Virtuelle Büros als neue Form des Outsourcing 
IT-News
Donnerstag, den 16. April 2009 um 09:49 Uhr
Virtuelle Büros Die durch die Bankenkrise hervorgerufene weltweite rezessive Entwicklung der Wirtschaftsbranche hat dazu beigetragen, dass sich in großem Maßstab Firmen vermehrt Gedanken darüber machen, wie Fixkosten eingespart werden können.

Der Unterhalt einer Büroimmobilie oder selbst die Anmietung von Büroraum verschlingt viele Euros, die man in Zeiten schlechter Auftragseingänge gerne zur Substanzerhaltung der Firma einbehalten würde.


Deshalb erinnern sich in diesen Zeiten viele Verwaltungschefs wieder vermehrt an eine Arbeitsform, die es schon gab, als noch keiner an die Virtualität dachte. Damals nannte man die Sache noch Heimarbeit, oder später dann Telearbeit.

Virtuelle Büros im Kommen

In dieser Zeit weltweit schrumpfender Auftragseingänge in vielen Branchen der Realwirtschaft tun sich in Westeuropa  allenthalben Dienstleistungsfirmen auf, die Mitarbeiter kriselnder Firmen quasi in die Virtualität outsorcen. Konkret sieht das Angebot dieser Dienstleister so aus, daß sie Mitarbeiter, die sonst in die Arbeitslosigkeit entlassen worden wären, einen virtuellen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt, wenn das reale Büro dicht machen muß. Der Mitarbeiter nimmt also Laptop und Kommunikationsgeräte mit und arbeitet von zuhause aus weiter. Sein Arbeitsplatz kann, muss aber keine Vollzeitstelle sein, was die Kosten-Flexibilität natürlich enorm verbessert. Über die Webseite des virtuellen Büros erhalten die Mitarbeiter, die jetzt real vom heimischen Schreibtisch aus tätig sind, administrative Unterstützung. Diese besteht auch konkret darin, dass der Provider des virtuellen Büros ein Supportteam zur Verfügung stellt, das externe Telefonanrufe entgegen nimmt und an die entsprechenden Mitarbeiter verteilt, ebenso die Post.

Weil aber trotzdem zumindest von Zeit zu Zeit mal ein realer Büroraum gebraucht wird, zum Beispiel für Kundenkontakte oder für sonstige offizielle Anlässe, unterhält die Providerfirma auch solche zentralen Büroräume, wo die dezentral angesiedelten Mitarbeiter dann auch Zugang zu der normalen Infrastruktur eines Büros haben wie Besprechungsraum, Fax, Tagungsräume, Videokonferenzen, u.a. Dort in diesem Büro hat auch das reale Supportteam des Providers seinen Sitz. Größere Provider bieten solche Lokalstützpunkte in verschiedenen Städten an.  

Kosteneinsparung liegt auf der Hand

Mobiles Büro Daß solche neuen Arbeitsformen einer Firma zunächst Kosten sparen, liegt auf der Hand. Der Arbeitgeber spart die Kosten für Büroräumlichkeiten, der Arbeitnehmer spart Wegzeiten und Fahrtkosten. Nicht zuletzt aus diesem Grund benutzen mehr und mehr große Organisationen der Realwirtschaft wie Google, der finnische Handykonzern Nokia, oder der britische Parma-Riese GlaxoSmithKline solche Dienstleistungen und versuchen sich auf diese Art und Weise durch Outsorcing von Büroarbeit zu entlasten. Davon profitiert kurzfristig die neue Branche der Provider solcher Dienstleistungen. Firmen wie die französische REGUS Group, die ihren deutschen Sitz in Düsseldorf hat, erledigen heute in der geschilderten Art und Weise schon Bürodienstleistungen für mehr als 400.000 Kunden in 75 Ländern weltweit.


Die andere Seite der Medaille

Daß die Medaille jedoch auch  eine andere und unter Umständen auch eine leicht problematische Seite hat, darüber muß ebenfalls nicht lange nach gedacht werden. Ganz offensichtlich ist die Maßnahme, Büros zu schließen und Büroarbeit in die heimische Umgebung des Mitarbeiters auszulagern, eine aus der Not geborene Idee des Marktes, die zunächst einmal auch den Mitarbeiter selbst stärker belastet, weil er ja seine heimische Umgebung zum Arbeitsplatz umfunktionieren muß, was sicherlich auch seine Familie / seine  Kinder tangiert und schon von daher nicht in jedem Fall automatisch zur Optimallösung wird.
 
Ob das virtuelle Heimbüro also die Büroarbeit generell revolutionieren wird, scheint zunächst noch sehr fraglich. Daß diese Form der virtuellen Zusammenarbeit von körperlich weit verstreuten Arbeitsgruppen jedoch in Zukunft weltweit zunimmt, ist in Zeiten des Internets ebenso wenig in Frage zu stellen. Der Trend geht zu virtuellen Arbeitsgruppen, weltweit. Bestimmte Branchen werden vorausgehen, dazu zählen solche, deren Mitarbeiter sehr gut ausgebildet sind und sich durch einen hohen Grad an Selbstmotivation und Eigenverantwortung in ihrer Arbeit von anderen abheben. 

 

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