5 Fragen an... LouRavi Karas von Suboceana 
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Sonntag, den 26. September 2010 um 11:00 Uhr

Philippe Carrez aka LouRavi KarasUm den nächsten Interviewpartner zu finden, ging VWI auf Tauchstation. Dort trafen wir LouRavi Karas, einen französischen Taucher, der seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat - in Second Life.

Seit vielen Jahren beschäftigt er sich schon mit dem sogenannten Scuba-Diving, dem Gerätetauchen und hat für seine Aktivitäten in 3D seine eigene Firma Suboceana gegründet. Wer seinen schön gestalteten Mainstore besucht, der findet eine große Auswahl an Taucher-Ausrüstung, Unterwasserfahrzeugen und Meerestieren. Man kann Demo-Tauchanzüge gleich vor Ort ausprobieren und zum Beispiel das U-Boot-Wrack erkunden, das einem echten Wrack vor der französischen Küste nachempfunden wurde.
Mit VWI sprach er über die Vorteile des virtuellen Tauchens und seine Begeisterung für die Tiefen der Ozeane.


VWI: Erzähle uns ein wenig über die reale Person hinter dem Avatar LouRavi Karas.
Karas: Mein echter Name ist Philippe Carrez. Ich bin 46 Jahre alt und komme aus Frankreich. Ich habe 12 Jahre als Lehrer und 10 Jahre als Computer-Ingenieur gearbeitet. Ich bin aber auch seit langem aktiver Taucher und habe schon vor 23 Jahren eine E-Learning-Software für Scuba-Diving entwickelt, damals noch in 2D auf Atari ST.

VWI: Was ist das Besondere am Tauchen in einer virtuellen Welt?
VWI-Autorin im HEPS-OutfitKaras: Virtuelle Welten sind gebrauchsfertige Umgebungen mit physikalischen Gesetzen, 3D-Graphik und Möglichkeiten der Programmierung. Das ist die ideale Voraussetzung, um sogenannte Serious Games, zum Beispiel für Tauchlehrgänge, zu entwickeln. Diese neuen technischen Möglichkeiten können es mittlerweile mit herkömmlichem Gerätetauchen durchaus aufnehmen, indem sie eine innovative Form des Tauchens erschaffen, die auf Wissenschaft und Technologie basiert und nicht auf Heldenmut und Tapferkeit - virtuelles Tauchen in Echtzeit. Freie Bewegung in den Tiefen des Ozeans, ein uralter Menschheitstraum, wird jetzt für jeden erlebbar. Als Plattform für die Zusammenarbeit zwischen räumlich getrennten Partnern eignen sich virtuelle Welten übrigens auch hervorragend.

VWI: Wie verbindest Du die Möglichkeiten einer virtuellen Welt wie Second Life mit Deinen Aktivitäten im realen Leben?
Karas: Seit nunmehr sechs Monaten arbeite ich schon zu 90 Prozent mit Metaversen wie Second Life oder OpenSim, um Lösungen für professionelle und Hobbytaucher zu entwickeln. Ich habe sogar meinen RL-Job aufgegeben, um meine eigene Firma "Suboceana" zu gründen und voranzubringen.

VWI: Deine SL-Aktivitäten sind Teil des Digital Ocean Project. Erzähle uns etwas über dieses interessante Projekt.
SuboceanaKaras: Ich lernte Alain Dinis von VirtualDive kennen, der dieses Projekt vor ein paar Jahren gestartet hatte. Es ein europäisches Forschungs- und Entwicklungsprojekt. Er arbeitete an der Gestaltung eines 3D-Meeresbodens, ich beschäftigte mich mit Tauchsimulation, also erkannten wir: Wenn wir unsere Technologien zusammenlegen, haben wir eine vollständige Lösung! Die Erforschung der Ozeantiefen, der letzten Grenze unseres Planeten, geht jeden von uns etwas an. Die neuesten Entwicklungen von Technologien, Unterwasser-Robotik und GPS haben die Art und Weise, wie die Menschen die Ozeane wahrnehmen, dramatisch verändert: Sie erleben nicht mehr nur die Oberfläche, sondern gehen im wahrsten Sinne des  Wortes in die Tiefe, nicht indem sie selbst eintauchen, sondern online, nicht zeitversetzt, sondern in Echtzeit. Das ist das Ziel von Digital Ocean.

VWI: Wenn Dir eine (Pixel-)Fee drei Wünsche in Bezug auf virtuelle Welten erfüllen könnte, was würdest Du Dir wünschen?
HEPS Sea LifeKaras: Zunächst eine weiterentwickelte Physik-Simulation, insbesondere was Auftriebskraft und Fahrzeuge angeht. Dann würde ich mir wünschen, dass man Zugang zu virtuellen Welten direkt auf einer Website hätte, ohne separaten Viewer, damit die Leute es mit nur einem Klick ausprobieren können. Zuletzt wünschte ich mir, die großen Firmen mit ihren großartigen technischen Lösungen würden aufhören, die dunkle, süchtig machende Seite dieser Welten zu beschwören und sie stattdessen selbst nutzen würden, um den Leuten mehr Chancen zu geben, ihre eigene Kreativität zu nutzen. Denn jeder kann kreativ sein. Das ist ein bisschen wie vor etwa 15 Jahren, als Musikstudios den Einzug in die privaten vier Wände antraten. Da begannen viele Leute, tolle Musik zu machen, was sie ohne die neuen Technologien nie hätten tun können.

Links:
SLurl - Suboceana
Website HEPS - SL Scuba Diving
Digital Ocean Project

Website Suboceana
YouTube Channel - Virtual Dive
YouTube Channel - HEPS Scuba Diving

 

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