Vom Diorama-Schaukasten ins Second Life: Japan und Fantasy als Zinnfiguren in der virtuellen Welt 
Montag, den 15. Dezember 2008 um 21:00 Uhr

08-1213-zinnfiguren_1Die Deutsche Gesellschaft der Freunde und Sammler kunsthistorischer Zinnfiguren e.V. hat nun eine Dépendance in Second Life: Eine Arbeitsgruppe, die in Goslar/Harz gegründet wurde, hat sich der Kulturgeschichte Japans verschrieben. Eine andere Arbeitsgruppe des Vereins widmet sich dem Thema Fantasy. Nun zeigen sie Beispiele ihrer Arbeit in einer Ausstellung in Second Life.

 

Zur Geschichte der Zinnfigur

Die klassische Zinnfigur war seit dem 18. Jh. als Kinderspielzeug in Mitteleuropa, v.a. Deutschland, sehr verbreitet. Sie diente als Spielzeug, mit dem man Kindern "die Welt" begreiflich zu machen suchte.  Die bekannteste Kategorie solcher Figuren ist der Zinnsoldat, so ist es wohl verständlich, dass die Zinnfigur nach dem 1. Weltkrieg als Kinderspielzeug außer Gebrauch kam. Heute sind solche Figuren in den Händen von Sammlern und Interessensverbänden, die Zinnfiguren als Teil der Kulturgeschichte begreifen und folglich mit neuen Figurentypen Kulturgeschichte abbilden. Fantasy ist ein Teil unserer heutigen Kulturgeschichte und folglich werden entsprechende Figurentypen auch als Zinnfiguren umgesetzt.

Die Arbeitsgruppe Shogun, 1986 in Goslar/Harz gegründet, hat sich zum Ziel gesetzt, die Kulturgeschichte Japans über das Medium Zinnfiguren zu erschließen und zu vermitteln. Der Roman "Shogun" von James Clavell, der das Zusammentreffen der japanischen Kultur mit der europäischen thematisiert, bildete den Anreiz, sich mit der Kulturgeschichte Japans zu beschäftigen. Die Gruppe stellt sich in der Ausstellung in SL auch mit Gruppenfoto und Kontaktadresse vor.

Die von dieser Arbeitsgruppe entworfenen Figuren wurden auf das genaueste wissenschaftlich recherchiert. Sie zeigen eine große Bandbreite typischer Mitglieder der traditionellen japanischen Gesellschaft, die jedem auch dann ein Begriff sind, wenn man kein Experte der japanischen Kultur ist: Samurai, Ninjas, Kriegermönche, Kabukitheater, Kurtisanen u.v.m.

Die Ausstellung 

08-1213-zinnfiguren_2Die Figuren bilden als Bild-Texturen die Grundlage der Ausstellung. Die untere Etage des Ausstellungsgebäudes behandelt die Kulturgeschichte Japans. Die Bedeutung der Figurentypen werden mittels Text-Tafeln zum Thema und zur Geschichte erläutert. Fotos und Zeichnungen unterstützen und verbildlichen die Erklärungen und kulturgeschichtliche Einordnung zu den Szenen, die mittels der Zinnfiguren zusammengestellt sind. Im RL werden sie als Dioramen präsentiert, die mit Häusern, Booten, nachgebauter Landschaft etc. ein interessantes Pendant zu SL bieten: eine "virtuelle Welt" im analogen Raum. Folgerichtig finden die Figuren nun ihren Weg in das Second Life. Mit roten Pfeilen wird der Besucher durch die Ausstellung geführt.  

In der zweiten Etage wird das Thema Fantasy behandelt, das mit der Darstellung von Kriegern, Drachen, Mangas und ähnlichem geschickt mit dem historisch geprägten Teil der Japan-Ausstellung verbunden wird.  Zurzeit ist das Thema Fantasy als Zinnfiguren-Sonderausstellung in Holland zu sehen: bis März 2009 in Ommen, danach in Goslar, im Zinnfiguren-Museum.

Ansprechpartner für die Dépendance in Second Life ist Yoster Allen.

Weiterführende Links:

SLurl zur Ausstellung

KLIO - Dt. Ges. der Freunde und Sammler kulturhistorischer Zinnfiguren e. V.

Homepage der AG Fantasy 

Tinnenfigurenmuseum Holland

 

 

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