Grid4Us – Hallow Palmers Grid und Tolkiens Mittelerde 
Welten im Portrait
Dienstag, den 09. März 2010 um 15:31 Uhr
Mittelerde auf Grid4Us - HobbingenOpen Simulator ist die offene Alternative zu Second Life. Ein Anlaß für VWI, sich einmal durch das Grid4Us führen zu lassen - bis hin nach Mittelerde.

Mit der Einführung einer gridübergreifenden Währung sowie der Möglichkeit mit dem eigenen Avatar plus komplettem Inventar im "Hypergrid" zu agieren, ist das Open Sim Konzept seiner Agenda ein gewaltiges Stück näher gekommen.

VWI besuchte eines der interessantesten offenen Systeme: Grid4Us, einer deutschen Initiative, die mit Siebenmeilenstiefeln in die Zukunft stürmt.


Eine Reise durch die Weiten einer neuen Welt


Grideigentümer Hallow Palmer erwartet uns bereits an einem liebevoll gestalteten Gateway. Die VWI Delegation ist schnell an den Realnamen über dem Avatar erkennbar: im Gegensatz zu Second Life und vielen anderen Grids kann man hier nämlich den Vor- und Nachnamen bei der Anmeldung frei wählen. Damit hätten wir theoretisch als "Albert Einstein und Norma Jean Baker" einloggen können, doch Palmer versichert uns, dass es in Streitfällen um den Namen zu Lösungen durch den Gridbetreiber käme.

Das Community Gateway ist mit Sculpties geschmackvoll ausgestattet. Angenehm fällt auch das Fehlen des SL-typischen Schilderwaldes auf. Informationen werden ausreichend, aber unaufdringlich dargeboten. Damit unterscheidet sich Grid4Us wohltuend vom Supermarkt Charme vieler SL Gateways.

Hallow Palmer war bereits vor dem deutschen Hype in Second Life und hat die übliche Karriere hinter sich:
"Vom ersten Reinschnuppern zum Mall Besitzer bis hin zum Lowprim Sim Owner und Vermieter, habe ich die gängigen Stufen durchlebt - bis mir das zu langweilig wurde."
Der gelernte Vermessungstechniker mietete ein paar Server an und startete Grid4Us mit 10 Leuten aus dem näheren Bekanntenkreis. Sechs Monate dümpelte das Grid vor sich hin, dann entschied sich die deutsche Gruppe "Beachdisco" umzusiedeln.
"Das war der erste grosse Kick", erinnert sich Palmer. "Ab da ging es steil bergauf."


Wir lassen uns den Begriff "Hypergrid" erklären

"Es gibt einen eklatanten Unterschied", erläutert Hallow Palmer. "SL ist ja ein geschlossener Serverpark, man kann sich da nur innerhalb des Second Life Grids bewegen, welches allerdings ziemlich gross ist. Open Sim bzw. Hypergrid dagegen erlaubt das Durchwandern aller angeschlossenen Grids. Man kann mit seinem Avatar und dem Inventar im Gepäck von einem kompletten Grid in ein anderes wechseln. Dafür wurde gemeinsam mit IBM ein eigenes Protokoll entwickelt, das sogenannte OGP.
Als dieses Protokoll erfolgreich lief, hat sich Linden schlagartig aus dem Konzept zurückgezogen. Richtig erfolgversprechend wird das aber jetzt erst mit der von Virwox angebotenen neuen Währung, dem Open Meta Cent, OMC. Jetzt erst kann gridübergreifender Handel betrieben werden. Da der Bedarf an Content derzeit im Open Grid noch enorm ist, kann das eine Art Goldgräberstimmung hervorrufen, von der wir hier nur profitieren können."

Umso attraktiver wird das Konzept durch den deutlich geringeren Kostenfaktor als in Second Life gewohnt, der es zum erstenmal möglich macht, sehr grosse Regionen zu erschaffen, die einen Eindruck von Weite und Freiheit vermitteln. So ist es bei Grid4Us möglich, Regionen anzumieten und dabei die Primzahl selbst zu bestimmen, oder gar einen eigenen Rootserver an das Grid anschliessen zu lassen. Die Prims werden vom grideigenen Assetserver verwaltet, weshalb dann auch unterschiedliche Kosten für die Primanzahl einer Sim anfallen. Dies entspricht im weitesten Sinne dem Homestead/Full Sim Prinzip aus Second Life.

Inzwischen haben sich weitere Avatare zu uns gesellt. Designerin Masajo Jonze ist mit von der Partie und plötzlich steht auch Ice Stawberry neben uns, einem altbekannten Mitstreiter aus SL Inside. Auf neuen Grids alte Bekannte zu treffen scheint Normalität zu werden. Ice wird mit uns kommen, denn wir wollen eine der Attraktionen von Grid4Us besichtigen: Mittelerde.


