Das zweite Leben des Enrico A. Kern 
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Montag, den 26. April 2010 um 09:00 Uhr
Enrico A. Kern / Brunello BurnsEnrico A. Kern war schon immer ein echter Hans-Dampf-in-allen-Gassen. Immer auf dem Sprung, immer auf der Suche, vielseitig interessiert, ebenso vielseitig begabt, ausgestattet mit umfangreicher beruflicher und persönlicher Erfahrung und erfüllt von Neugierde und Lebensfreude. All das spiegelt sich auch in seinem SL-Avatar wieder: Brunello Burns.

Er entdeckte die Welt von Second Life wie so viele andere zu jener Zeit, als der Hype um diese virtuelle Welt in Deutschland so richtig losbrach: Durch einen Fernsehbericht des WDR wurde er aufmerksam.

Als ohnehin begeisterter Computerspieler wollte er dieses neuartige "Spiel" ausprobieren und fand sehr schnell heraus, was Second Life wirklich war: Kein Spiel, sondern eine Welt, die er selbst gestalten konnte und in der er keinen seelenlosen Computerspielfiguren begegnete, sondern echten Menschen mit echten Gefühlen und kreativen Ideen. Als Brunello Burns entdeckte Enrico diese faszinierende Welt und fand dort mehr als nur ein weiteres interessantes Hobby.

Eine Persönlichkeit mit vielen Facetten

Das Leben ist Scheiße!Die Frage nach Enrico A. Kerns beruflichem Werdegang lässt sich nicht so leicht beantworten, denn wie soll man Erfahrungen in gut 15 verschiedenen Berufszweigen zusammenfassen? Es begann mit einer Hotellehre und vielen Jahren Praxis in der internationalen Hotellerie, wo er den weiten Weg vom Kofferträger zum Eventmanager ging. Doch das allein füllte ihn nicht aus. Da war doch mehr dran am Leben. Und so versuchte Kern sich erfolgreich als Motivationstrainer, als Ausbilder von Ferienclub-Animateuren, gab eine Fachzeitschrift mit mehr als 10.000 Lesern europaweit heraus, arbeitete im Marketing, als Pressereferent, als Vertriebsprofi und und und...

Seine Erfahrung als Meditationslehrer und Motivationstrainer ließ er schließlich auch in ein Buch einfließen, das 2003 erschien: Das Leben ist Scheiße - Ein unbarmherziges Lebens-Hilfe-Buch. Er sei übrigens auch am Aufbau des Mautstellennetzes für die LKW-Maut in Deutschland beteiligt gewesen, erklärte er gegenüber VWI. Ach ja, ein Leben als Ehemann und Vater führt er auch noch. Wir haben sicher etwas vergessen, wollen es aber bei dieser Auflistung belassen, macht es doch bereits mehr als deutlich, dass die Bezeichnung "vielseitig" noch untertrieben ist, um Kerns Leben zu umschreiben.

Schritt für Schritt ins zweite Leben

Der Avatar Brunello Burns verdankt seinen Vornamen einem exklusiven italienischen Rotwein. Auch im realen Leben spielt Enrico A. Kern gern mit seinem Namen. Fragt man ihn, wofür das A in seinem Namen stehe, erklärt er gern, dass der Buchstabe für ganz unterschiedliche Aspekte stehen, die ihn im Wesen ausmachen: für Aktion, weil das Leben ohne Aktion für ihn nichts sei, für Atom, was bei Kern für Dynamik und Vielseitigkeit steht, oder einfach nur für Andreas, seinen echten zweiten Vornamen.

Nachdem die Namensfrage geklärt war und die ersten Schritte zur Orientierung in Second Life gemacht waren, schickte Kern seinen Brunello in diese neue Welt hinaus, auf dass er Kontakte zu anderen Bewohnern knüpfte und geeignete Betätigungsfelder ausfindig machte. Brunello trieb sich unzählige Tage und - zum Leidwesen der in dieser Zeit etwas hintan gestellten Ehefrau - Nächte auf dem Grid herum, suchte und fand Orte, an denen etwas los war. Selbst nach mehreren Monaten war die Begeisterung nicht gesunken - im Gegenteil: Er begann, eigene Projekte zu starten.

Wer im realen Leben so eng und direkt mit Menschen zu tun hat, der sucht diesen Kontakt natürlich auch in Second Life. Was lag da für Kern näher, als gleich mit seinem ersten Projekt auf diejenigen zuzugehen, die Second Life erst lebendig machten: die Bewohner. So war seine erste Idee die einer repräsentativen Umfrage unter SL-Bewohnern. Dafür gründete er eine Gruppe und führte mit einem Team von 20 Mitarbeitern die erste umfassende persönliche Umfrage durch. Mehr als 1000 Avatare konnten so befragt werden und Kern konnte die Aussagen auswerten und aussagekräftige Ergebnisse ziehen. Die Studie schaffte es sogar, als Vorlage für die Umfragen verwendet zu werden, die später von der Baden-Württembergischen Landesmedienanstalt durchgeführt wurden.

