Aufruhr bei Blizzard - Spielerforen nur noch mit Realnamen 
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Donnerstag, den 08. Juli 2010 um 16:44 Uhr
Blizzard Logo Der Computer- und Videospielehersteller Blizzard Entertainment will in den von der Firma betriebenen Spieleforen Beiträge nur noch mit Realnamen (Real-ID) ihrer Nutzer dulden. Mit dieser Ankündigung hat Blizzard für weltweiten Auruhr im eigenen und anderen Internetforen gesorgt.
Auch die Börse reagiert mit einem Aktieneinbruch, nach dem das Wall Street Jornal berichtete und dort heftige Leserkommentare auslöste.

Den Umstellungsplänen zufolge können Spielernamen ergänzend zu den Realnamen hinzugefügt werden. In den USA und Europa betriebene Foren sind von den neuen Bedingungen betroffen.

Blizzard hat unter anderem World of Warcraft, Diablo und Starcraft entwickelt und stellt damit einer der erfolgreichsten Entwickler der MMORPG Branche dar.

Im Zuge der Forenumstellung soll die Community-Bildung ausgebaut werden, zudem  auch von Usern kritisiert eine Zusammenarbeit mit Facebook angekündigt. Begründet wird die Maßnahme auch damit, dass mit der Pflicht zu Realnamen wohl stark angestiegene Troll-Attacken und Flamewars eingeschränkt werden sollen. Denen gegenüber fühlen sich die Betreiber wohl nicht mehr als Herr der Lage.

Dass dieser Schritt die versprochene Wirkung hat, kann bezweifelt werden. Cybermobbing dürfte in Sachen Flamewars, also der kontroversen Diskussion die im Usenet des Internet häufig zu Beleidigungen und unsachlichen Debatten führt, eher gefördert werden, wenn über die Realnamen weitere Bezüge über das Netz hergestellt werden können. Gerade via Facebook und andere soziale Netzwerke stellt das Auffinden von Personen dann keine Herausforderung mehr dar.

WoW 
Logo Beachtenswert dabei ist, dass der Lesezugriff auf die Blizzard-Foren ohnehin allgemein zugänglich ist. Über Suchmaschinen lassen sich die Namen der Nutzer problemlos finden. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Sicherheitsratschläge bei der Freizügigkeit von eigenen persönlichen Daten ignoriert werden. Bisher war es üblich, dass Spieler in den zur Rede stehenden Foren zumeist die Namen ihrer Charakterfiguren verwendeten, mit dem sie im jeweiligen Spiel auftreten.
Blizzard nimmt trotz des Proteststurmes der User mit dieser Maßnahme offensichtlich in Kauf, dass sich die Mehrheit der sich den Risiken bewussten Teilnehmer aus den Foren der Herstellerfirma zurückziehen wird. Das englischsprachige Offizielle World Of Warcraft-Forum des Spieleherstellers enthält bereits jetzt weit über 1860 Seiten mit Beiträgen, die sich kritisch mit den Plänen auseinandersetzen.

Der MMORPG Gigant Blizzard Entertainment, gegründet 1994, wurde wegen seiner Politik gegenüber der Community bereits des Öfteren kritisiert. 2009 traten vermehrt Phishing-Attacken auf, die World of Warcraft unsicherer machten. Fehler in der Überbuchung von Abogebühren veranlassten Blizzard, zahlreiche Spielerkonten zu schließen, trotz zahlreicher Proteste blieb man strikt und schob sich mit dem zuständigen Handelspartner Payment One den schwarzen Peter gegenseitig zu. Auch der Haustiershop des Entwicklers der Spieleklassiker Diablo und WoW war in der Community nicht unumstritten.

Links:
Blizzard Homepage
Wall Street Jornal - Real Names Rile Online Warlocks and Wizards
 

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