Stars der Musikbranche entern Gaia Online 
Metaversen News
Sonntag, den 14. Dezember 2008 um 11:00 Uhr

08-0821-gaia-logoElvis lebt! Er wurde zuletzt als kleiner niedlicher Avatar, komplett mit weißem Anzug, Cape und blauen Wildlederschuhen in der virtuellen Welt von Gaia Online gesichtet. Dorthin hat es jetzt auch Justin Timberlake und Snoop Dogg verschlagen und es werden wohl noch weitere folgen. Mehr und mehr Stars aus Musik und Showbusiness entdecken die Marketingmöglichkeiten, die ihnen virtuelle Welten bieten.

Im Shop von Gaia Online können die Teenies sich nun mit Accessoires ihrer Lieblingsstars eindecken und ihre Avatare so stylen, dass sie aussehen wie Paris Hilton, denselben Hut wie Justin Timberlake tragen oder dieselben Deutschen Doggen Gassi führen wie der Rapper Snoop Dogg. Für Beträge, die zwischen 0,50US-$ und 5,00US-$ liegen, kann man Justin's Mikrofon, Elvis' Haare oder seine berühmten Blue Suede Shoes kaufen.

08-1214-gaia-stars-001Dahinter steckt die Firma Virtual Greats aus Los Angeles, die mit verschiedenen Größen aus dem Showbusiness beziehungsweise deren Agenturen exklusive Verträge zur Vermarktung in virtuellen Welten abgeschlossen hat. Die wenigsten Stars und deren Manager kennen sich in virtuellen Welten aus und genau da setzt Virtual Greats an. Die Managerin von Snoop Dogg, Contance Schwartz, hatte zum Beispiel überhaupt keine Ahnung von der Thematik, bis Virtual Greats auf sie zukam, ihr eine Woche lang die Welt von Gaia Online zeigte und sie schließlich davon überzeugte, hier eine ernstzunehmende Marketingmöglichkeit zu haben. Der Rapper Snoop Dogg gehört ohnehin zu den ersten Musikern, die Lizenzen für Klingeltöne und ähnliches vergaben, also konnte auch er leicht überzeugt werden - mit einer Einschränkung: Alle virtuellen Güter, die unter seinem Namen vermarktet werden würden, sollten authentisch sein und es sollten keine vollständigen Snoop-Avatare angeboten werden.  Die Gaia Online User können sich also mit Attributen ihrer Stars schmücken, es werden aber nicht plötzlich sechs Millionen identische Mini-Elvisse oder Mini-Snoop Doggs auf dem Grid von Gaia Online unterwegs sein.

Ähnlich sahen das auch die Leute von Elvis Presley Enterprises, die sich angesichts der über 5.000 verschiedenen Elvis-Produkte, die weltweit von etwa 250 Lizenznehmern verkauft werden, sagten: Warum nicht auch in virtuellen Welten? So haben die Elvis-Fans einfach noch mehr Möglichkeiten, die Liebe zu ihrem Idol zu pflegen. Und man erreicht eine wichtige Zielgruppe: die Jugend, für die das Besitzen eines oder mehrerer Avatare in virtuellen Welten wie Gaia Online mittlerweile hip und äußerst cool ist.

Wie es aussieht, boomen virtuelle Welten weiter um die Wette, unberührt von der weltweit um sich greifenden Rezession. Im Gegenteil: die Geschäfte laufen prächtig. Wie die New York Times kürzlich berichtete, belaufen sich die Verkaufszahlen für virtuelle Güter in Gaia Online auf monatlich über eine Million US-$ und für Dezember werde ein neuer Umsatzrekord erwartet. Auch andere virtuelle Welten wie IMVU konnten ein Umsatzwachstum von bis zu 20 Prozent seit September vorweisen.

08-1214-gaia-stars-002Wirtschaftsexperten glauben, weil die Menschen ihre realen Gürtel auf jeden Fall enger schnallen müssen, wollen sie zumindest in virtuellen Welten auf das gewisse Gefühl von Luxus und Ausdruck der Persönlichkeit nicht verzichten. Und es sind ja nur kleine Cent-Beträge, die sie dafür ausgeben müssen. Die gesamten Umsätze, die jährlich weltweit mit dem Verkauf virtueller Güter erzielt werden, schätzt die Branche auf etwa 1,5 Milliarden US-$. Interessanterweise stehen die Amerikaner dabei nicht mehr an der Spitze. Sie wurden von Tencent Holdings, einer chinesischen Internet-Media Agentur, auf den zweiten Platz verdrängt. Tencent Holdings verdient mit dem Handel und Verkauf virtueller Güter in Online-Spielen und vergleichbaren Applikationen jährlich mehrere hundert Millionen US-$. Virtuelle Güter haben eine Gewinnmarge von schätzungsweise 70 bis 90 Prozent, denn sie verursachen so gut wie keine Lagerkosten und können unendlich oft reproduziert und weiterverkauft werden. Wichtig ist da nur noch das Umsatzvolumen.

Firmen wie Virtual Greats arbeiten nun daran, ihren Marktanteil noch zu erweitern. So will Virtual Greats im kommenden Jahr in 30 virtuellen Welten mehr als 50 Künstler vertreten. Darüberhinaus will man auch ähnliche Lizenzverträge mit Sportstars und Luxusmarken wie Gucci oder Prada abschließen. Damit kommen sie nur der Nachfrage aus Gaia Online und anderen Welten nach, denn die Konsumenten geben nach ihren Erkenntnissen lieber mehr Geld für Markenprodukte aus als weniger Geld für vergleichbare Produkte, hinter denen kein großer Name steht. Auch durch das Limitieren bestimmter Artikel können sie die Preise und die Nachfrage noch weiter in die Höhe treiben, wie der kürzliche Verkauf eines bestimmten, regulär nicht mehr erhältlichen Gaia-Items bei Ebay für 6.000 US-$ beweist.

 

Weiterführende Links:

Gaia Online

Gaia Online Shop

Virtual Greats Website

Bilder von Gaia Online

 

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