There ist nur halb tot - Virtuelle Welt lebt weiter 
Metaversen News
Montag, den 31. Mai 2010 um 13:24 Uhr
There 
Startbildschirm Seit März ist es bekannt - auch deutschsprachige Blogger haben die News gefunden. There ist tot - so lautete die Schlagzeile. Mehr jedoch gilt es zu berichten, wenig tiefgründig geprüft waren die Blognachrichten.

Die Wahrheit ist vielschichtiger - There ist quasi neu aufgestellt und hat sich in das "Virtual World Web" eingegliedert. Die virtuelle Welt, die als ein großer Konkurrent zu Second Life galt, wurde nicht gänzlich eingestampft. Massive Änderungen gab es dennoch.
Virtual World Info klärt auf.

There - die virtuelle Welt

There hatte seit Anbeginn viele Fans. Im Gegensatz zu Second Life wartete es mit einer besseren Grafikengine auf und bot vielen Englischkundigen ein virtuelles Zuhause. Therebucks war das Zahlungsmittel des virtuellen Metaversums, welches 2003 gegründet worden war - im selben Jahr wie Konkurrent Second Life, hervorgegangen aus der sogenannten Zweiten Welle virtueller Welten (in den Mittneunzigern gab es die Erste Welle virtueller Umgebungen).

There AvatareIm Gegensatz zu Second Life hatte There ein anderes Zielklientel, mit einem breiteren Altersspektrum konnte es aufwarten und zudem den "Alltagsnutzer" gewinnen, der mit wenig technischem Verständnis gut virtuell leben konnte. Hemmschwelle und die Vielfalt war etwas weniger hoch angesetzt, was dazu führte, dass Second Life Residents lächelten, nicht ohne eine Träne im Auge. Fakt aber ist, dass There es schaffte, viele Nutzer zu überzeugen und für Jugendliche ebenso interessant war wie für ältere Semester. Technikbegeisterte und Kreative zogen jedoch Second Life wegen umfangreicherer Möglichkeiten vor, abgesehen von den Early Adopters, die der virtuellen Welt natürlich teilweise auch treu blieben.
Dessen ungeachtet konnte man There zusprechen, dass es Kreative anzog - auch wenn dort Eigenkreationen manuell geprüft wurden, bevor sie inworld stehen durften. Durch There wurden Wege aufgezeigt, die der Kreativität zusprachen, die dem interessierten und ungeübten Content-Creator Wege offen legte und Inspirationen verlieh. Second Life ist hingegen inhaltlich weit offener gelagert, was bedeutet dass auch die Inspiration weitestgehend vom Ersteller selbst ausgehen muss.
Buchautor und Professor Eric Caoili schrieb umfassendere Details zur Distanzierung Theres zu Second Life und stellt den Nutzen anhand einer Dreipunkte Liste auf WorldsInMotion besonders gut heraus.

Inhaber Makena Technologies schloss die virtuelle Welt zum 09.März 2010 und wird sich zukünftig auf seine bildungstechnischen Projekte konzentrieren. Theoretisch sind alle virtuelle Güter nun verloren und gelöscht - das ist aber nur die halbe Wahrheit. Auch wenn Makena sich mit der Ankündigung aus dem Metaversen-Geschäft entfernt hat, gingen There selbst und seine Inhalte nicht komplett verloren.

Makena zahlte alle bezahlten Mitgliedschaften und Guthaben bis zum 01. April an seine Residents und Mitglieder aus - abgesehen vom virtuellen Besitz ging also nichts verloren. Dessen ungeachtet betrachten Nutzer den Tod einer virtuellen Welt oftmals als gleichbedeutend mit dem Tod ihres Charakters und Avatars, ihres persönlichen Stellvertreters in der virtuellen Welt, mit dem sie sich in einer immersiven Umgebung besonders stark identifizieren können. Es kann die Nutzer jedoch auch stärker aneinander binden - während sie den Tatsachen ins Auge sehen müssen.

