Die Schlacht der Militärsimulationen - OFP2 gegen ArmA 2 
Samstag, den 06. Dezember 2008 um 21:00 Uhr
08-1206-ofp-vs-arma2-001Wer nach Operation Flashpoint 2 (kurz OFP2) oder Armed Assault (kurz ArmA2) googelt, liest zwingend auch das andere Game. Das ist kein Zufall, der bekannte Vorreiter nennt sich OFP 1 und wird seit Juni 2001 sehr aktiv gespielt. Später trennten sich Publisher (Codemasters) und Entwickler (Bohemia Interactive) und gingen ihre eigenen Wege. Beide wollten einen Nachfolger auf den Makt bringen. Codemasters behielt die Namensrechte, der Nachfolger wird OFP2 heißen, die Wahl von Bohemia Interactive ist auf Arma2 gefallen.

08-1206-ofp-vs-arma2-0022006 brachte BIA bereits Armed Assault 1 auf den Markt. "Das neue Meisterwerk der Operation Flashpoint-Macher", auf der Packung deutlich zu lesen, brachte es so gar nicht auf den Punkt. Die Käufer erwartete ein unfertiges Spiel mit jeder Menge Bugs (Spielfehler) und unrealistischen Szenerien. Zum Beispiel war es nicht möglich, sich hinter einem Busch vor den Blicken seiner Feinde zu schützen. Es scheint, als hätte BIA aus seinen Fehlern gelernt und wird mit ArmA2 eine ausgereiftere Version veröffentlichen. Bohemia Interaktive kann sich  mit mehr Erfahrung in diesem Genre rühmen - ob sich dies auch in der Umsetzung wiederspiegelt, bleibt abzuwarten.

ArmA2 soll, nachdem der Erscheinungstermin schon mehrmals verschoben wurde, im ersten Quartal 2009 rauskommen, wo hingegen Codemasters sich etwas mehr Zeit lässt und den ursprünglich auch für 2008 geplanten Release Termin für Mitte bis Ende 2009 festgesetzt hat. Die Spekulationen und Gerüchte "über die bessere Simulation" sind voll im Gange. VWI hat die bis jetzt durchgesickerten Infomationen aufgelistet:

Operation Flashpoint 2: 

08-1206-ofp-vs-arma2-003Die Entwickler legen höchsten Wert auf Realismus. Für die Fußsoldaten-Animationen und Bewegungsabläufe wurden echte Spezial-Einheiten beobachtet und gefilmt. Codemasters hat ein eigenes Recherche-Team angestellt, das Informationen über Fahrzeuge  und Verhaltensmuster sammelt. Die Waffensysteme sind dem Original nicht nur in der Optik nachempfunden, sondern reagieren auch genau so wie das echte Vorbild. Durchschlagskraft, Reichweite, Rückstoß usw. - alles ist realistisch gehalten.

Die Spielwelt, eine 220 qkm² große Insel, die auf den Namen Skira hört, wurde nach den Satellitenbildern eines Aleuten-Eilands entworfen, beherbergt aber keine Zivilisten. Es wird zwei Parteien geben, die Amerikaner und die Chinesen, die sich wegen Rohstoffen, die sich auf der Insel Skira in Massen befinden und von den Amerikanern mehr oder weniger beschützt werden, bekriegen. Die Fahrzeuge werden über ein realistisches Schadensmodell verfügen, wer also die Schwachstellen echter Panzer kennt, wird es auch in OFP2 leichter haben, einen Panzer auszuschalten. Zur KI der Soldaten verspricht Codemasters viel:
"Die Soldaten werden sich auf Freund- wie Feindseite an echten militärischen Manövern orientieren und selbstständig vorgehen können. Sie als Kommandeur sollen Ihren Truppen lediglich Richtungen vorgeben müssen, dann werde sich die KI unter Berücksichtigung von Deckungen, Sichtlinien und Gegnerpositionen allein einen Weg durchs unwegsame Terrain suchen – immer darauf bedacht, den Widersacher aufs Korn nehmen zu können, ohne selber dabei in die Schusslinie zu geraten."
Armed Assault 2:

08-1206-ofp-vs-arma2-004Arma hat grafisch gesehen einen Vorsprung - wer sich die In-Game Videos der Games Convention  anschaut, stimmt da sicher zu. Die Waffensysteme werden wohl nicht so realistisch eingebunden sein wie in OFP2. Die Spielwelt, die Insel Chernarus, die mit ihren 225 qkm² ein wenig größer ausfällt als in OFP2 und eine  exakte Nachbildung echten Terrains ist, wofür riesige geographische Daten genutzt wurden, wird mit Zivilisten und Tieren bewohnt sein.

Es wird vier Parteien geben: die Amerikaner, die Anhänger der lokalen Regierung, die Rebellen und die Russen. Die Anhänger der lokalen Regierung und die Rebellen verfügen über Technik, die teilweise noch aus dem Kalten Krieg stammt, während sich die Russen und die Amerikaner über hochmodernes Equipment freuen dürfen.

Über das Schadensmodell der Fahrzeuge ist noch nichts bekannt, vielleicht wird es ein ähnliches wie in OFP2 geben, was aber doch eher unwahrscheinlich ist, da das Game doch schon mehr in Richtung Mainstream geht. Die Tatsache, dass man die Kampagne mit dem "Razor-Team" bewältigen muss, das aus besonderen Charakteren besteht, um es mal freundlich auszudrücken, unterstreicht diese Annahme doch erheblich. Bei der künstlichen Intelligenz der Soldaten scheint BIA aus den Fehlern in ArmA1 wohl gelernt zu haben:
"Eine spezielle Mikro-KI soll kleinere Teams effektiver steuern. Während einer Präsentation demonstrierte Bohemia Beeindruckendes: Seit ihrem letzten Einsatz haben die computerkontrollierten Kameraden ordentlich dazu gelernt. Sie fahren auf der richtigen Straßenseite, belegen Feinde mit Sperrfeuer, lehnen sich an Wände und spähen im Häuserkampf um Ecken. Bei Feuergefechten nutzen die Soldaten eine spezielle Mikro-KI, mit der sie die eigene Position und die der Feinde ständig überwachen und so die beste Angriffstaktik berechnen. Auch den Zivilisten hat Bohemia ein paar Nachhilfestunden verpasst. Die Bevölkerung der Städte und Dörfer reagiert auf Angriffe in ihrer Umgebung und ergreift der Situation entsprechend die Flucht. Im Gespräch mit den Einheimischen können wir die Leute auch vor bevorstehenden Luftangriffen warnen, selbst wenn wir diese selbst erst vor ein paar Sekunden angefordert haben."
Es muss gesagt sein, dass die in diesem Bericht verwendeten Bilder nicht von der Grafik her vergleichbar sind. Während die Bilder von ArmA2 Screenshots aus dem Spiel sind, zeigen die OFP2 Pics nur gerenderte Ergebnisse, sie haben nichts mit der letztendlichen Spiel-Grafik zu tun.

Der Kampf bleibt wohl noch einige Zeit spannend zwischen Publisher und Entwickler der Mutter aller Militär-Simulationen. Jedes Spiel wird sicherlich reichlich Anklang finden und dem Konkurrenten in manchen Bereichen "voraus" sein. Aber es sieht danach aus, als würde BIA mehr auf der Mainstream-Schiene fahren, um ein breiteres Publikum begeistern zu können. CM setzt hingegen auf schonungslosen Realismus.

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