Fussball ist unser Leben - und VfL Bochum Sieger 
News
Freitag, den 22. Mai 2009 um 10:38 Uhr

BvB in Second LifeJedes Jahr gegen Ende Mai, wenn die Deutsche Bundesliga in ihre Finalphase geht, steigt im Lande die Spannung unter den Fans wieder an, und auch das Management der Vereine tut alles Erdenkliche, um die Stimmung unter den Fans weiter anzuheizen. Wird Wolfsburg diesmal wirklich Meister?  Kegeln die Bayern, denen es diesmal offenbar nur bis zum "Meister der Herzen" reichen wird, den VfB Stuttgart doch noch aus der Champions-League? Alles ist noch möglich unter diesen drei Mannschaften.

"Fußball ist unser Leben, denn König Fußball regiert die Welt" - irgendwie steckt schon sehr viel Wahrheit in diesem schlichten Liedchen. Und wer hätte das gedacht, auch in der Virtualität ist der Fußball bereits seit Jahren angekommen. Auch dort wird eine Bundesliga ausgespielt.


Second Life kein Pflaster für eine organisierte Liga
In der virtuellen Welt von Second Life ist diese Bundesliga allerdings nicht beheimatet, sie ist, und niemand wird sich darüber wundern, fest in kommerzieller Hand, was sagen will, sie wird von einem Computerspiele-Hersteller namens Oberberg Online organisiert.  In der SL-Zweitwelt hingegen, wo es ja allgemein etwas lockerer zugeht, gibt es vereinzelte Vereine und Fußball-Fangruppen, und gelegentlich trifft man auch einmal auf ein wirkliches Fußballstadion oder eine Liga (siehe alle Artikel).
Als damaliger Bewohner von Stuttgart-City war ich selbst einmal aktives Mitglied in einem solchen Fußballclub, aber ich erinnere mich, dass es immer schwierig war, elf Spieler für eine Mannschaft zusammen zu bekommen, also kickten wir oft nur "vier gegen vier" oder noch weniger, auf dem grünen Stadionrasen gegeneinander. Unserem persönlichen Fanatismus beim Spiel hat das keinen Abbruch getan, allerdings reichte es nie dazu, so etwas wie eine stabile Mannschaft auf zu stellen, geschweige denn einen organisierten Spielbetrieb gegen andere Mannschaften aufzuziehen.


Den Kicker ins Virtuelle transponiert08-0917_vklogo
Die Verantwortlichen des Spieleherstellers Oberberg Online hatten eine Idee, die ans Geniale grenzt: Sie transponierten den altbekannten grünen Kicker-Kasten, den wahrscheinlich jeder Deutsche schon einmal in einer Kneipe stehen  sah, einfach ins Internet. Dort kann nun am Bildschirm genau wie früher in der Kneipe gespielt werden, also eins gegen eins oder zwei gegen zwei. Ein paar einfache Regeln besagen, dass über die Maussteuerung der Spielstangen der Ball ins Tor des Gegners geschossen werden muss. Um spielen zu können, muss man sich registrieren lassen und bekommt dafür einen Spielerpass für die Virtual Kicker League. Gespielt wird wie am realen Kicker so lange, bis alle zehn Bälle im Kasten sind.

Ein interessantes Detail: Die Flug- Geschwindigkeit der Bälle kann erhöht werden, bei Anfängern rollen die Bälle also langsamer als bei Profis. Und noch etwas Witziges: Die Spieler können vor Spielbeginn miteinander ausmachen, dass das Spiel unterbrochen wird, wenn z.B. ein Mitspieler kurz ans Telefon muss, oder zum Bier holen kurz an den Kühlschrank. Solche Spielunterbrechungen gab es vorher nur beim Eishockey. Das Spielergebnis wird genau wie in der realen Fußballbundesliga gewertet, drei Punkte für den Sieger, einen Punkt an beide bei einem Unentschieden. Die geschossenen und kassierten Tore werden für sich gezählt. Das virtuelle Spielsystem lässt nur Fan-gegen-Fan-Duelle zu, man spielt also nicht gegen einen Computer, sondern für die eigenen Vereinsfarben gegen echte Onlinespieler aus anderen Vereinen. Aktuell sind derzeit  circa 120.000 registrierte Fans aller Vereine in der virtuellen Bundesliga organisiert.

Bundesliga virtuell: VFL Bochum wird Meister der Saison 2008 /09.
VfL Bochum Vereinswappen Die Idee mit den Vereinsmitgliedschaften macht die Sache natürlich noch einmal ein wenig interessanter, denn jetzt tritt nicht mehr Kicker Müller gegen Kicker Meier an, sondern Bayern München gegen Schalke 04, oder Hansa Rostock gegen Jürgen Klopp’s Dortmunder mit ihren schwarz-gelben Trikots.
Die komplette Bundesliga mit allen 18 Mannschaften ist so in der virtuellen Kicker Liga vertreten. Alle Spiele, die in der realen Bundesliga samstagnachmittags um 15.30 Uhr angesetzt sind, finden in der virtuellen Liga bereits drei Tage vorher statt, aber der Anpfiff ist immer um 15.30 Uhr. Und natürlich gibt es auch eine Tabelle, die Punktestand und Tordifferenzen errechnet.

Deutscher Meister der Saison 2008/09 wurde bereits einen Spieltag vor Schluss, man höre und staune, der VfL Bochum, wie bereits in der vorher gegangenen Saison. Die Blauen aus dem Ruhrpott machten in den bisherigen 33 Spielen unglaubliche 94 Punkte und können vom Zweiten, Hertha 04 Berlin, nicht mehr eingeholt werden.
Dritter wurde Dortmund, gefolgt von Leverkusen und Schalke, was erneut die Stärke, man möchte fast sagen "Unschlagbarkeit" der Thekenmannschaften aus dem Ruhrgebiet beweist. Bayern München, in der realen Fußballwelt absolut glanzvoll und für sein Star-Ensemble viel beneidet, ist in der virtuellen Liga nur ein Schatten seiner selbst und kümmert im unteren Mittelfeld vor sich hin, auch der HSV genauso wie Gladbach kann bestenfalls noch als "graue Maus der virtuellen Liga" durchgehen. Wirklich seltsam und auch für ausgewiesene Experten völlig unerklärlich: Magath’s Wolfsburger "Wölfe", die am 23. Mai bei ihrem letzten Bundesligauftritt gegen Werder Bremen möglicherweise die reale Meisterschaft erringen werden, landen virtuell mit nur 8 Punkten und einem negativen Torverhältnis von -11803 kassierten Treffern auf dem allerletzten Platz und müssten somit eigentlichen absteigen.

Links:
Borussia Dortmund in Second Life
Alle Artikel zum Thema Fußball in Second Life
Virtual Kicker League 2008
Virtual Kicker League

 

Bitte Einloggen oder Registrieren um Kommentare zu schreiben.

Panorama 

Neue Artikel:
rss-005

Metaversen 

Neue Artikel:
VWI RSS

IT / Tech 

Neue Artikel:
VWI RSS

Second Life 

Neue Artikel:
rss-005

Mitmach-News 

Neue Artikel:
rss-005