Auf den Spuren von Gandalf & Co.

Mittelerde Grid4Us AnfurtenMittelerde ist einer der angeschlossenen Server unter der Ägide von Herr-der-Ringe Maniac Falk Mills. Unterstützt von Gemahlin Kira konnte er sich hier der Erfüllung eines Lebenstraumes annähern: einem eigenen, offenen HdR Roleplay auf der Basis des gesamten bekannten Mittelerde Kontinents.

Palmer teleportiert uns nach Hobbingen im Auenland, von hier aus gelangt man in alle wichtigen Landschaften der bekannten Tolkien Welt.

Über eine von Masajo erbaute Sumpflandschaft führt der Weg nach Bree, wo wir uns im "Gasthaus zum tänzelnden Pony" ganz ohne Furcht vor schwarzen Reitern einen Krug Bier gönnen. Über die Brandyweinbrücke führt der Weg weiter zu einem anderen Fachwerkdorf, über dessen Namen wir zunächst grübeln müssen, denn im Film kommt dieser Ort nicht vor. Die mittlerweile herbeigeeilte Kira erklärt uns, was wir vor uns sehen: Angmar, einer Ortschaft aus Altvorderen Zeiten, welche im Silmarillion beschrieben wird. Sie erklärt das Konzept:

"Wir halten uns hier mehr an das Gesamtwerk von Tolkien, und wollen verschiedene Epochen von Mittelerde präsentieren. Das soll ein möglichst freies und lebendiges Rollenspiel möglich machen."
Uns gefällt dieses Konzept; neugierig begutachten wir das etwas unheimliche Dorf, und stellen mit Bewunderung fest, dass es nach modernsten SL-Gesichtspunkten erbaut wurde. Fast jedes Element ist gesculptet, mit dem Unterschied, dass man hier keine Normalprims für die Kollision benötigt. Die Texturen sind häufig extrem detailliert. Und auf Stiltreue hat man hier besonders geachtet. Kein typisches SL Artefakt stört den Eindruck, kein unnatürlicher Hovertext reisst uns aus der Immersion. Und die übliche Shoptirade fehlt gänzlich, wie angenehm.

Wir reissen uns von Angmar los, denn wir wollen weiter nach Bruchtal, um Elronds Haus zu besichtigen. Über steile Treppen geht es immer höher die Bergflanke hoch, und oben angekommen erwartet uns ein unglaubliches Panorama. Ungehindert von Rendergrenzen schweift das Auge über Täler und Berge, über Wiesen und Wälder, fast glaubt man seiner Kamera nicht. Elronds Haus selbst ist grossartig umgesetzt worden, wobei Erbauerin Masajo sich nicht allzu sklavisch an die Filmvorlage gehalten hat, denn:

"Jeder hat doch seine eigenen Vorstellungen von Tolkiens Welt. In erster Linie ist es ja ein Buch, und die Bilder, die es im Kopf erzeugt, sind die des Lesers und nicht unbedingt gleich den Vorstellungen, die der Filmausstatter hatte. Daher erlaubte ich mir hier teilweise meine eigene Interpretation."

Durch die Minen nach Lothlorien 

Mittelerde Grid4Us Wetterspitze
Schliesslich führt uns Falk noch durch sein neuestes Herzstück: die Minen von Moria.
Fast scheint man das Tapsen kleiner gemeiner Orkfüsse zu hören, und unwillkürlich wünsche ich mir ein Schwert. Als wir dann andächtig vor Balins Grab stehen, werden Erinnerungen an den Höhlentroll wach.

Beim Eintritt in die "Grosse Halle" bleibt uns dann endgültig die Spucke weg, gar zu mächtig erheben sich die Pfeiler in Reih und Glied um die mächtige Decke zu stützen.

Über die Brücke von Kasadhum gelangen wir schliesslich wieder ins Freie, und unser Blick fällt auf die Wälder von Lothlorien.

"Noch im Bau", erklärt Falk Mills lakonisch und verweist auf die noch ausstehenden Großprojekte: Gondor, Rohan, Helms Klamm und natürlich Mordor. Wir können es kaum erwarten.

Erschöpft vom vielen Wandern brechen wir die Reise an dieser Stelle ab. Aber wir werden ganz sicher wiederkommen.

Links:
Open Meta Cent - die Währung Open Sims
Grid4Us Webseite
Hallow Palmers Weblog
Alle Hypergrids und Hypergates
OpenSimulator Wiki Infos zu Grid4Us
 

Bitte Einloggen oder Registrieren um Kommentare zu schreiben.

Panorama 

Neue Artikel:
rss-005

Metaversen 

Neue Artikel:
VWI RSS

IT / Tech 

Neue Artikel:
VWI RSS

Second Life 

Neue Artikel:
rss-005

Mitmach-News 

Neue Artikel:
rss-005