sMeet | Die Entertainment-Welt | Sebastian Funke im Interview 
Donnerstag, den 18. Juni 2009 um 15:56 Uhr
Sebastian FunkeIm Rahmen des BIZZin3D 2009, bei dem Sebastian Matthias Funke, seines Zeichens Geschäftsführer und Mitgründer der sMeet Communications GmbH, gleichsam anwesend war, besuchten wir das Büro der Virtuellen Welt in Berlin und bieten hier nun einen Einblick in die Möglichkeiten und des Potenziales von sMeet und veröffentlichen Teile des exklusiven Interviews.

So manches Detail konnten wir von Herrn Funke erfahren, vielen Dank dafür - und unseren Lesern viel Freude.

Einen Überblick schrieb Autor Gilbert Wise bereits vor einem Jahr, man kann ihn unter den Porträts Virtueller Welten auf Virtual World Info wieder finden.

08-1103-wahlkampf_smeet-logo Einige Besonderheiten zu sMeet kann man schnell zusammen fassen. sMeet benötigt keinen Client, basiert auf Flash und kann somit mit jedem System und nahezu jedem Browser betreten werden.

Die Zielgruppe der interaktiven Community liegt im Alter von 14-24 Jahren. Man trifft sich in zahlreichen virtuellen Themenräumen, chattet, plaudert über das Telefon oder schaut sich gemeinsam Videos und Bilder an. Vieles ist möglich, zahlreiche Partner werten die Inhalte der Berliner GmbH auf.
Auch ist eine Schülerwelt vertreten, die für den Zutritt das Alter auf maximal 21 Jahren begrenzt. Wer älter ist, bleibt draußen.

Sebastian Funke: Die Haupt-Zielgruppe liegt bei 14-24-Jährigen, wofür wir auch verstärkt auf Sicherheit, Bannmöglichkeiten bzw. Melden eventueller Nutzer und eine strikte Policy Wert legen. Der Spassfaktor soll im Vordergrund liegen, für Business-Anwender ist sMeet denkbar, es liegt aber momentan kein Fokus darauf.

VWI: Liegt darin der Grund, dass keine Dateien ausgetauscht werden können und der Chattext nicht markier- und kopierbar ist?

Funke: Das kann ich nicht klar bestätigen, ich denke, es hat entwicklerseitge Gründe und wahrscheinlich auch jene der Usability und Schnelligkeit des Clients. Hingegen ist das Telefonieren zu Festnetz und Mobiltelefonen möglich, der Nutzer in sMeet wird zurück gerufen, hat er eine Nummer gewählt. Eine Flatrate ins Festnetz in der Zeit von 15-21 Uhr kann von jedem Mitglied der Community genutzt werden. Außerhalb dieser Zeiten zahlen die User 1 Coin pro Minute.

VWI: Es sind relativ wenige "Welten", momentan exakt fünf an der Zahl, in sMeet verfügbar, wobei eine (die Schüler Welt) nur bis zum Alter von 21 Jahren betretbar ist. Kann man bereits von einer virtuellen Welt sprechen, ist das System erweiterbar und warum diese hohe Dichte an Räumen und wenigen Plätzen zur Auswahl?

Funke: Das liegt daran, dass sMeet eine Plattform der Kommunikation und Interaktion zwischen den Nutzern darstellen soll. Wir wollen mit einem begrenzten "virtuellen Space" erreichen, dass es keine leeren Räume gibt wie bei Second Life. Mir ging es dort beispielsweise so, dass ich stundenlang in SL herumirrte, bevor ich einen Avatar fand, mit dem ich sprechen konnte, der mir zudem auch antwortete.
Terminator Room @ sMeetUnsere Partner mieten natürlich auch weitere Räume, die dann entsprechend zugefügt werden können, als neuestes Beispiel kann Terminator4 dienen, das von Sony Entertainment in einem eigenen Terminator4 Raum via Video präsentiert wird, in Form von Trailern und einer umfangreichen Playlist. Weitere Partner sind RTL mit "DSDS" und „AWZ“, Universal Music, BRAVO, Endemol und Stars wie La Fee und Detlef D! Soost.

Bei all diesen Aktivitäten steht der User im Vordergrund. Die Partner können sMeet in die eigene Webseite einbinden und den eigenen Lesern somit leicht einen dreidimensionalen Mehrwert bieten.

VWI:
Wie setzen sich die Nutzer zusammen, woher kommen sie?

Funke: Die Community wird immer größer. Vor allem die Südamerikaner haben zahlentechnisch zugelegt, aber auch die englische Community wächst. Die deutsche stellt noch immer die größte Gruppe dar. Alpha-Versionen in spanisch und englisch sind nun ebenfalls verfügbar, die deutsche Version befindet sich noch in der Beta-Phase.

VWI: Wann wird sMeet Deutschland die Beta-Phase verlassen können?

Funke: Das kann man so einfach nicht beantworten. Wir verbessern ständig einzelne Details, die dem Gesamtpaket zugehörig sind. In Kürze werden sich die User zum Beispiel auch auf Stühle setzen können. Wir testen unser Produkt ausgiebig, bevor es final freigegeben wird.

VWI: Sind bei den Verbesserungen auch Tastaturkürzel und die Möglichkeit der Textmarkierung vorgesehen?

