Metaplace endet mit 2009 
Welten im Portrait
Montag, den 28. Dezember 2009 um 16:18 Uhr
Metaplace In der deutschsprachigen Metaversen-Szene hat man bisher kaum davon gehört. Und dabei wird es wohl auch bleiben. Das Metaversum Metaplace, das eigene virtuelle Welten ermöglicht, schließt seine Pforten zum 01.01.2010.

Metaplace ging erst 2009 in die offene Beta-Phase über. Nach mehr als zwei Jahren der Entwicklung gibt die virtuelle Welten Applikation nun auf.

Metaplace Inc. arbeitete hart, um nun festzustellen, das die Einnahmen nicht ausreichen, um das Projekt zu realisieren.
Alle Objekte und Skripte werden am 01.01. gelöscht, ein manuelles Sichern durch die Residents selbst ist via Skript-Client möglich. Metaplace Inc. um Präsident Raph Koster will die Gelder, die in den jüngst vergangenen Monaten geflossen sind, jedoch rückerstatten.


Metaplace - Web2.0 Metaversen

Avatar @ Metaplace Metaplace verstand sich nicht als eine virtuelle Welt, sondern vielmehr als eine webbasierte Applikation, die 3D ebenso möglich machen und frei gestalten wollte wie das Internet selbst. Das Web2.0 Konzept sollte auf das Web3D portiert werden.

Skripte, Grafiken und Multimedia jeglicher Art sollten einfach genutzt und integriert werden können, um einen eigenen virtuellen Raum zu erschaffen. Gesetzt wurde dabei auf Webstandards, womit die Inhalte jegliche Form - von einer einfachen Webseite bis hin zu einer komplexen virtuellen Welt - generiert werden konnten. Tausende Nutzer sollten im dreidimensionalen Aspekt möglich werden, wobei dies von der Masse der Skripte, der Physik und Instanzen abhängig war. Auch Spectator-Modi waren theoretisch im System, das auf der freien Sprache MetaScript basierte, realisierbar.

Ziel der Entwickler Metaplaces war es das System des User generated content (UGC) direkt auf Metaversen anzuwenden. So sollten integrierte Tore das Switchen zwischen den Welten ermöglichen, wenn der Programmierer der Welt oder Anwendung dies implementiert.
Der Community-Gedanke des Web2.0 war hierbei ein entscheidender Faktor, der für Webimplementierung sowie Verlinkungen und Integrationen in Webseiten sorgen sollte, Module wollten von den Nutzern entwickelt werden, die als offener Quellcode eingebunden werden konnten.


Bilanz des Scheiterns

Seit 2007 hatte das Projekt experimentiert, anfangs wenig preisgegeben und eine Mikrowährung eingeführt. Der Communitygedanke wurde von namhaften Organisationen nur partiell unterstützt, so findet man nur das Hard Rock Café und Helpdesk als Favourites zweier Bereiche mit einer eigenen Anwendung vertreten, die kaum virtuelle Welt genannt werden dürfen. Hier kann das fehlende Quentchen zum Glück deutlich gesichtet werden, die Ersteller schafften es nicht, namhafte Triebkräfte zu gewinnen.

Die hauptsächlichen Anwendungen und "Welten", die zu finden sind, sind auf Basis des USG-Gedankens simpel und wenig innovativ. So wurden banale Spiele umgesetzt oder Chaträume, die mehr den Willen als den Nutzer demonstrieren. Eine wirkliche Pflege war gleichsam nicht zu erkennen, über die Beta Phase wurde nie hinaus gegangen.
PR und Marketing haben hier ebenso versagt wie ein realistisches Monetarisierungskonzept, das in Ansätzen durchdacht gewesen war.

Bauansicht @ MetaplaceDreidimensionaler Inhalt wurde ebenfalls nicht umgesetzt, nur in Ansätzen konnte dies verwirklicht werden. Individuelle Basis-Anpassungen wie die des Avatars oder zugehöriger Kleidung waren Grenzen ausgesetzt, die das eigens aufgedrückte Label USG ad absurdum führten. Der verfügbare Metaplace-Marktplatz war schlecht organisiert, auf die Integrierung eines eigenen Webshops wartete man bis zuletzt vergeblich.
Programmierer, die diese Inhalte hätten ermöglichen können, blieben fern oder wussten schlicht nichts von dem System Metaplace. Die meisten Inhalte blieben auf diesen Fakten basierend auf Kindergarten-Niveau.

Überraschend ist die Ankündigung entsprechend für niemanden, die Veteranen treffen sich noch im (bleibenden) neuen Forum der einstigen Metaplaces.
 

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