Avatar vor Coca-Cola Metropolitan Theater in ThereMonetarisierendes Klientel wurde mit virtuellen Städten wie denen von Bebe, Coca-Cola und K-Swiss erwirtschaftet - Business-Partnerschaften wie diese gestalten virales Marketing dreidimensional. Es reichte jedoch nicht aus, um das Fortbestehen Theres zu finanzieren, auch wenn der Anteil der Verkäufe virtueller Güter hinzuzurechnen war. In seiner Ankündigung zu Schließung Theres sagte Geschäftsführer Mike Wilson, dass die Nutzer durch die Rezession stark betroffen waren, er führt weiter die Gründe des Fazits aus:
"Trotzdem die Anzahl der Mitgliedschaften und die Anzahl der Residents weiter anstiegen, wurden abfallende Einkünfte verzeichnet, was in diesen ökonomischen Zeiten keine Überraschung ist. Wir können die Rezession nicht besiegen und mussten aufhören, Schecks auszuschreiben, um There noch am Leben zu erhalten. Wir konnten nichts weiter tun, um dies zu vermeiden - denn There ist ein Geschäft, und ein Geschäft, das sich nicht trägt, funktioniert nicht. Wir hatten vor der Rezession allen Grund, zu glauben, dass das Anwachsen Theres anhalten würde - wir waren unglaublich zuversichtlich und alle Indikatoren waren auf positives Wachstum ausgerichtet. Wie viele von euch wissen, war die Schließung eine langwierige, unter starkem Druck stehende und ultimative Debatte, die wir uns nicht leicht gemacht haben."

There New World - There 2

There New World Logo Utherverse ist die Firma hinter There New World. Es stellt eine weitere bzw. die nun primäre virtuelle Welt der Utherverse Digital Inc. dar, die in ihrem Virtual World Web bereits mehr als 5,7 Millionen Nutzer sieht. Nach There New World konnten die ThereBucks, das Zahlmittel Theres, transferiert werden - mit der Einschränkung, dass sie hier derzeit nicht in echtes Geld rückvergütet werden können, was bei There möglich gewesen war. In There New World heissen die virtuellen Münzen Rays.
Auch virtuelle Güter konnten vor der Schließung in There New World übernommen werden.

Voll integrierbare Webseiten preist das Virtual World Web an, welches von Utherverse bislang hauptsächlich betrieben worden war. Das Web2.0 als 3D-Adept direkt zu implementieren, ist eine besondere Herausforderung und wird beiweiten nicht von allen virtuellen Welten geschafft, die dies proklamieren. Ob dies Utherverse mit seiner neuen und primären virtuellen Welt There New World schafft, steht zu bezweifeln, denn es ist gleichsam ein Clientdownload erforderlich. Allerdings sollen separate Möglichkeiten vorhanden sein. Virtual World Info wird sich dies näher ansehen und in Kürze umfassend über das Metaversum berichten.

Utherverse generiert einen Quartalsumsatz von 10 Millionen US$, wobei eine 25%ige Zuwachsrate an Nutzern genannt wird. 600.000 Nutzer sind aktive Residents der virtuellen Welten, die gegen eine VIP-Mitgliedschaft Entwicklern und Firmen erweiterte Tools für Entwicklung und Design und Möglichkeiten der Lizensierung bieten. Der Installations-Client misst 11,5 MB und downloadet den eigentlichen Viewer zum ersten Start - dieser zählt 227,6 Megabyte.


Virtuelle Welten für Thereians mit Sonderangeboten

Auch andere virtuelle Welten hießen die There-User, die ehemaligen Thereians, willkommen. Linden Lab (Second Life) hatte zeitweilig eine Landing-Page eingerichtet, Metaversum (Twinity) stellte ein Welcome Package mit virtuellen Gütern zusammen. Active Worlds bot den ausgesetzten Avataren ein neues Zuhause, indem es ihnen eine sechsmonatige bezahlte Mitgliedschaft schenkte.
Ob und in welcher Art sich There-Freunde wieder gefunden haben, kann nur spekuliert, aber darf vermutet werden.

Link:
There Porträt auf Virtual World Info (09.07.2008)
 

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