Tschernobyl - Bilder einer (besonderen) Ausstellung 
Samstag, den 22. August 2009 um 12:00 Uhr
chernobyl_2009_3d-classroomJust like any other day
Children were at school, at play
Adults worked in homes, in fields
Turning soils to hasten yields.

So beginnt ein Gedicht von Ingeborg Apfelbaum zur aktuellen Fotoausstellung über Tschernobyl in Second Life.

Zwei Tschernobyl-Ausstellungen sind in Second Life derzeit aufgestellt, VWI hat sie angeschaut, Details findet man im Tschernobyl-Übersichtsartikel, der auch die Fakten der Tragödie schildert.


Der Gau


29. April 1986 - wer erinnert sich noch an diesen Tag? Drei Tage nach der eigentlichen Explosion des Kernreaktors Nummer 4 in Tschernobyl gab die Sowjetische Regierung eine Katastrophe zu - möglicherweise auch nur aufgrund der Tatsache, dass Schweden einen Tag zuvor Alarm wegen erhöhter Messwerte geschlagen hatte.

Bis heute ist das tatsächliche Ausmaß der Folgen umstritten und nur schwer abzuschätzen, nicht zuletzt wegen mangelhafter Information seitens der damaligen sowjetischen Regierung, die den Unfall herunter spielte und auch Hilfsangebote zunächst ablehnte.


In memoriam?

chernobyl-2009_der-fotografWie sieht es heute rund um das Kernkraftwerk Tschernobyl aus? Dazu gibt es zahlreiche Informationen im Internet zu finden, doch so viele Jahre nach dem Gau scheint das Thema in der Öffentlichkeit komplett verschwunden zu sein.


23 Jahre nach der Katastrophe, im April 2009, machten sich fünf Interessierte aus verschiedenen Ländern auf, um den aktuellen Zustand zu dokumentieren. Ingeborg Apfelbaum hat hierzu gemeinsam mit Mathoni Zuhrah eine Fotoausstellung zusammen gestellt. Die Fotos stammen allesamt von Mathoni's Sohn, der einer der fünf Besucher war.


Die Ausstellung

Eine Geisterstadt - das ist der Eindruck, den die Fotos haben, die Bilder sind surreal und teilweise gruselig. Das zu Beginn genannte Gedicht in Zusammenhang mit den Bildern lässt es mir kalt den Rücken hinunterlaufen, und während ich die Puppen auf den anderen Bildern ansehe, erinnere ich mich daran, dass mein Sohn, zu dem Zeitpunkt gerade mal etwas über ein Jahr alt, zum Zeitpunkt des Bekanntwerdens der Katastrophe draußen im Sandkasten spielte.
chernobyl_2009_karussel
Der Schock damals saß tief und die Unsicherheit noch tiefer: Wie sollte man sich verhalten? Und wieviel Verlass war auf die herausgegebenen Informationen, egal von welcher Seite? Wir entschieden uns damals, erst mal keinem der Beschwichtigungsversuche zu glauben, sicher ist sicher.

Die Fotos sind zum Teil gerahmt, teilweise riesengroß, ein Klassenzimmer ist in 3D dargestellt; die Umgebung ist an das Thema angepasst und verstärkt die beklemmende Wirkung mit kahlen Bäumen und kargem Boden (wer sich noch nicht genug gruselt, setze mal seine Einstellungen des Viewers auf Mitternacht). Das Bild des Riesenrads erinnert an die Grusel-Stories von Stephen King. Hier ist Endzeit - nicht gerade eine verlockende Perspektive.


Link:
Ausstellung auf Zarahemla
Übersichtsartikel Tschernobyl @ VWI
 

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