5 Fragen an: Silvio Remus 
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Sonntag, den 24. Januar 2010 um 10:00 Uhr
Silvio Interflug - das virtuelle Alter egoWieder einmal haben wir in Berlin, der heimlichen europäischen Hauptstadt des Web3D, unseren nächsten Gesprächspartner gefunden: Silvio Remus, vielen besser bekannt als Silvio Interflug.

Natürlich führt er ein "reales Leben", ist privat gern mit dem Rad in Berlins Umgebung unterwegs oder genießt das aufregende Nachtleben der deutschen Hauptstadt. Doch beruflich dreht sich bei Silvio Remus alles um Internet, Web3D & Co. Als Betreiber von SLinside.com, einer der größten deutschen Communities rund um Second Life und freiberuflicher Mitarbeiter bei der Second Interest AG hat sich der 31jährige Wahlberliner einen Ruf als gefragter Experte für Web3D, virtuelle Welten und Social Media erarbeitet.

Sein neuestes Projekt, avameet.com, steht schon in den Startlöchern. VWI hat die Ruhe vor dem Sturm genutzt und mit Silvio Remus über sein Lampenfieber vor dem Start von avameet.com, seine Beziehung zur SL-Community und eine Welt ohne Second Life gesprochen.

VWI: Silvio, gerade bist Du dabei, nach SLinside Dein zweites großes Projekt zum Thema Web3D an den offiziellen Start zu bringen – avameet.com. Erste Medienberichte und Diskussionen im Forum von SLinside zeigen: Interesse ist da, Skepsis aber auch. Nervös?

avameet.comRemus: Ja, das "große Projekt" beschreibt es am besten. Nervös bin ich aber nicht. Das Feedback ist sehr positiv, es kommt viel Neugier, fast schon Ungeduld von den SLinside Usern herüber. Und es gibt ein starkes Interesse in der Öffentlichkeit.

Nervös bin ich auch aufgrund der Entwicklung der virtuellen Welten und deren Bedeutung für das gesamte zukünftige Mediennutzungsverhalten nicht. Wir sind, wenn man es vergleichen mag, mit virtuellen Welten heute auf dem Stand des Internet Mitte der 90er Jahre. Es werden mehr Plattformen werden, auf welchen immer mehr Menschen immer mehr Zeit verbringen. Diese werden vor allem offener und besser mit dem Internet, wie wir es jetzt schon kennen, zusammenwachsen müssen, wenn sie auf Dauer eine relevante Rolle spielen möchten.

Schon beim Launch werden einige bereits heute schon browserbasierende virtuelle Welten, direkt in avameet.com nutzbar sein, mit dem Vorteil, dass der User nur einen Klick von seinen Freunden (selbst wenn diese in einer anderen virtuellen Welt aktiv sind), Vermarktungsmöglichkeiten für seine Produkte und Services, oder dem avameet Virtual World Wiki, als erste größere virtuelle Welten übergreifende Wissens-Ressource, entfernt ist.

Unsere Mission ist, avameet zum "virtual worlds' hub" zu machen, also zum Mittelpunkt aller virtueller Welten, ihrer Nutzer und Projekte. Wie mein Co-Founder Matthias es zu beschreiben pflegt, laufen im "hub", der Nabe des sich bewegenden Rades, alle Speichen - die virtuellen Welten zusammen, hier werden sie vereint. Und zugleich ist der Hub auch der Ausgangspunkt für die User, in alle Richtungen neue virtuelle Welten zu entdecken.

Avameet hat eine verbindende Funktion im vielfältigen Universum der virtuellen Welten, es ist der ruhende Pol einer dynamischen Umwelt.

VWI: Mit avameet.com sollen User aller virtuellen Welten auf internationaler Ebene verbunden werden. Dieser Anspruch allein macht es schon zu einem Unternehmen gigantischen Ausmaßes. Wer steht dabei an Deiner Seite/unterstützt Dich?

Remus: Es ist eine gigantische Aufgabe, eine zweisprachige möglichst Virtual-World-übergreifende Community-, Handels- und Wissensplattform aufzubauen. Nicht nur die technische Seite ist dabei wichtig und komplex, sondern vor allem die Nutzerfreundlichkeit, wenn avameet.com ein hilfreiches Tool und eine Schnittstelle für Nutzer virtueller Welten werden soll.

Zur Seite steht mir natürlich das Team und zum anderen, wie erwähnt viele Helfer, die bereits jetzt schon viel im Background leisten und wichtigen Input einbringen, auf technischer Seite helfen, Problematiken aufzeigen und natürlich in Sachen Internationalisierung und Marketing aktiv Strukturen und Ideen aufbauen.

