Second Life goes to Hollywood - Gore Verbinski plant Kinofilm 
Donnerstag, den 18. Dezember 2008 um 13:16 Uhr

08-1218-sl-goes-hollywood-003Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst, sagt man. Es ist also kein Wunder, dass Filmemacher auf aller Welt nach spannenden Ereignissen und Schicksalen von Menschen suchen, die es wert sind, auf die große Leinwand gebracht zu werden. Neu ist, dass nun auch das zweite Leben, besser bekannt als Second Life, Drehbuchstoff liefert. Jetzt plant der amerikanische Regisseur Gore Verbinski, der vor allem durch seine Fluch-der-Karibik-Trilogie berühmt geworden ist, einen waschechten Hollywoodfilm. Die Vorlage fürs Drehbuch entstammt direkt aus Second Life.

08-1218-sl-goes-hollywood-002Zusammen mit Universal Pictures kaufte Verbinski die Rechte an einem Artikel, der 2007 im Wall Street Journal veröffentlicht wurde. Darin wurde der Fall eines Mannes beschrieben, der seine Zeit fast nur noch in Second Life zubrachte, dort ein gut gehendes Unternehmen betrieb und eine Beziehung zu seiner virtuellen Ehefrau pflegte, während seine reale Ehefrau das Nachsehen hatte und zusehen musste, wie ihre echte Ehe an der Sucht des Gatten und seinem zweiten Leben zerbrach.

Das Drehbuch wird Stephen Knight schreiben, aus dessen preisgekrönter Feder auch die Drehbücher zu Filmjuwelen wie Dirty Pretty Things oder Amazing Grace stammen. Die beiden Filmschaffenden dürften ein gutes Gespann abgeben - Knights als Verfasser von vielschichtigen, dramatischen Stories und Verbinski mit seiner Erfahrung aus Fluch der Karibik, der zudem jetzt das Videogame Bioshock verfilmen wird. Von der Story her scheint der geplante Film eher ein Beziehungsdrama zu werden als ein Fantasy-Action-Movie. Dennoch wird man um Szenen, die Inworld gedreht werden, nicht herumkommen. Und so dürfte dieser Second Life Film auch optisch eine Menge hergeben.

Über die Besetzung ist noch nichts bekannt. Auch ein Erscheinungstermin steht noch nicht fest. Inwiefern das voraussichtliche Thema ein weiteres negatives Licht auf Second Life als Buhmann aller Beziehungskrisen werfen wird, bleibt abzuwarten.

08-1218-sl-goes-hollywood-001Was sagt Ric Hoogestraat, der Mann, um dessen Geschichte es geht, eigentlich dazu? Ihm hat schon der erste Artikel im Wall Street Journal schwer im Magen gelegen, denn vieles von dem, was dort geschrieben stand, ist nach seiner Aussage nicht wahr. Mrs. Hoogestraat verließ ihn einen Tag nach Veröffentlichung des Artikels. In Ric Hoogestraat's Gegendarstellung gibt er seine Version der Geschichte preis, denn leider haben sich die Medien nur für die im Wall Street Journal dargestellte Seite interessiert. Auch von den Plänen einer Verfilmung durch Universal Pictures und Gore Verbinski erfuhr er erst gestern über die Medien. Gefragt wurde er nicht und dementsprechend verärgert ist er auch darüber, dass nun auch noch ein Film auf einem Gerüst aus "Halbwahrheiten und Vermutungen" entstehen soll. Sein Avatar, Dutch Hoorenbeek, ist nach wie vor aktiver Resident von Second Life. In seinem Profil kann man nachlesen, dass er im Dezember 2007 seine SL-Ehefrau Tenaj Jackalope auch im ersten Leben geheiratet hat. Mit ihr betreibt er mehrere Rollenspiel-Piraten-Sims unter dem Namen Beek Haven. Piraten? Moment mal... Zumindest für Ric hat diese Geschichte anscheinend ein Happy End gefunden.

Weiterführende Links:

Der Wall Street Journal Artikel von 2007

Gegendarstellung von Ric Hoogestraat

SLurl - Beek Haven 

 

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