Ein Tag in den Tiefen des Weltalls mit EVE ONLINE 
Welten im Portrait
Mittwoch, den 10. September 2008 um 18:00 Uhr

08-0911-eveonline004Virtual World Info bekam kürzlich die Gelegenheit, als "Embedded Newsagent" an Bord  eines schwerbewaffneten Raumschiffs der Dreadnought-Klasse zu den neuen interstellaren Welten von EVE ONLINE zu fliegen. Dank Warp-Antrieb und unter Ausnutzung eines zufällig gerade geöffneten Wurmlochs gelang unserem Raumpiloten der Hin- und Rückflug an einem einzigen Sternentag. Hier nun der Bericht über eine weitere Zweitwelt in den Tiefen des Raums: EVE ONLINE.

 

08-0911-eveonline002Ähnlich wie SL ist auch EVE ein serverbasiertes im Internet spielbares MMOG (massively multiplayer online game) mit individuell gestaltbaren amorphen Avataren als Spieler, die miteinander in Interaktion stehen, also chatten, arbeiten, wirtschaften, gelegentlich mal auch die Regeln brechen und häufig auch gegeneinander kämpfen. Im Grunde ist EVE eine Mischung aus Rollen- und Strategiespiel, angesiedelt irgendwo in den Tiefen des interstellaren Raums. Anders als SL ist EVE jedoch eine rein kommerzielle Veranstaltung. Das Spiel wurde von der Firma CCP vor acht Jahren auf den Markt gebracht und seither ständig weiterentwickelt.

Der zentrale Server steht in London, ergänzt durch Server rund um den Globus, die den weltweiten Internet-Zugang sicherstellen sollen. Insgesamt sind 300.000 Spieler beteiligt, etwa zehntausend davon können gleichzeitig in dem selben („persistenten“) Raum miteinander interagieren. Es gibt EVE-communities in den USA, Europa, sogar in Russland und bis nach Australien und das, obwohl das Spiel nicht billig ist. Für seine Teilnahme bezahlt der Spieler zur Zeit 14,95 US-Dollar im Monat oder 131,40 US-Dollar im Jahr. Damit dürfte die Firma allein aus diesem Spiel einen Umsatz von geschätzten 35-40 Mio US-Dollar erzielen. Genug Cash, um einmal jährlich mit allem Drum und Dran das berühmte EVE-Fanfest im RL durchzuziehen. Das nächste Mal trifft sich die Gemeinde ganz oben im hohen Norden, in Reykjavik, der Hauptstadt Islands.

Unschwer erkennt man die historischen Wurzeln von EVE ONLINE in der amerikanischen Science-Fiction-Literatur der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts - Star Trek, Captain Kirk und Doktor Spock lassen grüßen. Die Abenteuer von Luke Skywalker und seinen Jedi-Rittern mit ihrem Gegenspieler  Darth Vader („hüte dich vor der dunklen Seite der Macht“) und unzähligen anderen Weltraumhelden kommen einem schnell wieder in den Sinn. 

 

08-0911-eveonline003Die Geschichte von EVE beginnt mit der Besiedelung von New Eden, der ersten extraterrestrischen Welt. Damals neue Technologien wie Asteriodenbergbau und Vakuumproduktion machten es in dieser Zeit möglich, dass die Bewohner der Erde neue Planeten und Monde im Sonnensystem besiedelten. Ein wahrer qualitativer Sprung war dann allerdings die Entwicklung der Warp-Antriebstechnologie für Raumschiffe, die es möglich machte, durch den Einsatz von negativer Gravitation in Nullzeit von einem Sternensystem zum anderen zu gelangen. So konnte sich die menschliche Rasse überall im Weltraum verbreiten. Ihre späteren genetischen Abkömmlinge, alle mehr oder weniger menschenähnlich, nennen sich die Amarr, die Minmatar, die Gallente, die Caldari, die sich alle in festen Staaten oder Imperien organisiert haben, sowie die mysteriösen Jove, die trotz ihrer mangelhaften gesellschaftlichen Organisation über außerordentliche technologische und genetische Fähigkeiten verfügen, und von daher sehr einflussreich sind. Jeder Spieler muss sich bei Spielbeginn für eine Rasse entscheiden, das heißt, er wird mit seinem Eintritt ins Spiel zum Bewohner einer dieser Welten. 

