Camping und Bots werden verboten 
Montag, den 25. Mai 2009 um 04:26 Uhr
No More Cheating Welcher Resident kennt das nicht - man sucht etwas, findet es auch - und schaut beiläufig auf die Karte, wo sich an bestimmten Stellen unzählige Türmchen von grünen Punkten tummeln. Dann ist die Sache klar - es sind Bots, um den Traffic zu erhöhen und die Suchergebnisse zu beeinflussen. Eine illegale Variante des Marketings in Second Life.

Betreiber Linden Lab fährt nun seine Politik der Nutzerfreundlichkeit weiter und wird das Campen, welches zum selben Effekt der Suchmanipulation führt, und Bots verbieten.
Die Technik der Botaufstellung hat neben einigen anderen die Classifieds enorm in die Höhe schießen lassen, speziell bei solchen Suchbegriffen, die beliebt sind und für die es viele Anbieter gibt, "Skins for Men & Women" zum Beispiel.

Am 21.05. erklärte Jack Linden, wie sich die Neuerungen explizit gestalten. Sie beziehen sich allesamt auf eine Änderung der Policies Second Lifes, also der Richtlinien. Die nun angekündigten dienen dem Schutz der inworld Suche, mit welcher man alle eingetragenen Events, Shops, Avatare usw. auffinden kann. Schon einige Male geriet diese in die Kritik, denn mit der Einführung der Classifieds konnte man sein Business höher ranken lassen, wer am meisten bezahlt, steigt in der Suche auf. Ein höherer Rank wird, ähnlich wie bei bekannten Suchmaschinen, jedoch auch durch Verlinkung (Avatar-Picks) und den Traffic generiert, wodurch sich zahlreiche Möglichkeiten der Manipulation der Suche ergaben und genutzt wurden. Da private Anwender als auch Geschäfte die Suche nutzen, betreffen die Änderungen jeden Avatar.

Die Änderungen im Detail

Da Camping Chairs nur den Zweck des Trafficgenerierens haben und eine unfaire Methode der Manipulation von Suchergebnissen darstellen, werde diese ab sofort geahndet.
Bei einer ersten Verwarnung seitens Linden Lab an einen Betreiber solcher Stühle, die Peanuts in Form von L$ für Darauf-Sitzen oder eine andere Animation ausschütten, soll der Nutzer an die Policy erinnert werden. Wenn das Cheaten der Suchergebnisse trotzdem fort geführt wird, kann die betroffene Region von den gesamten Suchlisten ausgeschlossen werden.

Bots in Second Life Land-Bots, also stille Avatare, die man vergeblich anspricht, werden nun ebenfalls geahndet. Das allerdings betrifft nicht offizielle Bots, wie es zum Beispiel Modepuppen sind, die ein Designer durchaus aufstellen darf.
Offiziell ist ein Bot in diesem Sinne dann, wenn er sich selbst als Bot darstellt und als Model-Bot genutzt wird, wenn man es also nicht verheimlicht. Das wird Linden Lab bei seinen Recherchen als positiv einstufen, denn man möchte die Möglichkeit der Model Bots auch weiterhin genehmigen. Außerdem arbeitet Linden Lab an einem Tool zur einfachen Bekanntmachung solcherlei Bots. Momentan scheint es somit angeraten, das Profil seines Bots zu editieren und dort bekannt zu geben, für welches Label und welchen Avatar der Bot besteht.

Land Bots - die oben erwähnten berühmt-berüchtigten Punkteinvasionen Second Lifes, werden nun allerdings komplett abgeschafft bzw. verfolgt. Nunja, nicht ganz - denn auch einige Landbots erfüllen ihren Zweck durchaus. Verfolgt wird, was als Manipulation der Suchergebnisse gelten kann. Begründetes Nutzen der Bots soll und kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht eingestellt werden und hat im Einzelfall seine Berechtigung (zum Schutz oder Verkauf des Landes etc.). Mann kann also hier summieren - die Türme werden verschwinden, nicht aber die Bots im Allgemeinen.

Gegen Ende des Jahres sollen verbesserte Landtools seitens Linden Lab veröffentlicht werden, die die Bots theoretisch komplett verzichtbar werden lassen. Linden Lab arbeitet somit an einer Möglichkeit, Land und Auktionen komfortabler zu veräußern.

Seit Anfang Mai werden Nutzer von Bots und Camping Chairs intensiv gesucht und angeschrieben, sollten sie gegen die Richtlinien verstoßen.

Bildquellen:
STOP - Gerd Altmann @ Pixelio, modified by PCo
Bots in Second Life (odd one out) - Rob Danton @ flickr
 

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