Coffee & Power 
IT-News
Freitag, den 11. November 2011 um 10:00 Uhr

Coffee & Power LogoAls Philip Rosedale den Geschäftsführerposten von Linden Lab an Rod Humble abgegeben hatte, wurde es längere Zeit ruhig um den Visionär und Gründer von Second Life. Er ging zu seiner Firma Love Machine Inc. zurück, aber nun ist er mit seinem neuesten Startup "Coffee & Power" am Start und in den Medien präsenter als je zuvor.

Was aber genau macht seine neue Firma eigentlich?

Coffee & Power ist ein Onlinemarktplatz, auf  dem jedermann kleine Tätigkeiten aller Art verkaufen oder erwerben kann. Bezahlt werden dabei diese Tätigkeiten aller Art mit dem sogenannten Coffee-Dollar, kurz C$. Der Wechselkurs ist dabei im Gegensatz zu Second Life genau festgelegt, ein C$ entspricht immer einem US$. Wenn jemand C$ in US$ wechseln will, dann kassiert die Firma eine Gebühr von 15% für den Tausch. Wer jemandem eine Freude bereiten mag, der kann auch einen Geschenkgutschein über einen gewissen Betrag von C$ erwerben und verschenken. Da keinerlei Transaktionen in US$ zwischen Käufern und Anbietern stattfinden, wird die meiste Geldsumme im System bleiben.

Philip RosedaleDas alles klingt dabei recht ähnlich der Wirtschaft in Second Life, nur aufs wirkliche Leben übertragen und in der Tat stand es dafür mehr oder weniger Pate. Rosedale ist nämlich der Meinung, ein Grund für den Erfolg Second Lifes ist es gewesen, dass die Benutzer darin fähig sind, gegenseitig Dienstleistungen anzubieten und ihre Fähigkeiten auf neuartige Art und Weise anzubieten. Rosedale wollte genau dies auf das wirkliche Leben übertragen.

So hat er denn eine Plattform geschaffen, die genau dies leistet. Man kann jedermann erklären, was man leisten oder erledigt haben will, und wie viel man dafür zu zahlen bereit ist. Das Angebot wird neben anderen auf einer Karte angezeigt und man kann SMS benutzen, um Angebote abzugeben oder bezahlt zu werden. Typische Kaufbeträge für die Missionen sind dabei 10 oder 15 C$.
Coffee & Power bietet dabei aber noch mehr Werkzeuge, so gibt es z.B. einen Live Chat, in dem sich Dienstleister und Käufer miteinander unterhalten können. Jeder, egal ob Dienstleister oder Kunde, hat ein eigenes Profil und kann sich dort einen gewissen Ruf erarbeiten. Wer mag, kann auch sein Profil mit Facebook und Linkedin vernetzen, um sich zusätzlich zu legitimieren.

Allerdings steht Coffee & Power auf dem Markt nicht alleine da, denn es gibt mit Zaarly, Gigwalk und TaskRabbit Wettbewerber. Rosedale will sich von der Konkurrenz dadurch abheben, dass es bei ihm hauptsächlich um die Vermarktung von qualifizierten Tätigkeiten geht.

Coffee-Power-Workclub-WorkersDie Firma unterhält in San Francisco einen sogenannten Open Workspace, das ist eine Art Café, in dem man sich Büroplätze bei Bedarf mieten oder einfach nur so treffen kann, um nach Arbeit zu schauen. Rosedale & Co. arbeiten im ersten Stockwerk des Gebäudes. Die Plattform nahm ihre Arbeit im Frühjahr ohne großes Aufsehen auf, aber nimmt nun stark an Fahrt auf.

Coffee & Power hat bisher eine Million US$ Startkapital von Investoren erhalten, darunter finden sich Reid Hoffman von LinkedIn und Jeff Bezos von Amazon, der ebenfalls schon in Second Life investierte. Die Firma wurde von drei Gründern errichtet und hat einen Vollzeitangestellten.

Rosedale ist der Ansicht, dass das Unternehmen, welches sich dauerhaft erfolgreich auf diesem neuen Markt platzieren kann das ist, auf dem später die meisten Geschäfte stattfinden werden. Er meint, dass vor allem die persönliche Note und die Lokalisierung der Angebote seinen Dienst vom Rest deutlich unterscheiden. Wer am Ende den Kuchen für sich alleine hat? Das wird die Zeit zeigen.

Weiterführende Links:

Coffee & Power
Love Machine Inc.

 

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