Interessante Gruppen in Second Life: Der Triathlon-Club in Kona 
Events & Places
Mittwoch, den 04. März 2009 um 18:00 Uhr

Triathlon in SLDer Triathlet in dir ist nur einen Mausklick weit entfernt, und Second Life macht dieses Wunder möglich. Diese schlichte Wahrheit entdeckte Gaffer Strom bei einem seiner letzten Streifzüge durch die bunte Landschaft von SL, nachdem er zufällig im Eventkalender entdeckt hatte, dass der SL-Triathlon-Club in Kona am 1. März sein zweijähriges Bestehen feierte. Wie?  Natürlich mit einem zünftigen Triathlon, der aber von den Veranstaltern, Suzy und Wolfgang Spaatz, aus Zeitgründen verkürzt und somit nur als „Duathlon“ durchgeführt wurde. Das heißt, man ließ das Schwimmen einfach wegfallen, denn man wollte ja fit bleiben für die anschließende Geburtstagsparty.

Faszination Triathlon

Ja, irgendwie haben sie mich immer fasziniert, diese Iron Men und Iron Women (nicht zu verwechseln mit Iron Maiden, denn das war ja nur der Name einer englischen Heavy Metal-Gruppe aus den 70er Jahren, die mit diesem kombinierten Ausdauerport aus Schwimmen, Radfahren und Marathonlauf hier nicht das Geringste zu tun hat). Triathlon dagegen ist extremster Leistungssport, und Menschen, die so etwas freiwillig auf sich nehmen, sind außergewöhnlich nicht nur wegen ihrer Ausdauer, sondern auch wegen ihrer Fähigkeit zur Selbst-Motivation und der Fähigkeit, auch unter hohem Stress nicht aufzugeben. So etwas interessiert mich.


Zögernde Wiederannäherung an den alten Lieblingssport „Langlauf“

Virtual TriathlonWahrscheinlich war es ein Egotrip, damals die langen Strecken zu laufen. Wahrscheinlich wollte ich den Kopf klar kriegen, den Körper austesten, ich weiß es nicht mehr genau, es ist zu lange her. Im Grunde war ich ja schon als Läufer unterwegs, als man diesen Sport noch als Langlauf oder „Waldlauf“ bezeichnet hat. Aber es hat richtig Spaß gemacht damals, mal eben in 17 oder 18 Minuten kurz die vier komma zwei Kilometer Bergstrecke rund um den Trimmpfad im Hegnacher Wald zu rennen. Zusammen mit den jugoslawischen Freunden. Sie hatten sportlich echt was drauf, meine Lauffreunde von damals. Früher in der Heimat noch aktiv in der Handballmannschaft von Partizan Belgrad, dann als Gastarbeiter in Deutschland, und so traf man sich dann halt im Betriebssport des SG Stern (Daimler) und auf dem Trimmpfad.  Ja, Trimmpfad nannte mal das in diesen Zeiten. Und ja, auch Jugoslawien hieß das damals noch. Meine Güte, ist das lange her! Später wurde mir die Lust am Laufen dann immer mehr zur Pflichtübung, das heißt zum Kampf gegen die leidigen Pfunde. Noch später kamen Verschleißerscheinungen wie Sehnen- und Knieprobleme dazu. Und heute mache ich eben Walking. Nicht ganz den Nordic-Stil, eher ein gemäßigtes mitteleuropäisches Walking mit meiner Frau zusammen. Aber irgendwo, ganz hinten im Kopf versteckt, beschäftigt es mich immer noch, das Faszinosum Langlauf und Ausdauersport.


Die raue Wirklichkeit, oder: „Laufen muss man lernen“

Entsprechend gespannt betrete ich die Sportanlage in Kona, wo der SL-Triathlonclub von Suzy und Wolfgang Spaatz beheimatet ist. Ein hübsches Fleckchen Erde mit Palmen und direkt am Meer gelegen. Es ist ein internationaler „globaler“ Triathlonclub und man spricht englisch miteinander. Obwohl - habe ich da nicht gerade ein paar französische Sätze gehört? Es ist schon so: der Sport und die Leichtathletik verbindet diese internationale Clique hier. Wolfgang schickt mich gleich zu seiner Frau Suzy rüber und diese beantwortet mir meine Fragen freundlicherweise auf deutsch und schiebt mir auch gleich den Gruppenkodex und eine Menge an Infokarten über den Tisch, sehr aufmerksam. Aber Formulare kann ich auch später ausfüllen, also erst mal nichts wie rüber zur Laufbahn, wo sich bereits mehrere Triathleten an Start und Ziel gruppieren.


Der Laufwettbewerb ist bereits in vollem Gange, und praktischerweise führt so etwas wie eine 400-m-Bahn um die ganze Sportanlage herum, in deren Zentrum das großzügige „Gym“ mit Sportstudio, Massageräumen und Büros liegt, direkt daneben ist ein Pool in einem kleinen Park. Geschwommen wird wie beim Triathlon üblich ein paar Kilometer im Meer, das direkt hinter dem Grundstück der Spaatzens beginnt.