Auch an der Entstehung der ersten Inworld-SL-Auskunft war Brunello Burns beteiligt. Sie war damals ein lebendiger Ort, an dem Neu-Ankömmlinge Hilfe, Informationen und Kontakte zu anderen finden konnten. Inzwischen gibt es sie nur noch als Inworld-Chatgruppe. Doch  für Brunello alias Enrico A. Kern brachte diese Erfahrung auf eine weitere Idee: Er gründete sein eigenes SL-Unternehmen unter dem Namen Event Island.

3 Jahre Event Island

Event IslandDer Ursprungsgedanke bei der Entstehung von Event Island war es, alles, was im weitesten Sinne zum Thema Hotel gehört, in Second Life darzustellen. Es sollte ein Ort werden, an dem Kommunikation, Unterhaltung, Kunst, Kultur, Information, Bildung und wirtschaftliche Unternehmungen aller Art stattfinden konnten. Quasi ein zweites Zuhause in digitaler Form. Fast 60.000 Avatare haben Event Island seit seiner Entstehung besucht. Unzählige Events und Parties wurden dort gefeiert. Highlights waren sicher die interaktive Life Game Party, die zeitgleich in SL und einer Hohenlimburger Kneipe stattfand oder die Vor-Bundestagswahlparty, über die VWI auch berichtete.

Mit Event Island hat Kern einen Ort geschaffen, wo er gemeinsam mit unternehmungsfreudigen Menschen Ideen finden und realisieren und Aktionen planen kann. Er ist davon überzeugt, dass virtuelle Welten das gesamte Leben bereichern können. Er ist kein Freund der strikten Trennung von RL und SL. Anders ausgedrückt: SL sollte nicht abgetrennt vom restlichen Leben stattfinden, sondern als echter, integrierter Teil davon.

Literarisches Denkmal

Die LiteraturburgWie sehr reales und virtuelles Leben miteinander verwoben werden können, zeigt sich in Brunellos Fall an einem schönen Beispiel: Eines schönen Tages traf er in der damaligen "Altstadt Kasada" eine Avatarin namens Sameja Lomba, die dort einen kleinen Buchladen betrieb. Hinter ihr steckte die Krimi-Autorin Ingrid Schmitz, mit der er schnell Freundschaft schloss. Brunello lud Sameja ein, sich auf Event Island niederzulassen - die Geburtsstunde der Literaturburg. So entstand dann auch die Idee, einen Krimi zu schreiben, der sowohl in der realen als auch der virtuellen Welt spielen sollte. Die Romanfigur Mia Magaloff in "2 Leben 1 Tod" traf im Lauf der Handlung auf einige Avatare, die es tatsächlich gibt. Auch Brunello Burns ist darin zu finden und spielt fast schon eine wichtige Nebenrolle. Der Roman ist vor allem innerhalb der SL-Szene zu ziemlicher Berühmtheit gelangt - und Brunello Burns kann seinem virtuellen Leben eine weitere Facette hinzufügen: als Figur in einem Buch.

Brunello live erleben

Event Island ist einen Besuch wert und dieser wird bei vielen bestimmt nicht der einzige bleiben. Besucher sind jederzeit herzlich willkommen. Darüber hinaus gibt es immer wieder Events und Parties, an denen man teilnehmen kann. Mit der unten genannten SLurl landet man übrigens direkt vor der Literaturburg, wo gleich vor dem Eingang ein Mordopfer liegt. Aber dieser "schaurige" Anblick tut dem ansonsten sehr einladenden Ambiente von Event Island zum Glück keinen Abbruch.

Event IslandVielleicht trifft man den Hausherrn dann auch persönlich. Kern liebt es, neue Leute kennenzulernen. Nicht umsonst ist sein Freundes- und Bekanntenkreis in beiden Welten, der realen und der virtuellen, so groß. Er sucht auch stets aktiv nach Web3D-Begeisterten, die sich in und durch Second Life persönlich und beruflich weiterentwickeln möchten, die vielleicht sogar schon ganz konkrete Projekte und Ziele haben. Kern unterstützt dies sehr gern, schreibt darüber oder gibt praktische Hilfestellung.

Wer Brunello Burns "live" erleben möchte, der kann dies am 02. Mai 2010 tun, wenn Angie Ling und Makiso Daviau zum Themenabend "Lyrik Jazz Prosa" in den Festsaal Leipzig einladen. Dann wird Brunello neben Lophius Tedeschi und dem Jazzmusiker JooZz Magic eine Lesung zum Thema "Alles real oder was" halten. Er selbst bezeichnet es als "avaphilosophischlogische Betrachtung" und möchte sich gar nicht so genau festlegen, ob es eher Brunello Burns oder doch Enrico A. Kern ist, der da aus seinem Buch vorlesen wird.

Links:
SLurl - Event Island
SLurl - Lesung von und mit Brunello Burns
Website Kerntraining
Leseprobe aus Kerns Buch "Das Leben ist Scheiße"
 

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