Funke: Tastaturkürzel wollen wir nicht einführen. Wir legen starken Wert darauf, die Nutzung so einfach als möglich zu halten, sodass man zum Beispiel mit einem Mausklick leicht von einem Punkt zum anderen gehen kann. Umso mehr Funktionen es gibt, desto unübersichtlicher wird das System für den Nutzer. Tastaturkürzel würden die Nutzung des Produkts nur komplizierter machen.

VWI: Sie sagten auf dem BIZZin3D, dass die meisten Nutzer nicht aus Großstädten, sondern kleineren Gemeinden kommen. Können Sie sich dies erklären?

Funke: Nun, das ist ganz einfach. Die Jugendlichen, die in Großstädten wohnen, haben mehr Möglichkeiten der Freizeitaktivität und des Kennenlernens anderer Menschen. Gerade junge Menschen suchen nach neuen Bekanntschaften. In kleinen Städten lebende Teens haben diese Möglichkeit naturgemäß nur bedingt. Deshalb stellen wir eine prozentual höhere Teilnahme von Jugendlichen aus solchen Regionen fest, die keiner Großstadt direkt angebunden sind.

VWI: Wie binden Sie die Nutzer in das Geschehen ein?

Funke: Wir vergeben dieser Zeit vermehrt besondere Auszeichnungen wie die eines Operators, Entertainers oder Gastgebers. Für vereinzelte dieser Auszeichnungen erhalten die User auch Vergütungen in Form von Coins, die sie für virtuelle Waren ausgeben können. Dies dient der Nutzerbindung und der allgemeinen Motivation der Community.

Videos gemeinsam schauen In öffentlichen Räumen können die sMeet-Mitglieder zudem Videos aus Youtube und Clipfish selbst einbinden und gegenseitig präsentieren. Dabei werden die Videos synchron als Stream abgespielt, sodass keine Zeitverzögerung entsteht und jeder Zuschauer und -hörer exakt denselben Moment des Videos sehen kann.

VWI: Man kann ja auch Quizz miteinander spielen oder Stein-Schere-Papier und Vier Gewinnt. Ist sMeet eher ein Ort für gemeinsames Spielen?

Funke: Nein, sMeet bewegt sich mehr in Richtung Social Network bzw. Applikation als in die Richtung der Games, denn verstärkt legen wir Wert auf die Verknüpfung von Partnerschaften mit Social Applikationen oder Networks wie beispielsweise Facebook, was bereits geschehen ist. Man kann sich von Facebook aus mithilfe von Facebook Connects direkt in sMeet einloggen oder über die sMeet App auf Facebook nutzen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die sMeet Apps auf Facebook zu nutzen und so direkt auf Facebook zu sMeet zu gelangen.

Auch unsere Partner nehmen dies sehr gut an, indem sie ihre virtuellen Räume direkt in ihre Webseite einbinden können - der große Vorteil einer browserbasierten virtuellen Welt. Darüber hatte man sich vor zehn Jahren noch keine Gedanken bei Second Life gemacht. Zum heutigen Zeitpunkt zählen allerdings verstärkt die Vernetzung und die mögliche Nutzung virtueller Welten auf mehreren Plattformen.


VWI: Trotzdem scheinen Sie wenig Wert auf eine grafische Annäherung an die Realität zu legen.

Funke: Richtig. Dies liegt in der Realitätskurve begründet. Umso näher der erste Eindruck an die Realität heran kommt, sie wie eine zweite Realität scheinen möchte, desto mehr wird man enttäuscht, wenn sie dies nicht halten kann. Eine virtuelle Welt kann die Realität nicht ersetzen und sollte deshalb auch nicht mit einer grafischen Realität verbunden werden. Die Realität in den Virtuellen Welten stellt sich mehr durch seinen Inhalt denn durch seine Grafik dar.

VWI: Sahen Sie das BIZZin3D als gelungen?

Funke:
Generell ja, wobei ich ein paar Verbesserungsvorschläge hätte. Das Problem ist, dass das Interesse nicht groß genug ist. Es wäre superinteressant gewesen, wären mehr Marketingverantwortliche anwesend gewesen oder noch mehr Blogger, die sich generell mit dem Thema beschäftigen, auch wenn sie nicht aus 3D Welten kommen, aber generell ein neues System aufgreifen und darüber sprechen wollen. Aber das war nicht der Fall.

Die Webseite sMeets bietet intern (im eingeloggten Zustand) zudem weitere Möglichkeiten. So kann man sich aktiv in die zahlreichen Gruppen integrieren und aktiv werden, selbst Gruppen gründen oder Events planen und somit der Community Dienste erweisen oder auch an Events anderer Mitglieder und Gruppen teilnehmen. Davon gibt es täglich bereits zahlreiche.

Die sMeet Communications GmbH wurde 2006 gegründet, war im Jahre 2007 in den Top 100 des Red Herring Europe gelistet und hatte ihren Relaunch auf Flash9 und Flex 3 basierend Ende Juni 2008.
Ein kostenloser Zugang kann in deutsch, spanisch oder englisch erfolgen. Für weitere Assessoires, die das Einstiegsguthaben von 100 Coins übersteigen, kann man per Paypal, SMS oder Pay-by-Call weiteres Spielgeld anfordern. Verfügbar sind verschiedene Angebote. 100 Coins erhält man für 1,99 € via SMS (ohne Abo) oder per Telefonanruf. PayPal-Pakete gibt es außerdem - ab 300 Coins (4,99€), 650 Coins (9,99€) oder 1.350 Coins für 19,99€.

Links:
sMeet Webseite
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