Virtuelle Räume erobern die Welt, nun auch von Google! 
Metaversen News
Donnerstag, den 10. Juli 2008 um 11:56 Uhr
lively Die Newsmeldungen überschlugen sich, als Google am 09. Juli sein neustes Projekt Lively vorstellte:
  „Google startet ‚Lively’ - eine Antwort auf ‚Second Life'"¹

 

oder

„‚Lively’: Google greift ‚Second Life’ an”.²

Genauer betrachtet sieht Googles Einstieg ins dreidimensionale Web etwas nüchterner aus.

 

Lively ermöglicht das Erstellen eines Avatars und eines dreidimensionalen Raums aus vorgefertigten Bausteinen. Diese Räume können mit, ebenfalls vorgefertigten, Accessoires dekoriert werden. Eigenkreationen sollen in Zukunft allerdings möglich sein. In den eigenen oder öffentlichen Räumen kann man sich mit anderen (Occupants genannten) Lively-Nutzern treffen und chatten. Für ein wenig Interaktion sorgen dabei einige mitgelieferte Gesten.

An medialen Mitteln wird über Gadgets das Einbinden von (YouTube-)Videos, die Darstellung von (Picasa-) Bildern und das Verlinken auf (tatsächlich alle) Webseiten ermöglicht. Letzteres ist bei allen Inventar-Objekten möglich. Die virtuellen Räume können dann mit einem gespeicherten Vorschaubild via IFrame in Webseiten integriert werden.

Das war es dann auch schon an Möglichkeiten. Lively lässt sich also mit virtuellen Welten wie Second Life überhaupt nicht vergleichen und bildet daher auch keine Konkurrenz. Es gibt keine Übergänge zwischen den Räumen, Inhalte können vom User (noch) nicht generiert werden und es existiert (noch) kein Wirtschaftssystem. Ist alles also nur heiße Luft? Mitnichten, nur setzt die unsachliche Berichterstattung in vielen Medien falsche Akzente.

Lively lässt sich am ehesten mit Maquari, von der Karlsruher StageSpace AG oder IMVU, von der kalifornischen Firma IMVU Inc. vergleichen.

Es handelt sich um einen 3D Chatraum oder um einen virtuellen Konferenzraum. Während virtuelle Welten weiter daran arbeiten das zweidimensionale Web ins Web 3D zu holen, lassen sich 3D Chaträume ins zweidimensionale Web integrieren. So ist es bei Maquari recht einfach möglich seinen virtuellen Raum bei Myspace oder Facebook einzubinden, womit auch schon die Zielgruppe solcher Anwendungen gefunden wäre.

Lively-Räume lassen sich nicht nur in Facebook integrieren, es besteht auch die Möglichkeit den Zugang auf bestimmte Facebook-Nutzergruppen zu beschränken. Über personalisierte Werbung könnte Google den lukrativen Kreis seiner Produkte schließen. Das Potential ist riesig, denn auch deutsche studiVZler werden die ersten dreidimensionalen Web-Erfahrungen eher mit 3D Chaträumen sammeln, als in komplexen virtuellen Welten. Googles Popularität und die breite Akzeptanz seiner Produkte (Google-Konto, Picasa, YouTube, Sketchup, Google-Maps) könnte zu einer schnellen weltweiten Verbreitung führen. Da genau dieser Mix auch für die Erstellung und Verbreitung virtueller Welten erforderlich ist, könnten die überzogenen Schlagzeilen von heute schon morgen Realität werden.

Wenn künftig Content-Ersteller ihre Bekleidung über Google-Dollar an den Avatar bringen könnten wird sich zeigen, ob eine Interoperabilität zwischen verschiedenen virtuellen Welten viele Kleinanbieter hervorruft oder ob wenige Monopolisten das Rennen machen. Das Bezahlsystem wird auch für die Zukunft der virtuellen Welten mit entscheidend sein. Mit Google Checkout ist der Suchmaschinenbetreiber zumindest gewappnet. 

Von der jetzigen Diskussion werden jedoch alle virtuellen Welten und Räume profitieren, auch Second Life.

Weblink:

Lively 

Quellen:

¹derstandard.at

²diepresse.com 


 

Bitte Einloggen oder Registrieren um Kommentare zu schreiben.

Panorama 

Neue Artikel:
rss-005

Metaversen 

Neue Artikel:
VWI RSS

IT / Tech 

Neue Artikel:
VWI RSS

Second Life 

Neue Artikel:
rss-005

Mitmach-News 

Neue Artikel:
rss-005