The Matrix Offline - Ein Rückblick 
Montag, den 03. August 2009 um 17:45 Uhr
matrixoffline1Vor fast genau vier Jahren startete ein lang erwartetes Onlinegame sogar mit einer Meldung der Tagesschau: The Matrix Online sollte die Geschichte dort weiter erzählen, wo sie mit dem dritten Teil der populären Matrix Filme endete.

Was würde aus dem Waffenstillstand mit der Maschinenwelt werden?
Nun, heute wissen wir es: Zion hat gewonnen, der Stecker wurde gezogen. Hier ein Rückblick auf die Matrix sowie einige Vermutungen darüber, warum es enden musste.

"Wir wissen nicht, wie die Story weitergeht: Sagt ihr es uns!"

So lautete der Slogan der Matrix-Entwickler von Warner Bros. vor vier Jahren. Viele fühlten sich berufen, diese Antwort zu geben und "jackten" in die Matrix ein. Doch leider ist es auch bei diesem einen Slogan geblieben - zu wenig wurde in der Folge fürs Marketing getan, noch wurde das Spiel jemals für andere Länder lokalisiert.

Auch als Sony Online Entertainment das Game im Austausch für die Rechte an allen DC-Comics übernahm, änderte sich daran nichts. Dies mag einer der vielen Gründe sein, warum die Megacity immer leerer wurde.

Was war die Matrix?

Effekte der Devs am letzten Tag der Matrix Zunächst war Matrix vorrangig ein herausragend gestyltes Onlinegame mit einer dichten und bedrückenden Atmosphäre, grossartigen, nie dagewesenen Kampfanimationen und einer fesselnden Story. Das moderne Ambiente - ganz im Gegensatz zu den gewohnten Fantasy-Umgebungen, bot zeitgenössische Optik, Grafik vom feinsten und eine "seamless" begehbare Stadt mit vielen unterschiedlichen, teils malerischen Quartieren. Dies allein hätte genügen sollen, Matrix Online zu einem der erfolgreichsten Onlinegames zu machen.


Spitzengrafik aber fehlender Content

Doch leider führten die immer wieder kehrenden gleichförmigen Missionsabläufe, fehlende Game Erweiterungen und massiven Fehlentscheidungen im Vertrieb nach ca. zwei Jahren zu einem steten Exodus. Für die Veteranen wurde wenig getan und neue Spieler wurden kaum angesprochen - so begann die City zu veröden.
War Matrix Online am Ende gar das ungeliebte rothaarige Stiefkind von SOE, die sich lieber verstärkt um ihre hauseigenen Titel wie Star Wars Galaxies und Everquest kümmerten? Da kann man nur spekulieren. Konkrete Aussagen zur Schliessung gibt es von Sony zumindest keine.

Populäre Spielcharaktere wie Morpheus wurden gleich zu Beginn "abgeschossen", andere, wie der Merowinger oder Niobe tauchten zu selten auf. Zwar gab es ein durchaus kreatives Live Event Team und auch zahlreiche private Radiosender unterstützen das Geschehen. Doch am Ende siegte stets der Rotstift - Gift für eine auf Popularität angewiesene Welt.

Bleibt nur die Erinnerung. Starke Factions wie die Kings of Never, die Phoenix Embers oder The Forgotten existierten bis zum Schluss, wenn auch reduziert auf wenige "Redpills", wie sich die Spieler selbst bezeichneten.
Um Welten wie die Matrix Megacity ist es wirklich schade, denn selten hat eine Community so zusammengehalten und sich derart aktiv beteiligt; wie die zahlreichen Foreneinträge beweisen. Auch die unglaublich hohe Zahl an in MxO gedrehten Machinimas beweist es: Diese Welt wurde geliebt, das kreative Potential war immens.  Den letzten Tag erlebte die City so bevölkert wie kaum zuvor. Aufgrund einer freundlichen Geste von SOE wurden alle auch gekündigten Accounts kostenlos freigeschaltet, und so traf man sich zu einer rauschenden Megaparty auf sämtlichen Servern.

Seht in diesem kleinen Video die Bilder des letzte Tages. Denn alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende, sagte einst das Orakel in Matrix. Und wie immer, behielt sie damit recht.


Links:
The Matrix Online

 

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