Neujahrsgrüße und Prognosen von Linden Lab CEO Mark Kingdon 
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Samstag, den 09. Januar 2010 um 12:56 Uhr
Mark Kingdon - CEO Linden LabIm Second Life Blog hat der CEO von Second Life, Mark Kingdon, unter seinem Avatarnamen M Linden zum Jahreswechsel einen Rückblick und einen aufschlussreichen Ausblick versucht: Happy New Year! Looking Back... Looking Ahead.

Auf seiner Agenda 2010 steht demnach eine neue Viewer-Generation, der Viewer 2.0, der mit neuen Tools das Inworld-Geschehen bezogen auf Linden Labs Schlüsselmärkte bereichern soll. So sollen unter anderem Zahlungsmöglichkeiten erweitert werden.

Eine neue nutzerbasierte Suche soll das Auffinden von Orten und Gütern erleichtern. Das Aufinden von Nutzern mit gleichen Interessen soll ebenso, offensichtlich anhand ihrer Gewohnheiten, erleichtert werden.

Ein aufgemöbeltes Community Gateway Programm mit neuen Zugangswegen soll neuen Nutzern ermöglichen, sich leichter in Second Life zurecht zu finden und die Eingewöhnungszeit verkürzen.

Einen gewissermaßen geradezu revolutionären Umbruch in der Philosophie von Second Life wird die angekündigte Möglichkeit darstellen, zukünftig zwischen vorgeschlagenen Avartarnamen und seinem realen Namen auwählen zu können.

Waren in letzter Zeit schon die Bestrebungen erkennbar, aus Second Life eine mehr und mehr auf wirtschaftlichen Erfolg der Firma Linden Lab ausgerichtete virtuelle Welt zu machen, wird dieses einmal mehr in den geschilderten Planungen erkennbar. Der Verkauf von virtuellen Gütern soll wohl grundlegend umgestaltet werden. So wird speziell handeltreibenden Nutzern ein überarbeites Inhaltsmanagement sowie ein neuer Schutzmechanismus inklusive eines neuen Viewers in Aussicht gestellt.

Kingdon kündigt ferner an, den Gedanken auf die Ausrichtung auf Open Source Entwicklungen zu erneuern.

Die technische Plattform von Second Life soll ebenfalls bereichert werden. Nach der Umstellung der Linden Lab eigenen Sciptsprache LSL auf das schnellere Mono im Jahre 2008 sollen nun auch weitere Scriptsprachen Einzug halten. Kingdon nennt dabei die Scriptsprache "C#". Mit den neuen Anwendungsmöglichkeiten und dem Angebot erweiterter Funktionalität will Linden Lab neue innovative Entwickler interessieren, den Konsumenten bisher nicht da gewesene kreative Angebote zur Verfügung zu stellen.

Natürlich wird nicht verschwiegen, dass an der teilweise die Nutzer frustrierenden Stabilität wie Lag und Inventarstabilität weiter gearbeitet werden muss. Das Datencenter soll ausgeweitet werden, ebenso soll die Netzwerkinfrastruktur auf Europa erweitert werden.


Lesen im Kaffeesatz - die fernere Zukunft

Mark Kindon wagt in seiner Neujahrsansprache auch einen Ausblick auf die kommenden 10 Jahre. Nach der Ansicht des Linden Lab Geschäftsführers wird jeder Mensch in zehn Jahren über einen Avatar verfügen, mit dem er durch die verschiedenen virtuellen Welten reisen kann. Einige werden Fantasie-Wesen sein, andere Avatare werden "hyper-real" sein. Second Life wird in hoher Auflösung ("high definition") reale und virtuelle Welten miteinander vermischen.

Ähnlich wie seinerzeit der visionäre Gründer von Second Life, Philip Rosedale, versucht sich Mark Kingdon in Träumereien:
"Du beugst dich herunter, um eine Rose zu riechen, und tatsächlich, du riechst eine Rose."
Die Wände des Büros würden ein Portal ins Metaversum eröffnen. Kingdom träumt davon, einen Esstisch in einem realen Geschäft mit dem Mobiltelefon einzuscannen, ihn im Second Life-Domizil aufploppen zu lassen und die Freunde können mit entscheiden, ob der Tisch gekauft wird oder nicht. Ein paar Klicks später wird der Tisch im realen Geschäft gekauft.

Die Second Life-Ökonomie mit stabilem Linden Dollar werde zu einem nennenswerten Bestandteil der weltweiten Marktwirtschaft.

Second Life wird Standard in der Wirtschaft, Bildung und in der Verwaltung. Firmen aller Größen nutzen bevorzugt Second Life für die Zusammenarbeit, Universitäten tummeln sich in der virtuellen Welt und Verwaltungen offerieren ihren Bürgerservice, so Kingdon.


Second Life verliert seine Unschuld

Die Konkurrenz schläft nicht. Andere virtuelle 3D-Welten wie Blue Mars schicken sich an, mit gewissem Potential eine ernsthafte Konkurrenz zu werden. Das deutsche Twinity mit eher Real-Bezug des Avatars zum realen Ego versucht mit 3D-Kopien von Berlin, London und Singapur im weltweiten Netz in die Gänge zu kommen. Was jetzt noch mehr oder weniger in den Startlöchern ist, wird sich weiter entwickeln. Neue Anbieter werden hinzu kommen.

Working Worlds pressroom @ Second Life So ist also wieder Innovation gefragt und auch angezeigt, wie sie Kingdon angekündigt hat. Vom Werbeslogan, Your World – Your Imagination hat sich Linden Lab schon vor geraumer Zeit verabschiedet. Second Life will an den Umsätzen nutzerkreierter Inhalte wie virtuelle Kleidung, Häuser und anderen Gegenständen finanziell beteiligt werden, wie vorher überlegt wurde.

Welche Folgen wird es auf das Zweite Leben haben, wenn sich User zukünftig auch mit ihrem Realnamen anmelden können? In seinen Auswirkungen ist das kaum vorherzusagen.
Bedeutet das den Abschied von fundamentalen Voraussetzungen der Idee von Second Life, wie im Blog New World Notes vom 4. Januar vermutet wird? Für den Blog Autor ist eine Integration in Facebook eine wesentliche Voraussetzung für das Wachstum von Second Life. Und prompt berichtet auch der Alphaville Herald am 8. Januar, dass Facebook wieder eine Welle von Löschungen diverser Second Life Avatar-Accounts begonnen hat. Andererseits ist es auch ein logischer Schritt, wenn Second Life real existierende Firmen und Institutionen in Second Life locken will, beispielsweise zu Geschäftskonferenzen.

So erhält wohl eine Diskussion neue Nahrung: Augmentation vs. Immersion, also das Aufeinanderprallen zweier "Lebensphilosophien" in virtuellen 3D-Welten, bei denen die eine Gruppe ihr virtuelles Leben mit dem Realen zu verknüpfen versucht, während die andere eine möglichst strikte Trennung der beiden Sphären forciert (siehe dazu auch unsere Artikelserie Augmentation und Immersion).


Zur Neujahrsansprache Mark Kingdon: Happy New Year!  Looking Back...Looking Ahead.
 

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