Die Götter müssten Avatare sein - wie Ägypten nach Second Life kam 
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Montag, den 22. Dezember 2008 um 14:35 Uhr
08-1220_egypt1Das so genannte "Tal der Könige" liegt im ägyptischen Theben West unweit des heutigen Luxor am Westufer des Nils. Dies galt bislang für Touristen als  Höhepunkt eines Ägyptenbesuches.
 
Nun entstand ein Teil des Tals als authentischer Nachbau in Second Life auf der Gilgo Beach Sim. Die Initiatoren und Teil des Erbauerteams Jachmes Masala und Nebkheperura Lykin sind studierte Ägyptologen und unterrichten dieses Fach sowohl in Universitäten des ersten Lebens, als auch in Kursen des Second Life.
 
Einen hohen Anspruch haben sie sich gesetzt, denn Sims, die Ägypten thematisieren, gibt es in der zweiten Welt zur Genüge, weiß auch Jachmes Masala:
"Es gibt vieles in Second Life, das Ägypten als Beiwerk zeigt. Wenn so manches auch schön ist, fehlt der Anspruch auf Detailgenauigkeit, den wir hier umsetzen". 
So entstand ein Projekt der besonderen Art und ist noch weiter in Entstehung begriffen - ein archäologisches Freilichtmuseum.
 
08-1220_egypt2Archäologie zum Anfassen
Wie auch im realen Leben wird der Ort durch den Nil getrennt. Im Westen das Tal der Könige, gleich bedeutend mit dem  Totenreich des Alten Ägypten. Am gegenüber liegenden Ufer dagegen übernimmt das Alltagsleben die Vorherrschaft.
Ob Priesterkult oder  die Geschäfte auf dem Bazar, all dies findet sich im Ostteil der Sim.  
 
"Diese Trennung fand auch, wie man an den heutigen Monumenten sehen kann, in der ägyptischen Antike statt. Die Gräber waren im Westen und die Alltagsstätten auf der Ostseite des Nils."
Man sieht der Insel an, dass sich nicht nur die Erbauer Mühe gaben, sondern auch noch viel mehr dahinter steckt als ein paar geformte Prims. "Wir zeigen hier eine Umwelt , die es zu entdecken zu erforschen gilt," so Jachmes Masala. Neben der Statue eines Schreibers, der zukünftig Notecards mit Informationen  verteilen soll, geht ein Gang in die Tiefe. Das Grab Tut Ench Amuns
 
08-1220_egypt3 Wissen konserviert
Um das Grab herum Felsen und Geröll, der Aufbau einer weiteren, zukünftigen Grabkammer und ein kleiner Gebäudekomplex, der die Mumifizierung beschreibt. Wer  neben dem wohligen Gefühl, interessante Informationen aufgenommen zu haben, auch noch auf leichtes Sträuben der Nackenhaare steht, sollte sich von Jachmes Masala auf jeden Fall einen Crashkurs in Sachen Mumifizierung geben lassen.  
 
Lebendige Illustrationen
Was auffällt, sind die Figuren die überall stehen. Und es hat nichts mit Primsparen zu tun, dass keine  3D Prim-Avatare aufgebaut wurden:
"Diese  Figuren sollen illustrieren, wie die Menschen damals gelebt haben und sind exakte Nachzeichnungen aus realen Gräbern, so wie man sie vorgefunden hat. Für die Ägypter  war das Jenseits ein Spiegel ihres  Diesseits. Man  wollte weiterleben und nahm daher seine Welt mit."
So wurden Wandmalereien auf eine sehr ansprechende Weise in das Gesamtbild der Sim integriert und veranschaulichen Leben und Sterben im Alten Ägypten.
Dennoch hoffen die Builder auch  auf wachsenden Zuspruch  von Archäologie–Interessierten. Weniger im Sinne von Rollenspielen als eher der experimentellen Archäologie wünschen sich die Beiden mehr Leute, die gerne am Leben zur Zeit der Pharaonen teil nehmen möchten.  Möglichkeiten gibt es viele. Ob als Priester, Schreiber, Bauern oder sogar Pharaonen. Eine Sim lebt auch durch ihre Bewohner.

Shoppen wie die Pharaonen
"Auf dem ortsansässigen Bazar soll in Zukunft auch weiter vermietet werden. Am liebsten an Hersteller von Artikeln, die auch zeitlich auf dese Sim passen."
Die Sim Ownerin Humperdinka Bade, die mit dieser Sim eine Art Kulturmanagement betreibt und die Archäologen mehr oder weniger schalten und walten lässt, will auch den zu erwartenden Traffic nutzen. Für Anbieter, die  einen Shop betreiben wollen, der nicht so  ganz ins Alte-Ägypten-Bild passt, soll es eine extra Ebene geben, wissen die Archäologen. Auf diese Weise kann jeder auf seine Art von den Touristen profitieren und damit zumindest anteilig auch die Sim finanziert werden.

08-1220_egypt4 Kulturtourimus
Auf  Gilgo Beach gibt es regelmäßige Führungen mit fundiertem Hintergrund. Nicht nur archäologiebegeisterte sind jederzeit willkommen. Auch Personen, die bereit sind, sich von einer jahrtausende alten  Kultur  in ihren Bann ziehen lassen, sind gern gesehen. Denn man merkt sofort, dass Archäologie nicht nur angestaubte  Mumien hinter Panzerglas sein müssen.
Archäologie kann auch unterhaltsam sein. Und so ist die Sim selbst ständigem Wandel unterworfen. Allein schon dadurch, dass sie weniger ein angestaubtes Museum sein soll, als vielmehr der Machart eine archäologischen Ausgrabungsstätte entspricht, deren Besuch auch nur eine Momentaufnahme, die ständig im Bau- bzw. Freilegungsprozess begriffen
ist.

Bei  Fragen zu Baumaßnahmen, Vermietungen oder Führungen ist es am sinnvollsten, Jachmes Masala oder Nebkheperura Lykin anzuschreiben. Grundsätzlich jedoch sind weitere, regelmäßige Führungen alle 14 Tage geplant.
  
Links:
(Second Life SLurls):

 
Bildquelle:
 
 

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