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Lyrisches und Blutrünstiges bei den Brennenden Buchstaben
Geschrieben von Zauselina Rieko   
Montag, 6. April 2009
09-0406_lyrik-abend_5_autorenDie BRENNENDEN BUCHSTABEN konnten am Sonntagabend, den 5. April, wieder mit einem Lese-Event aufwarten. Auf der Burgruine im virtuellen Saarland trafen sich die Buchstabler.

Diesmal stand Lyrik auf dem Programm. Drei Autorinnen und ein Autor beteiligten sich mit selbst verfassten Gedichten – gereimten und ungereimten. 
Außerdem wurden die Gewinner/innen des Schreibwettbewerbs bekannt gegeben und ihre teils witzigen, teils blutrünstigen Kurzgeschichten gelesen.

Klaus Ebner (SL-Name Funlyn Oceanlane), June Brenner, Naomi Greenberg und Kirsten Riehl (SL-Name Zauselina Rieko) lasen aus ihren poetischen Werken. Für Naomi und June war dies das erste Mal, dass sie in der Öffentlichkeit ihre Lyrik vortrugen.  Gemäß dem Anspruch der Gruppe, sowohl gute Schriftsteller/innen in Second Life zu präsentieren als auch talentierten Neulingen die Chance zu bieten, sich einem Publikum vorzustellen, war es wieder eine Mischung aus beidem. Klaus Ebner ist Träger verschiedener Literatur-Preise. Seine durchstrukturierten Gedichte weisen genau so wie seine anderen veröffentlichten Texte kein Wort zu viel, kein Wort an der falschen Stelle auf: wohlklingende Sprachästhetik und durchdachte Komposition pur.

Naomi Greenberg
Teilweise waren die Gedichte sehr tiefgründig und nicht leicht zu verstehen. Aber das macht eben den besonderen Qualitätsanspruch bei den BRENNENDEN BUCHSTABEN aus.

Die Lyrik-Lesung war durchsetzt mit den Kurzgeschichten, die beim Schreibwettbewerb eingereicht worden sind. Den Reaktionen des Publikums nach wurde das als angenehme Unterbrechung der anspruchsvollen Gedichte empfunden. Vier Geschichten sind die doch etwas magere Ausbeute des Wettbewerbs, der von vielen gewünscht worden war und über immerhin vier Monate lief. Die Kurzgeschichten der Gewinnerinnen June Brenner, FirleFanz Roxley und Pia Piaggio wurden in ganzer Länge vorgelesen. June konnte ihre Erzählung "Eine starke Verbindung" selber präsentieren. Ein Mann, der in der Virtualität in eine problematische Beziehung verstrickt ist, hat im normalen Leben eine Familie mit all den bekannten Alltagsproblemen zu bewältigen.
Zauselina trug Pias "Nur ein Spiel" vor, das auch beim Publikum sehr gut ankam. Der Held Dex Trose muss ein Online-Game mit verschiedenen Herausforderungen bestehen. Er verliert ein paar Körperteile im Laufe der Spielstufen. Dabei vermischen sich für den Spieler vor dem PC die virtuelle und die reale Welt.
In FirleFanz´ Geschichte – gelesen von Zauselina -  geht es um die Flucht aus einem langweiligen Berufsleben in die Abenteuerwelt  der Virtualität. Am Ende wird der Held des Spiels aber wieder von seinem Alltag eingeholt.

Auf Wunsch des Publikums las Zauselina auch die vierte eingereichte Geschichte, die wegen einiger formaler und inhaltlicher Fehler nicht gewonnen hat, aber dennoch lesenswert ist. Canois Lutrova erzählt in "Die Täuschung" von einem Mord in einem verlassenen Schulgebäude. Das Ende scheint vorhersehbar, aber die Handlung nimmt eine überraschende Wende.

Die Geschichten fanden so viel Anklang, dass aus dem Publikum die Bitte um Fortsetzungen laut wurde.

Interessant ist, dass bei allen eingereichten Texten die Vermischung von Spiel und Alltag, Virtualität und Realität ein zentraler Aspekt ist. Dasselbe Thema wird zurzeit auf einem theoretischen Niveau sowohl in englischsprachigen Foren, als auch in Deutsch hier auf VWI diskutiert. Unter den Begriffen „Augmentation“ und „Immersion“ (vgl. dazu die Berichte von Koks Koolhoven) wird der Versuch unternommen, Online-Spieler in zwei Gruppen zu erfassen: Jene, die Virtualität und Realität streng trennen, und jene, die keine strikte Trennlinie ziehen. Bei den BRENNENDEN BUCHSTABEN wurde das Thema literarisch aufgegriffen.

Die ersten Reaktionen des Publikums bewerten den Abend als positiv. Dennoch scheint es nicht sehr leicht zu sein, Lyrik ohne schriftlichen Begleittext, nur über das gehörte Wort aufzunehmen. Witzige Gedichte sind leichter aufzunehmen als ernste, Kurzgeschichten gehen besser ins Ohr als Poesie. Die anschließende Diskussion zwischen Publikum und Schriftsteller/innen brachte wie immer bei den BRENNENDEN BUCHSTABEN schon die ersten Verbesserungsvorschläge und die nächsten Ideen für weitere Events und Angebote der Literaturgruppe zustande.

Nachlese mit BukTom Bloch

Nachlese mit BukTom Bloch
BukTom Bloch, bekannt durch sein Projekt „Pegasus – Freie Bücher für Second Life“, wird demnächst ein virtuelles Buch-Objekt herstellen, sodass die Gewinner-Texte allen Second-Life-Nutzern zugänglich sein werden.

Klaus Ebner Details
Gedanken-Reich Blog Naomi Greenberg
June Brenners Blog


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Tales Philbin   |08-04-2009 19:06
ich war am sonntag bei der lesung und fand die gedichte sehr gut. hoffentlich kommt bald wieder so eine lesung. auch die kurzgeschichten waren spannend. kann man irgendwo die neuen termine erfahren? oder geht das nur über die mitteilung in der gruppe?
Marianne   |08-04-2009 23:02
Es hat doch ein bisschen gedauert, bis ich diese seite endlich gefunden habe. wie ich sehe, gibt es ja schon eine menge über die brennenden Buchstaben zu lesen. Der Lyrikabend war sehr gut und für mich waren die sl geschichten das beste. freue mich schon auf die nächsten vorlese
abende
FirleFanz Roxley   |08-04-2009 19:17

Ja da gewinne ich schon mal einen Preis und dann kann ich gar nicht bei der Preisverleihung dabei sein. So ist das, wenn man Schichtdienst hat. Dank an Zauselina, dass hier in SL so tolle Sachen wie der Schreibwettbewerb möglich gemacht werden.
Ist noch ein Wettbewerb oder etwas in der Art geplant?
Ich freue mich, wenn ich endlich mal bei einer Lesung dabei sein kann. Hat ja bisher leider nicht geklappt.

Schöne Grüße von
FirleFanz
Fonzi Radikal   |08-04-2009 20:49
Die Firlefanz-Geschichte war ja auch echt spannend
tolle Geschichte! schöner Vorleseabend, schöne gedichte
Jens Müller   |08-04-2009 19:54
Hat mir imponiert, was in SL doch möglich ist.

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