Es wird in Zukunft gerade für Helfer, die nicht im offiziellen avameet.com Team sind, eine Art Council geben, quasi einen Rat und eine aktive Schnittstelle zwischen dem avameet Team und der Community. Wir wollen so sicherstellen, dass wir avameet.com nach den User-Interessen auf- und ausbauen und dass wir schneller Trends aus den virtuellen Welten selbst mitbekommen.

VWI: Bleibt Dir bei all der Arbeit rund um SLinside, avameet.com und Co. noch Zeit, selbst die Welt von Second Life als „Privatmann“ zu genießen? Was stellt Dein Luchs-Avatar dort am liebsten an?

Silvio RemusRemus: Das ist natürlich schon weniger gewurden, dennoch bin ich aktiver Teilnehmer der SLinside Community und hier finde ich auch viel Motivation, Ideen und Antrieb in den Dingen, die die User in und um SL machen, ob es Filme sind, fantastische Projekte oder tolle Events. Das motiviert mich ungemein und zeigt, dass wir SLinside in den vergangenen 3 Jahren auf einen richtigen Kurs gebracht haben, als freie und offene Plattform für alle. Wenn ich mit meinem Luchs-Avatar einlogge, so geschieht das meist, weil ich es genieße, viele nette Menschen hinter dem Avatar dort anzutreffen, ein bisschen Smalltalk nach einem stressigen Tag zu machen, natürlich auch für Events und oft auch einfach zum Hören eines Musikstreams.
Was viel zu kurz gekommen ist, ist das Bauen in SL. Ich habe von so einem Tool wie SL schon seit meiner Kindheit und meinen ersten Schritten im Internet geträumt und meine ersten Pläne 2006 waren, Dinge zu bauen, vorwiegend im Bereich Architektur hatte ich da großes Interesse. Ich werde mir die Zeit hierfür sicherlich in den nächsten Jahren wieder mal nehmen und mir diverse Tools und Programme anschauen.

VWI: Dein berufliches Leben dreht sich mittlerweile komplett um Web3D, virtuelle Welten und Internet. Hätte es innovative Firmen wie Linden Lab und die Entwicklung von Web3D und virtuellen Welten nicht gegeben, was würde Silvio Remus heute tun?

Remus: Ohne SL wäre ich in meiner Branche, in der ich am längsten tätig war, dem E-Commerce und dem Onlinemarketing, hängengeblieben. Aber gerade meine Erfahrungen in diesen Branchen kamen bisher auch SLinside zugute und werden in avameet zum Beispiel für den Bereich der Handelsplattform und Vermarktungstools für Händler, Dienstleister und natürlich Käufer aus virtuellen Welten, noch mehr von Nutzen sein.

Ohne SL hätte ich wahrscheinlich auch nicht den Schritt aus der Sachsen-Anhaltinischen Provinz nach Berlin gewagt, welches sich immer mehr zu einem europäischen Zentrum für Web 3D und virtuelle Welten in Europa entwickelt.

VWI: Unsere obligatorische Schlussfrage: Welche drei  Wünsche würdest Du Dir gern von einer (Pixel)Fee in Second Life erfüllen lassen?

Remus: Für mich persönlich fällt mir jetzt nichts ein, ich bin ganz zufrieden mit SL im Moment. Insgesamt wünsche ich mir Dinge, die, wie ich glaube, für SL und die Community in Zukunft sehr wichtig sein werden. Bessere Nutzerfreundlichkeit ist ein Thema und da wird vieles bald geschehen, soweit ich das von Linden Lab weiß. Dann ist meiner Meinung nach der Schritt zum browserbasierenden SL nötig, um es wirklich zu einem massentauglichen Produkt zu machen. Erst wenn jeder seine virtuelle Location, sein virtuelles Entertainment Angebot, seinen Store im Web mehr Menschen zeigen, mit anderen teilen und dabei alle Vorzüge von Social Media nutzen kann, dann wird Second Life zu einem grundlegenden Tool im WWW, wie heute etwa Google.
VWI: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für avameet.com!


"Man sollte virtuelle Welten in der Öffentlichkeit nicht mehr als Ersatz des realen Lebens ansehen, sondern als Erweiterung desen, mit gigantischen Möglichkeiten für das soziale Miteinander, Kreativität, Produktivität und natürlich auch fürs Business."
Silvio Remus


Links:

SLinside.com
avameet.com

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