SL Bloodlines - Interessantes MMORPG oder lästiger Mückenschwarm? 
Rollenspiele
Mittwoch, den 27. Mai 2009 um 11:34 Uhr
Bloodlines VampireThe Thirst: Bloodlines ist ein Multiplayer Online Rollenspiel, bei dem sich in Second Life alles um den harten Alltag eines Vampirlebens dreht.

Es hat sich, was die Anzahl der Spieler betrifft, nicht nur zu dem quantitativ umfangreichsten MMORPG in Second Life entwickelt, es ist mittlerweile zu einer regelrechten Plage geworden.

So betrifft es auch SL User, die sich für Vampire und Rollenspiele nicht interessieren. Schuld daran ist das Spielprinzip, in dem der Vampir wie ein Staubsaugervertreter durch die SL-Welt irrt und nach der Kettenbrief-Methode Blut und Seelen von noch ungebissenen Avataren sammeln muss.

Und davon gibt es in Second Life recht wenig. Wie man in der Scan Funktion des Head Up Displays von Bloodlines sehen kann, wurde - bis auf blutjunge Frischlinge - so gut wie jeder Avatar schon mindestens einmal gebissen.

Don´t bite here - Schild in Second LifeBei vielen Sim Besitzern ist dieses Vampirspiel deswegen nicht gern gesehen. Auf einigen Sims stehen sogar Schilder, die auf ein Beißverbot hinweisen. Wer schon einmal von fünf Blutsaugern mit Beißanfragen zugespamt wurde, kann den Sinn dieser Schilder nachvollziehen. Diese Mückenschwärme verstoßen mit so einem Verhalten zwar gegen die Spielregeln von Bloodlines, aber das scheint nicht viel zu ändern. Denn die meisten gebissenen User wissen bei Nachfrage nichts davon, dass sie irgendwann einmal gebissen wurden oder ihr Name in der Datenbank der Bloodlines Homepage steht. Der einfachste Schutz vor Vampirbissen ist sich beißen zu lassen, weil man in dem Spiel dadurch kein "Fresh Victim" mehr ist und zumindest was Bloodlines angeht, als infizierter Mensch kein Blut mehr spenden kann.

Wer sich entschieden hat selbst mitzuspielen, muss von dem Anbieter das Head Up Display kaufen oder kann es sich im Tausch gegen seine Seele von einem anderen Spieler schenken lassen. Nach ein paar Klicks auf dem HUD und den ersten gebissenen Victims, lässt das Spielprinzip aber bereits zu wünschen übrig.
Durch die Bisse läuft alles darauf hinaus wie ein Notecard-Verteiler durch Second Life zu irren und Opfer zu finden. Wer dazu keine Lust mehr hat, kann sich das Blut auch kaufen. Der Spieler kann also wählen, ob er dafür bezahlt, das er für den Anbieter kostenlos Werbung machen darf, oder sich für noch mehr Geld Blut kauft, um seinen erarbeiteten Punktestand nicht zunichte machen zu lassen. Denn ein Bloodlines-Vampir, der ein paar Tage kein Blut trinkt, muss sterben, was ein Reset des Spielstandes bedeutet.

Die Ziele des Spiels wie der Levelaufstieg hauen hier auch nicht gerade vom Hocker. Je weiter man kommt, desto größer wird der Zwang, mehr oder weniger täglich auf Avatar-Jagd zu gehen. Alternativ kann man sich statt Blut auch für viele Linden Dollar Amulette kaufen, die je nach Bedarf und Preis, für eine begrenzte Zeit oder für immer gegen den Blutverlust immun machen. Bei dem ausgegebenen Geld wäre es allerdings sinnvoller, sich mit dem Gegenwert in Euro außerhalb von Second Life ein Spiel auf CD zu kaufen.

Die Mängel am Spielaufbau werden durch die gute technische Umsetzung zum Teil wieder ausgeglichen. Jedes Item im Spielablauf hat seine Funktion und steht mit der zentralen Bloodlines Datenbank in Verbindung. Das hat aber auch den Nachteil, das weder das HUD noch die Items autonom funktionieren. Wenn der Bloodlines Server down ist, lässt sich also mit dem teuer zusammen gekauften Spielzeug nicht mehr viel anfangen.

Blutfässer Jedes Item, das ein Spieler besitzt, kann er sich zusammen mit seinem Spielstand auf der offiziellen Website des Spiels ansehen. Interessant sind hier die Fässer und Tanks, da man mit ihnen sogar Linden Dollar verdienen kann. So kann ein leeres Fass mit selbst gesammeltem Blut gefüllt und anschließend verkauft werden. Da ein gefülltes Fass - nach dem offiziellem Blutpreis - das Doppelte an Linden Dollar wert ist, fällt für den Spieler hier ein netter Gewinn ab. Blut als überlebenswichtiger Rohstoff und der Handel damit ist damit einen kleiner aber interessanter Teil des Spiels. Theoretisch kann man sich damit, bis zu dem 8000 L$ teuren Unsterblichkeits-Amulett, alle Items durch das Sammeln von Blut erspielen.

Trotz des Spielprinzips, die Betreiber von SL Bloodlines mit kostenlosem Marketing reich zu machen, lohnt sich der Kauf des HUDs. Um das offizielle Bloodlines herum haben sich viele Clans und düstere inoffizielle Rollenspiel-Sims entwickelt, mit denen man sich in Second Life die Zeit vertreiben kann.

Links:
The Thirst: Bloodlines
Say NO to Bloodlines

 

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