| AT.LANT.IS - Die Zukunft der Web 2.0 Communities? |
| Geschrieben von Rike Lundquist | |||||||
| Montag, 20. April 2009 | |||||||
Die Zukunft der Web 2.0 Communities liegt unter Wasser, so lautet der Werbespruch der Plazz Entertainment AG für AT.LANT.IS. Was aber verbirgt sich dahinter? Sollen wir alle abtauchen in Zukunft?Ein Blick auf die Webpräsenz des Unternehmens macht deutlich, was gemeint ist: Ein Projekt, das Kinder und Jugendliche begleitet, anstatt sie allein zu lassen, ein Projekt, das Eltern ihre Kinder begleiten lässt in einer völlig neuen Umgebung, unter Wasser. Eine gerade erst veröffentlichte Pressemeldung besagt:
"Im Mai taucht AT.LANT.IS
aus den Tiefen des Ozeans auf – Eine spannende Kombination aus Internet
Community und browserbasierten Spielen erwartet Kinder und Jugendliche
ab 12 Jahren. Spielen, chatten, Freunde treffen – all das ist in der
frei begehbaren Welt von AT.LANT.IS möglich."
VWI machte sich also zusammen mit einer 13jährigen Testspielerin daran,
das Spiel bereits vorab zu testen und festzustellen, ob die hohen
Erwartungen gerechtfertigt sein würden.
Schon
der Startbildschirm spricht Kinder deutlich an. Das ganze sieht sehr
geheimnisvoll aus und macht Lust, es auszuprobieren. Auffällig ist
hier bereits der Button "ELTERN". Bei diesem Spiel ist
es also möglich, sich selbst als Eltern einzuloggen, um dann eine
Kindfigur zu erschaffen. Dies bietet die Möglichkeit, den Account des
Kindes mehr oder minder im Blick zu behalten.
Auch die Onlinezeit lässt sich hierüber reglementieren. Die Eltern
legen das Passwort für den Kindaccount fest und können diesen jederzeit
kurzfristig ändern und damit eine gewisse Abstinenz herbeiführen, wenn
die Onlinezeiten trotz Ermahnungen tendenziell nicht abnehmend sein
sollten. Zu der Onlinezeit, die man überwachen kann, gibt es
verschiedene andere Möglichkeiten, die Aktivitäten einzusehen, zum
Beispiel festzustellen, welche Spiele das Kind besonders gern spielt
und wo seine Talente liegen. Es gibt dort unter anderem ein
Rechenspiel, welches das schnelle Kopfrechnen fördert.
Wikipedia meint zum Thema Spielen: "Ein
Großteil der kognitiven Entwicklung und der Entwicklung von motorischen
Fähigkeiten findet durch Spielen statt, beim Menschen ebenso wie bei
zahlreichen Tierarten. Einem Spiel liegen oft ganz bestimmte
Handlungsabläufe zugrunde, aus denen, besonders in Gemeinschaft, dann
Regeln hervorgehen können. "
Im Spiel selbst bekommt man Punkte gut geschrieben,
sogenannte Ori´s, mit denen man sein Aussehen anpassen kann, zum
Beispiel durch den Kauf neuer Kleidungsstücke. Auch ist es möglich,
dass man einen Platz in der Hall of Fame, weil man beispielweise in
einer Disziplin besonders viele Punkte erhielt. Es ist dort - wie in
anderen Metversen auch - möglich, neue Freunde zu gewinnen. Diese
Freundschaften beschränken sich jedoch ausschließlich auf AT.LANT.IS.
AT.LANT.IS
wird zu bestimmten Zeiten von Administratoren überwacht, die im Spiel Die Götter
heißen. Außerhalb der Anwesenheitszeit der Götter ist nur ein
Phrasenchat möglich. Sollte sich nun beispielsweise ein Erwachsener
dort anmelden, um sich an Kinder heran zu machen, so fällt dies auf. Es
ist unter anderem verboten, Kontaktdaten auszutauschen.
Hierzu zählen insbsondere auch SchuelerVZ- oder ICQ Daten. Darauf
erfolgt eine Verwarnung durch die Götter! Diese erfolgt auch, wenn man
beispielsweise bestimmte Worte gebraucht, die in der Kommunikation
eines Kindes eigentlich nicht vorkommen sollten. Das Ganze wird mittels
eines raffiniert ausgeklügelten Wortfilters, der auch die persönlichen
Nachrichten umfasst und sehr engmaschig gestrickt ist (selbst Wörter
wie "geil" werden herausgefiltert!), überwacht. Das System lässt sich
nicht austricksen!
Ein
Versuch unserer 13jährigen Testspielerin, die ICQ-Nummer eines anderen
Kindes zu erfahren, brachte ihr zunächst eine Verwarnung ein. Da sie
das schnell begriff, versuchte sie es heimlich über persönliche
Nachrichten. Dieses Tricksen wurde mit einer 24-Stunden-Sperre bestraft
- völlig zu Recht. Hintergrund dieses strengen Regelwerks ist es, dass AT.LANT.IS den vollständigen Schutz seiner kindlichen Spieler
gewährleistet. Andere Internetplattformen wie die oben angeführten
werden naturgemäß nicht überwacht. Deshalb wird jeder Versuch, über
dieses System an die Realdaten von Kindern zu kommen, bestraft.
AT.LANT.IS befindet
sich noch in einer Beta-Test-Phase und wird demnächst offiziell
eröffnet. Schon jetzt ist es aber möglich, mit den eigenen Kindern das
System kostenlos zu testen. Nach Abschluss der
Testphasen wird es auch Accounts geben, für die man bezahlen muss, im
Gegenzug jedoch besondere Privilegien erhält. Wenn man sich aber
überlegt, dass dort die eigenen Erziehungsziele kontrolliert und
durchgesetzt werden von AT.LANT.IS,
indem sie den Schutz der privaten Daten überwachen, so
wäre das durchaus eine Überlegung und eine kleine Investition wert.
Hinzu kommt das nicht näher beschriebene Versprechen der
Herstellerfirma, Schritt für Schritt das System zu erweitern. Das macht
neugierig.
Links: Webseite AT.LAN.TIS Hersteller Webseite plazz entertainment
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Die Zukunft der Web 2.0 Communities liegt unter Wasser, so lautet der Werbespruch der Plazz Entertainment AG für AT.LANT.IS. Was aber verbirgt sich dahinter? Sollen wir alle abtauchen in Zukunft?
Eine gerade erst veröffentlichte Pressemeldung besagt:
Ein
Versuch unserer 13jährigen Testspielerin, die ICQ-Nummer eines anderen
Kindes zu erfahren, brachte ihr zunächst eine Verwarnung ein. Da sie
das schnell begriff, versuchte sie es heimlich über persönliche
Nachrichten. Dieses Tricksen wurde mit einer 24-Stunden-Sperre bestraft
- völlig zu Recht. Hintergrund dieses strengen Regelwerks ist es, dass AT.LANT.IS den vollständigen Schutz seiner kindlichen Spieler
gewährleistet. Andere Internetplattformen wie die oben angeführten
werden naturgemäß nicht überwacht. Deshalb wird jeder Versuch, über
dieses System an die Realdaten von Kindern zu kommen, bestraft.
