Datenschützer stoppen Internet Eyes und warnen vor Facebook 
IT-News
Donnerstag, den 04. Februar 2010 um 12:41 Uhr
pixelio.de Fotograf tommyS © Siepmann GbRFacebook geriet durch seine Datensammelwut ins Visier der Verbraucherschützer, erneut warnen sie vor der Plattform. Auch das englische Projekt Internet Eyes hat die Datenschützer auf den Plan gerufen und wurde vorerst verboten.

Insbesondere das beliebte Spiel "Farmville", welches als Applikation in Facebook implementiert ist, boomt. Die Verbraucherschützer warnen vor der Datensammelwut des Anbieters Zynga.

Internet Eyes ist ein englisches Bürgerprojekt, mit dem Verbrechen von den Bürgern aufgedeckt werden können. Auch hier sind nun die Datenschützer auf den Plan getreten und haben das Projekt vorerst gestoppt.

Farmville hat Facebook ungeheuren Zulauf beschert - in dem beliebten Bauernspiel sind knapp 75 Millionen virtuelle Bauern zugange - aus allen Ländern der Welt.
Das Spiel hat das Ziel des Erfolges im Visier - der Bauer beackert sein Land, pflegt die Pflanzen und lässt sie wachsen, um sie gewinnbringend zu verhökern. Ein inearer  Ablauf, in Echtzeit, der virtuell statt findet und bei dem sich die Farmer virtuell finden können - als Freunde und in Gruppen via Facebook. Das Netzwerk der Sozialen Games hat jedoch nicht nur in Facebook ungeheuer zugelegt.

Kleinbeträge werden von den Nutzern solcher Art Browsergames gezahlt, um schneller voran zu kommen oder besondere Gimmicks zu erstehen, die den Spieleablauf nur unwesentlich beeinflussen - dieses Schema hat in Browsergames seine Nutzer und zahlreiche Anbieter gefunden. Für 2013 schätzen Experten einen Marktwert von 5 Milliarden Euro. In Asien liegt er bereits bei dieser magischen Zahl.

Farmville Logo Die Verbraucherschützer warnen jedoch, wie schon seit einiger Zeit, vor der Datensammelwut des Sozialen Netzwerkes Facebook. Zynga, der Betreiber des Games Farmville und ähnlicher Spiele, ist nun ebenfalls ins Datenschutz-Visier gerückt.
Anhand Browserdaten und verschiedener Informationen aus dem Internet werden Informationen im Profil des Spielers gespeichert, die bei Zugriffs-Erlaubnis auf das Facebook-Profil gesaugt und für Partnerangebote ausgewertet werden. Diese Nutzungsbedingungen akzeptiert der Spieler mit dem ersten Start der betreffenden Angebote Zyngas.

Zynga war bereits mit seinen Partnern ins Visier der Datenschützer gerückt - als "Scamville" wurde es von TechCrunch bezeichnet - Grund war das bereits gestoppte Angebot von Geldern, wenn man Klingeltöne oder Software von Partnern Zyngas kaufte. Es sollen bereits Fälle vorgekommen sein, in denen Gelder von Nutzern abgebucht wurden, zu denen sie ihre Zustimmung nicht gegeben hatten.


Bürger bewach(t)en England

Dass Bürger die Kameras Englands bewachen, wurde mit Internet Eyes als eine Art Wettbewerb der besonderen Art seit November 2009, zunächst in Stratford-upon-Avon, probiert. Basis der Idee sind die unüberblickbare Anzahl von Kleinverbrechen, die von der englischen Justiz nicht zu bewältigen sind. Im November 2009 startete das Projekt in die offene Beta-Phase, im Dezember waren bereits 13.000 Nutzer registriert.

Dem Projekt gebot die englische Datenschutzzentrale nun Einhalt. Das ICO (Internet Commissions Office) verbot den privaten Zugriff auf die 4,2 Millionen Überwachungskameras des britischen Imperiums. Man gehe davon aus, dass diese Praxis nicht mit englischem Recht vereinbar sei, zur Verbrechenseinstufung via Kameras müsse geschultes Personal heran gezogen werden.
Da dieses in England jedoch nicht ausreichend vorhanden ist, kamen die Köpfe hinter Internet Eyes um Tony Morgan auf die Idee, diese Tätigkeit an das Volk abzugeben, für jedes entdeckte, tatsächliche Verbrechen sollten Punkte vergeben werden, die einem Geldpreis ähneln.

Das Hauptgegenargument der Datenschützer lautet, dass es nicht angemessen sei, Bilder von identifizierbaren Personen zu Unterhaltungszwecken öffentlich zugänglich zu machen. Internet Eyes hingegen behauptet, dass das Angebot im Einklang mit den Datenschutzgesetzen stünde, da die Nutzer nicht wissen könnten, wen exakt sie beobachten und wo die betreffende Kamera stationiert sei. Zugleich betonte Morgan gegenüber der BBC, dass es sich hierbei nicht um ein Spiel handele.
 

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