Augenblicklicher Zustand der Welt

Wie nicht anders zu erwarten, liegen die Rassen oder Welten, solange sie keine strategischen Bündnisse bilden, permanent im Streit miteinander, woraus schnell ein heißer Krieg entsteht. Das heißt, der Bedarf an Kriegsmaterial, Schiffen und Munition  ist beträchtlich. So gehören das Kämpfen und Ballern sicherlich zu den Hauptbeschäftigungen der Bewohner von EVE. Daraus folgt, dass Krieger, Navigatoren oder erfahrene Raumpiloten ein hohes Ansehen haben. Die technische Beherrschung aller Raumschiffe, Waffen und Kampftaktiken erfordert Geschick und Erfahrung. Ob diese Berufe jedoch auch das meiste Geld bringen, ist fraglich.

Wirtschaft und Geld verdienen

Was kann ein neuer Bewohner also sonst noch tun, um vorwärts zu kommen? Natürlich gibt es die Möglichkeit zu arbeiten, zum Beispiel im Labor oder im Bergbau. Man kann einen Asteroiden erwerben und dort Erze abbauen, die man später am Markt zu Geld machen wird. Am Anfang wird man sich mit Erzen niedriger Qualität wie zum Beispiel Skordit begnügen müssen, denn mit einem Newbie-Schiff und einem billigen Bergbau-Laser ist man natürlich einfach nicht gut genug ausgestattet, um an Gebiete mit hochwertigen Erzen heranzukommen. Außerdem gibt es dort dann sehr viele dieser fiesen NPC-Piraten, die ein hübsches Schiffchen schnell mal in einen Haufen Schrott verwandeln können, wenn man nicht flink genug in Deckung geht.

Regeln und Regelverletzungen

08-0911-eveonline006Zwar könnte man mit Fug und Recht das EVE-System als sozial-darwinistisch bezeichnen, denn das Spiel steht sicherlich unter dem Generalmotto „der Fitteste wird am schnellsten reich werden“. Insofern ein total kapitalistisches, oder wenn man will, „amerikanisches“ Spiel. Trotzdem haben die Spieldesigner ein paar einfache Regeln eingebaut, die den Sinn haben, neue Spieler vor Ausbeutung und schnellem Tod zu schützen. Die EVE-Welt ist in verschiedene Sicherheitszonen eingeteilt, von Hoch bis Niedrig. Newbies betreten die neue Welt daher stets in Hochsicherheitsgebieten, die von schwerbewaffneter Polizei bewacht werden. Diese Regionen sind zwar sicher, bieten aber kaum Verdienstmöglichkeiten. Zonen mit niedrigem Sicherheitslevel bieten dagegen höherwertige Beutemodule und ergo bessere Möglichkeiten, schnell zu viel Geld zu kommen, besonders interessant natürlich für Piraten und „Bounty Hunter“ (Kopfgeldjäger).  Maximaler Gewinn lockt in den sogenannten unkontrollierten und gesetzlosen Zonen mit Sicherheitsstufe null. Verletzt ein Spieler jedoch mehrfach das Gesetz, wird seine persönliche Sicherheitsstufe mehr und mehr heruntergesetzt, das kann soweit gehen, dass man ihn zum Outcast erklärt, das heißt, er ist vogelfrei und kann selbst zum Opfer von Kopfgeldjägern werden, wenn ihn nicht schon vorher die Security-Kräfte aus dem Verkehr ziehen.

08-0911-eveonline001_fanfestFanfest Reykjavik

EVE ONLINE war selbstverständlich auch auf der diesjährigen Games Convention in Leipzig mit der neuesten Version präsent. Im November ist dann wieder das regelmäßig stattfindende Fanfest in Island angesagt - VWI wird darüber berichten.

EVE ONLINE - Offizielle Homepage

 

 

 

 

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