5 Fragen an... Monalisa Robbiani 
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Sonntag, den 16. Mai 2010 um 11:00 Uhr
Monalisa RobbianiFür Monalisa Robbiani war von Anfang an klar, dass Second Life das Zeug zu etwas Großem haben würde, an dem sie unbedingt teilhaben wollte.

Seit März 2007 ist die 34jährige Österreicherin dabei und hat sich stets sehr aktiv eingebracht, sei es als Mitglied der SL-Mentoren, als Content Creator oder rege Diskussionsteilnehmerin in den Foren und Communities rund um Second Life. In der 3D-Welt trifft man die Übersetzerin und Bürokraft, die zur Zeit eine Ausbildung zur Medientechnikerin und Grafikerin macht, zumeist als Furry und selten als menschlichen Avatar an.

VWI sprach mit Monalisa Robbiani über das virtuelle Leben als Furry, über die Bedeutung von SL für ihr reales Leben und ihre Begeisterung für SL und virtuelle Welten.

VWI: Du trittst in Second Life als Furry auf. Welche Erfahrungen hast Du bisher damit gemacht und welches Lebensgefühl verbindest Du mit dem Äußeren Deines Avatars?

Robbiani: Der Name Monalisa bezieht sich auf meine RL-Katze, die aufgrund meines Umzugs nun nicht mehr bei mir sein kann. Ich liebe Katzen, und in SL bin ich (fast immer) eine. Mona ist neugierig, wild, kreativ, aber auch einzelgängerisch, kratzbürstig und eigenwillig. Manchmal trage ich einen menschlichen Avatar, aber in SL fühlt sich das nicht richtig an. Auch ein anderes Tier könnte ich nicht sein. Als Furry habe ich hauptsächlich gute Erfahrungen gemacht und eine verrückte, kreative und nette Community kennengelernt. Selten passiert es, dass ich irgendwo nicht hineindarf, aber das akzeptiere ich mittlerweile.

VWI: Auch im realen Leben gibt es eine Furry-Szene. Verbindet Dich mit diesen Leuten auch etwas?

Robbiani: Nein, überhaupt nicht. Vor SL wusste ich gar nicht, was ein Furry ist. Ich bin deswegen wahrscheinlich eine Ausnahme unter den SL-Furries. Inzwischen weiß ich natürlich darüber Bescheid und habe mich auch genauer damit beschäftigt. Ob ich ein RL-Furry bin, da ich eine starke Affinität zu Katzen habe, das kann ich nicht beurteilen. Manche sagen ja.

VWI: Du hast Dich immer sehr engagiert in SL, ob als Mentor oder Mitglied des German Welcome Area Projektes. Was ist Deine Motivation?

Monalisa RobbianiRobbiani: Im Laufe der Zeit ist mir SL ans Herz gewachsen, und ich wollte dazu beitragen, vor allem im deutschsprachigen Raum Leuten zu helfen und sie für SL zu begeistern. Leider ist es ja immer noch so, dass es auf Deutsch wenig Informationsquellen gibt und viele Deutschsprachige im Englischen nicht so zuhause sind. Inzwischen gibt es keine SL-Mentoren mehr, und so ich habe andere Schwerpunkte in SL gesetzt. Die ursprüngliche Tutorien-Insel „Schiller“ ging nicht an den Start, jetzt steht der Bau zum Verkauf. Ich bin aber nach wie vor bei „Germany in 3d“ dabei und möchte weiterhin meine Bauten dort zur Verfügung stellen. Newbiehilfe mache ich keine mehr.

VWI: Unter dem Namen "Monalisa's Smile" betreibst Du recht erfolgreich Deinen eigenen Shop. Für das Timmi Allen Team arbeitest Du im Kundensupport und Inworld-Marketing. Klingt nach genug Beschäftigung rund um die Uhr und als würdest Du SL eher aus professioneller Motivation und weniger als Hobby betreiben. Täuscht der Eindruck?

Robbiani: Nein, der täuscht nicht. Im Laufe der Jahre ist aus einem Hobby ein kleiner Nebenverdienst geworden. Ich habe nie einen Cent in SL investiert, und jetzt verdiene ich genug Geld mit Produkten und Dienstleistungen, um mir in RL Dinge zu kaufen, wie zum Beispiel meinen nagelneuen Gamer-PC, und Teile meiner RL-Ausgaben zu decken. Mein Geschäft ist sehr klein, aber es sitzt in einer guten Nische (Loco Pocos-Tänze und Accessoires, exotische Kreistänze, Animationen für Tinies). Rund um die Uhr bin ich zwar nicht in SL, aber ich logge doch täglich ein.

Das Timmi Allen Team gehört zu den Pionieren der SL-Entwicklung und zu den besten Content-Erstellern, und ich freue mich sehr, ein Teil davon sein zu können. Ich mache den in-world Kundensupport auf Englisch und Deutsch und erstelle die Werbung, die Vendortexturen und in-world-Plakate. Aufgrund meiner derzeitigen Ausbildung in RL inklusive Jobwechsel werde ich diese Aktivitäten leider zurückschrauben müssen. Meinen SL-Beruf mache ich nämlich zu meinem RL-Beruf: Ich bin auf dem Weg zur Medientechnikerin und Grafikerin.

VWI: Welche 3 Wünsche würdest Du Dir von einer (Pixel-)Fee bezüglich virtueller Welten gern erfüllen lassen?

Robbiani: Erstens: Das Intergrid. Das virtuelle Web soll offen und frei werden wie das World Wide Web. Sobald Linden Lab diesen Schritt wagt, wird eine neue Ära der Internetgeschichte beginnen. Zweitens: Bessere Ein- und Ausgabegeräte. Bildschirm, Tastatur und Maus haben ausgedient. Wir brauchen 3D-Brillen, Sprachsteuerung und Gestik in Echtzeit. Drittens: SL und virtuelle Welten sollen endlich von dem Stigma der Spielerei befreit werden. Solange die Domain secondlife.com als „Gaming“ an Bildungseinrichtungen gesperrt ist, steht die Entwicklung still.
VWI: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Zukunft!

Links:
SLurl - Monalisa's Smile
SLurl - Shop bei Loco Pocos

 

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