Cyber-Lehrer - Die Zukunft der Bildung ist virtuell 
Bildung
Montag, den 01. September 2008 um 17:00 Uhr

08-0901-cyberlehrerEs ist ein offenes Geheimnis, dass Second Life neben dem Eintritt zu sozialer Interaktion auch vielen Menschen den Zugang zur Bildung sichert. In Ländern wie den Vereinigten Staaten von Amerika, Kanada oder Australien, wo manche Menschen weit weg von jeglicher Bildungsinstitution wohnen, bleibt ihnen nur die Möglichkeit, durch Radio oder Internet an Kursen teilzunehmen. Second Life ist demnach ein ideales Werkzeug, um genau diesen Menschen den Zugang zur Bildung zu gewährleisten. Manche Universitätsprofessoren lehren sogar ausschließlich in Second Life, was das Interesse von vielen Menschen für das Bildungspotential virtueller 3D-Welten geweckt hat.

An der Universität von Florida, Fachbereich Journalismus und Kommunikation, haben sich drei Studenten mit dem Thema Second Life als E-Learning-Plattform intensiv beschäftigt und eine internationale Recherche bei Institutionen, Hochschulen und Akademien betrieben, die das Metaversum als E-Learning-Plattform benutzen. Befragt wurden ca. 200 Lehrer, Dozenten und Professoren, die bereits mit Second Life unterrichtsbegleitende Erfahrungen haben. Das Resultat dieser Untersuchung erschien unter dem Titel “Second Life Educational Uses Study”.

Die Recherche dieser drei jungen Studenten hat ergeben, dass Second Life von Professoren aus allen möglichen Ländern benutzt wird. Die Vereinigten Staaten sind zwar sehr stark repräsentiert, doch ist der große internationale Einsatz ein Beweis dafür, dass Second Life nicht nur in den Vereinigten Staaten Verwendung findet, sondern überall auf dem Globus dazu beitragen kann, Bildung zu fördern. Dieser sehr positive Aspekt ist ohne Zweifel die Stärke von Second Life. Weiterhin wurde auch festgestellt, dass zwei von drei Professoren Second Life als lernfördernd für ihre Schüler ansehen und dieses neue Bildungsinstrument sehr schätzen. Dieser hohe Anteil wurde vor allem bei Professoren festgestellt, die seit längerem und am intensivsten mit Second Life arbeiten, was vor allem damit zusammenzuhängen scheint, dass es sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, bis man gelernt hat, damit umzugehen und alle seine Kapazitäten auszuschöpfen. Dieser Zeitaufwand entmutigt viele, doch die, die diesen Schritt wagten, waren generell mit Second Life sehr zufrieden.

Jedoch ist die Anzahl derer, die Second Life völlig in die Unterrichtsstruktur einbauen, noch sehr gering, was zur Aussage führt, dass Second Life’s Rolle in der Bildung noch stark am Anfang steht. Ein großes Handikap ist vor allem das Erlernen aller Funktionen von Second Life, weshalb man wohl noch lange nicht von einem Siegeszug Second Life’s ins Bildungssystem sprechen kann. Vielleicht ist einfach mehr Zeit nötig, damit sich die Professoren und Hochschulen an diese neue Möglichkeit gewöhnen. Die Möglichkeiten von Second Life für die Bildung sind sehr vielfältig und bieten Raum für Produktivität, wie die Befragten urteilten. Es ist durchaus möglich, dass Second Life in ein paar Jahren eine große Verbreitung in der Unterrichtstruktur finden wird, denn die Nachfrage besteht, es fehlt einfach noch das Vertrauen in ein System, das aktuell eher unter Kritik steht. Ein Beispiel für die vielen Möglichkeiten wäre die enorme Platz- und Kostenersparnis, denn wenn man Millionen braucht, um einen Vortragssaal für hundert Personen zu bauen, genügen ein paar hundert Dollar, um eine ganze Insel in kurzer Zeit einzurichten und für Unterrichtszwecke zur Verfügung zu stellen.

Es bleibt zu hoffen, dass Second Life im alltäglichen Unterricht seinen Platz findet und dabei hilft, Menschen aus allen Ländern zu erreichen. Vielleicht gibt es in Zukunft dann rein virtuelle Schulklassen mit Mitschülern aus aller Welt - wer weiß?

 

 

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