After Triathlon PartyManche der SL-Athleten sitzen noch auf dem Rennrad, offenbar Nachzügler, verspätet von der Radstrecke hier im Stadion angekommen. Man läuft die Strecke eins gegen eins, paarweise gegeneinander, wobei echte Zeiten genommen werden, aber sinnvollerweise ist die Marathonstrecke im SL verkürzt auf eine einzige Stadionrunde, also können alle gegeneinander antreten. Ich lasse mich von der lockeren Atmosphäre vor Ort verführen und melde mich beim Lauf an. Das wäre doch gelacht, wenn ich das nicht mehr könnte. Aber oh Gott – das Laufen als Avatar ist schwieriger als gedacht. Natürlich fummle ich zuviel herum, um die Funktion „immer rennen“ zu finden, und so liege ich gleich nach dem Start hinter meinem Gegner. Ich bin völlig untrainiert und laufe Zickzack über die Bahn.  Besonderes Geschick braucht es in den Kurven, die für meinen Geschmack als Anfänger sehr eng sind, und wenn man nicht aufpasst, fliegt man dort aus der Bahn. Schließlich schaffe ich’s noch über die Ziellinie und werde letzter, war nicht anders zu erwarten. Großes mehrsprachiges Hallo dann bei der Siegerehrung (mit Foto für die Presse und für Flickr), dann geht’s ab zur Party, denn schließlich ist das zweijährige Bestehen dieses SL-Triathlonclubs zu feiern. Bestimmt fünfundzwanzig Besucher drängeln sich bald auf der Tanzfläche.


Rundgang im Sportpark der Spaatzens

Suzy und Wolfgang haben mit ihren Gästen zu tun, also schaue ich mich auf dem Gelände um. Über 550 Mitglieder haben sich in den letzten 2 Jahren in diesen SL-Club eingeschrieben, sie kommen aus aller Welt. Mit der Clubmitgliedschaft wird man sofort zum SL-Triathleten. Suzy und Wolfgang sind Briten, auch in RL ein Ehepaar, und dort ebenfalls Triathlon-Trainer. Wolfgang ist darüber hinaus auch in RL ein Ironman-Triathlet, das ist dieser superharte Triathlon-Wettbewerb, der einmal jährlich in Hawaii stattfindet. Dort tritt die Weltklasse gegeneinander an. Entsprechend beeindruckend sind Wolfgangs Zeiten: 1:33 über die Halbmarathondistanz und 12:40 über die volle Ironman-Strecke. Mir bleibt die Spucke weg. Das ist ja mehr als ein 8-Stundentag mit fast 5 Überstunden, und das im Wasser, auf dem Rennrad, und zum Schluss auf die Marathonstrecke. Insgesamt 14 Athleten haben ihre RL-Laufzeiten dort an der „Wall of  Fame“ eingetragen. Für mich sind das wahre Fabelzeiten, völlig unerreichbar für einen Freitzeitsportler.


Spinning ClassesSpinning classes: Avatare und die realen Menschen zuhause fahren das gleiche Übungsprogramm parallel. Suzy scheint dagegen von den beiden eher die Geschäftsfrau zu sein. Regelmäßig dienstags und donnerstags führt sie in ihrem SL-Sportstudio in Kona ihre sogenannten „spinning classes“ für Avatare durch, das ist ein vom SL-Übungsleiter angeleitetes Training, wo SL und RL nahezu völlig ineinander übergehen. Dabei sitzen die Instruktorin und ihre Avatar-Klasse auf Fahrrad-Heimtrainern im SL-Studio („Turbotrainer“) und spulen unter ihrer Anleitung gemeinsam ihr Trainingsprogramm ab. Der Witz dabei ist der, dass gleichzeitig überall auf der Welt reale Menschen ebenfalls auf ihren realen Heimtrainern sitzen, mit Blick auf den den Laptop vor sich, und das Übungsprogramm ihres Avatars real mitfahren, und zwar so, dass hinterher ganz real die Oberschenkel schmerzen (nicht vergessen, es nennt sich ein Triathlon-Training). Entspannen kann sich der Avatar später bei Massage, Tai Chi, und Yoga.


Die Ausrüstung

Sport EquipmentAlles, was man für diesen Sport braucht, kann man bei Suzy Spaatz kaufen. Ein Programm, das deinem Avatar vier Schwimmstile beibringt, kostet nur 200 Linden, den Thermo-Schwimmanzug  (braucht man im Meer, um nicht auszukühlen) gibt es für 30 Linden, das Triathlon-Bike mit hinten verkleideten Speichen für schlappe 100 Linden, dazu noch ein fesches Biker Renntrikot und Handschuhe für 40 Linden. Zum gleichen Betrag gibt’s dann noch die Nike Laufschuhe für die abschließende 42-km-Strecke.


Ein guter Platz für einen tollen SL-Aktivurlaub


550 aktive Mitglieder weltweit hat der Club, und das spricht dafür, dass hier etwas geboten wird. Für diejenigen, die nicht nur einmal kurz, sondern auch für einen längeren Zeitraum an den Spinning Classes mittrainieren und an sonstigen Sportmeetings teilnehmen wollen, hat die geschäftstüchtige Suzy noch etwas Besonderes parat: Sie vermietet Ferienhäuser und Ferienwohnungen in schönen Strandlagen von Kona, und das kostet je nach Ausstattung und Größe zwischen 2000 und 8000 Linden Dollars pro Monat. Dafür hat man dann aber auch alles, den Sport, die Gesellschaft von Gleichgesinnten und den herrlichen Blick über Strand und Palmen, und wenn man Fantasie genug hat, kann man sich einbilden, man wäre auf Honolulu, Hawaii, am  Waikiki Beach, und würde über den langen Sandstrand hinüberschauen bis zu dem Punkt, wo Strand und Meer ineinander verschwimmen und sich der Diamond Head Crater aus dem Wasser erhebt.

SLurl - Triathlon-Club Kona

Bildquelle: flickr.com - Fotostream Suzy Spaatz

 

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