 6 Monaten zog sie von London in seine Wohnung am Meer, unten in Cornwall. Stundenlang waren sie zusammen in Second Life zugange, ihr Avatar hieß Laura Skye, und seiner war Dave Barmy.

Man heiratete zwei Jahre später, im Juli 2005 im Standesamt von St. Austell, und als Zeichen ihrer besonderen Verbindung veranstalteten die beiden gleich darauf auch in Second Life eine virtuelle Hochzeit. Beide führten aber ihre virtuellen Zweitleben auch in der Ehe fort, und schnell zog der Alltag ein. Man zog in eine nette kleine Wohnung in Newquay um. Aber irgendetwas hatte sich geändert. "Ich hatte immer einen Verdacht, aber ich wusste nichts Genaues" sagt Amy heute. Im wirklichen Leben war der Gatte ja recht brav, aber irgendetwas stimmt nicht mehr mit ihm. Ich wusste, da gab es andere Frauen" sagt die heute 28-jährige Amy.

08-1115-scheidungsdrama-001Die Bombe platzte drei Jahre später, im April 2008. Nach einem nachmittäglichen Nickerchen kam sie unerwartet ins Zimmer und überraschte ihren inzwischen 40-jährigen und arbeitslosen Ehemann, wie er Sex mit einem Escort Girl in Second Life hatte. "Ich drehte durch, es war so gemein von ihm, ich konnte es nicht glauben, dass er so etwas tut" sagt sie. "Er hat mich mit einer anderen betrogen. Sie waren beide auf diesem Sofa und hatten Sex in diesem Spiel."

Er klickte sofort das Bild auf dem Monitor weg, aber sie schaltete das Gerät wieder ein und verlangte, das Chat-Protokoll zu sehen. "Aber er zog daraufhin den Stecker und alles war gelöscht. Ich war in Tränen aufgelöst und ging sofort zu meiner Mutter zurück". Später fügt sie hinzu: "ich hätte mich ja gerne wieder mit ihm versöhnt, aber für ihn war das keine große Sache und er sagte, ich soll mich nicht so aufregen und überhaupt, es liegt nur daran, dass ich mich nicht genügend um ihn kümmere".

Dann sagt sie noch: "Er hat zugegeben, dass er diese Tussi in Amerika schon eine oder zwei Wochen kennt, und er hat ihr schon gestanden, dass seine Ehe im Eimer sei, und er liebt mich nicht mehr, und wir hätten eigentlich gar nie heiraten sollen".

Amy hat jetzt beim Scheidungsgericht die Trennung eingereicht, und nächste Woche soll die Ehe geschieden werden. Die Richterin war nicht sehr überrascht, denn für sie war es schon der zweite Scheidungsfall, der mit Second Life zu tun hatte. Amy sagt heute, das alles habe sie ziemlich mitgenommen, Aber inzwischen ist wieder ein neuer Mann in ihr Leben getreten, und den hat sie nicht im Chatroom, sondern in World of Warcraft kennengelernt.

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Bilder von Sky News

 

 

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