| Innenminister wollen Killerspieleverbot schnell durchsetzen |
| Geschrieben von Pierre Corell | |||||||
| Montag, 8. Juni 2009 | |||||||
Die Innenministerkonferenz der vergangenen Woche, an der alle Vertreter der 16 Bundesländer teilnahmen, ist einstimmig zur Entscheidung gelangt, das Herstellungs- und Verbreitungsverbot für sogenannte Killerspiele "so schnell wie möglich durch zu setzen". Vor dem Hintergrund des letzten Amoklaufes in Winnenden sieht man Handlungsbedarf um weitere Taten dieser Ausrichtung zu verhindern.
Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) forderte den Bundestag auf, das Herstellungs- und
Verbreitungsverbot noch vor der Bundestagswahl zu ermöglichen. Er sagte gegenüber WELT ONLINE:
Durch Killerspiele sinkt die Hemmschwelle zur Gewalt. Amokläufer haben sich vor ihren Taten immer wieder mit solchen Spielen beschäftigt. Eine Konsequenz aus Winnenden kann nicht nur eine Verschärfung des Waffenrechts sein, das die Innenministerkonferenz bestätigt hat.Die Frage der Fragen muss nun aber sein, wenn die Regierung trotz massiver Proteste ein solches Verbot bis zum Herbst präzisieren will, inwieweit und in welchen Belangen ein solches Verbot greift und greifen darf. Unweigerlich, wie Gegenstimmen sagen, hängt der Konsum von Killerspielen nicht zwingend mit Attentaten zusammen. Soziale Aspekte sind grundlegend weit entscheidender als das Zocken, in dem man künstliche oder reale Intelligenz bekämpft. Durchaus würde die Mehrheit der Gamer Killerspiele als strategisches Handeln betrachten. Krieg ist keine Erfindung der Industrie, was man als Argument ebenfalls nicht verachten sollte. Aggressionspotenzial wird ebenso durch andere Aktivitäten geschürt, Grundlage ist das Vorhandensein derer und eines Ventiles. Ventile zu bekämpfen, im Sinne von Symptombekämpfung oder gar mithilfe eines Verbotes, kann logischerweise nur eines zur Folge haben - die Ursache bleibt unversehrt. Das Aggressionspotenzial eventueller Krimineller würde dadurch keineswegs eingeschränkt - gegenteilig könnte man sogar vermuten, haben sie stattdessen mehr Zeit, ihre Gewaltakte umfassender zu planen. Dessen ungeachtet scheint die Politik Zeichen setzen zu wollen, die auf diese Weise durchaus fähig sein könnten, einen gesamten Wirtschaftszweig nieder zu reißen.
Realistischer scheint stattdessen zu sein, pädagogische Maßnahmen zu ergreifen, um Medienkompetenz zu fördern, wie auf der Magdeburger Konferenz angeraten wurde. Denn auch nicht vergessen darf werden, dass Barrieren zwar erschwerend wirken können, aber ein Hindern am Konsum extremer Inhalte keinesfalls abgeschafft würden, wie bereits Tabakdebatten oder Statistiken illegaler Downloads im Internet zeigen. Das Hans Bredow Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg, welches aktuell an einer Erhebung arbeitet, hatte bereits 2007 statistisch belegt, dass ein Verbot von Killerspielen keineswegs Gewaltpotenziale schwächen würden. Auch bekannt sein dürfte die alte Regel - Was verboten ist, reizt umso mehr. Politik hin oder her - wem gilt das Zeichen, was auf Lasten der Industrie, der Strategen und der Schulter der Opfer augetragen wird? Man könnte beinahe spekulieren, dass hier entgegen bestehender Gesetze die Meinungsdispute genutzt werden, um Stimmlagen auf dem Kopfe Unschuldiger zu regulieren. Weder eine gute Taktik noch undurchschaubar. Warum also, soll hier als abschließende Frage stehen, kann die Politik nicht warten, bis erneute Studien abgeschlossen sind, die wahrscheinlich ebenfalls keine neuen Ergebnisse bringen werden? Links: Game Experience Lab - Pubications und Studien Alle Killerspiel-relevante Themen des Hans Bredow Institutes Kostenloses Buch als pdf des Deutschen Kulturrates (03/2009) Alle Artikel zur Killerspieldebatte auf VWI Bildquelle: Stephanie Hofschläger, Im Netz gefangen
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Die Innenministerkonferenz der vergangenen Woche, an der alle Vertreter der 16 Bundesländer teilnahmen, ist einstimmig zur Entscheidung gelangt, das Herstellungs- und Verbreitungsverbot für sogenannte Killerspiele "so schnell wie möglich durch zu setzen".
Realistischer scheint stattdessen zu sein, pädagogische Maßnahmen zu ergreifen, um Medienkompetenz zu fördern, wie auf der 