Strahlende Orte im VMOA, Second Life 
Samstag, den 22. August 2009 um 12:50 Uhr
Strahlende Orte Im April 1986 brennt sich eine Katastrophe in die Geschichtsbücher ein, das Reaktorunglück in Tschernobyl. 2006, exakt zwanzig Jahre später, machen sich sieben Künstler auf den Weg, neue Mahnmale zu setzen.

Deren Ausstellung "Strahlende Orte" konnte 2006 und 2007 in drei deutschen Städten, in Russland und der Republik Belarus besichtigt werden.

22. August 2009 - ebenfalls ein Samstag - die Ausstellungen sind in der dritten Dimension realisiert. Eine gemeinsame Gedenkminute um 19.00 Uhr wird am Sonntagabend die Ausstellung mit den realen Fotos der sieben Künstler eröffnen - im VMOA, dem Virtual Museum of Art in Second Life.

Die Geschehnisse des Unglücks und ene weitere Ausstellung finden Sie am heutigen Tage bei VWI vor.

Strahlende Orte Sieben Künstler aus Moskau (Russland), Minsk (Belarus) und Berlin reisten im Oktober 2005 in die Sperrzone Pripjats, welches unmittelbar vom Unfall in Tschernobyl betroffen war. Tausende Menschen litten dort an Traumatisierungen und den Folgen zweifelhafter Umsiedlungspolitik, die die Bewohner von Pripjat heimatlos gemacht hatte.

Initatoren des zweitägigen Sperrgebiet-Besuches in der Plattenbau Enklave Pripjat sind Vitali Shkliarou und Sergey Abranchuk, die die Katastrophe als Kinder miterlebt hatten. Ihr Ziel: künstlerische Werke, die in der gebrannten Stadt Bilder der Mahnung verteilen. Überall hin, wo es angebracht erscheint - auf Wände, in Fluren, vergilbten Tapeten und herum liegenden Wracks und Trümmern der Geschichte der ukrainischen Todes-Region. Und sie mitzunehmen, als Fotografien und Memorandum einer vergangenen Zeit.

Die Künstler lassen in diesen beiden Tagen Menschen in Bildern auferstehen, an Trümmerplätze skizziert oder gemalt, sie lassen Blumen an maroden Wänden der "Abondened City" erblühen. Sie erwecken Gestalten in schwarz-weiß an eintönigen Plätzen der Stille einer toten Stadt, durch die lediglich der Wind noch weht und vereinzelte Vögel brüten.

Verfall ist nicht immer sichtbar, Verfall ist nicht immer Verwüstung. Die Beklemmung und das Eindringliche der Ausstellung "Strahlende Orte" ist das Detail und die passgenaue Tiefgründigkeit der Motive, zum Teil versteckt - zum Teil bewusst konträr platziert. Inmitten von Schweigen einer verstrahlten Stadt, inmitten von Belägen aus Schimmel und Moder findet sich eine Schultafel mit der kyrillischen Aufschrift: "eine rückkehr gibt es nicht. lebt wohl! pripjat, 28. april 1986".


Das Virtual Museum of Art

Strahlende Orte Im VMOA, dem Virtual Museum of Art, in Second Life können die "Strahlenden Orte" nun dreidimensional besucht werden. Bereits jetzt sind die Bilder der Ausstellung aufgestellt - in einer ebenso kargen und düsteren Atmosphäre, die dem Original nachempfunden sind.
Am 22.08.2009 um 19.00 Uhr (MEZ) kann man vor Ort im VMOA, gemeinsam mit anderen Residents, einer Schweigeminute zur Mahnung an die Tragödie beiwohnen.

Das VMOA wurde am 17.05.2007 eröffnet und besitzt eine Ausstellungsfläche von mehr als 80 Tausend Quadratmetern.
Inspiriert und mit gestaltet durch den Künstler Gottfried Helnwein, der all seine Werke aus 35 Schaffensjahren dort virtuell auszustellen gedenkt, wird das Museum von Antonia Ling, Malerin und Kuratorin, geführt.


Links:
Strahlende Orte - real
VMOA - Museum virtuell
SLurl zur Ausstellung (Second Life)

Alle Beiträge zum VMOA @ VWI
Übersichtsartikel Tschernobyl

Strahlende Orte
 

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