Sicherheit und anstößige Inhalte in virtuellen Welten - FTC Studie 
Initiativen
Mittwoch, den 16. Dezember 2009 um 17:11 Uhr
FTC Studie - Klassifizierung (C) FTC Vom US Kongress wurde eine Studie in Auftrag gegeben, die die Federal Trade Commission nun abschloss. Sie beschäftigt sich mit virtuellen Welten und insbesondere der Sicherheit für Kinder.

27 Metaversen wurden aus einer "Masterlist" von anfangs 187 virtuellen Welten ausgewählt und untersucht. Second Life, IMVU, Vivaty, There und Habbo sowie weitere wurden dabei intensiv beleuchtet. Grundsätzlich unterschieden wurde zwischen Metaversen, die Erwachsene oder Kinder zum Klientel haben.

Dabei ging es vor allem um sexuelle und gewaltverherrlichende Inhalte, die für Minderjährige zugänglich sind.
Laut den Studien der FTC sind insgesamt 19 der 27 virtuellen Welten unsicher für Kinder, da in ihnen mindestens ein Vorkommen von sexuellen oder gewaltverherrlichenden Inhalten festgestellt wurde. In sieben der Kinder-Welten wurde explizit anstößiger Inhalt ausgemacht, wovon 92% textbasiert sind. Die restlichen acht Prozent sind Video-, Audio- und grafischer Natur. In Metaversen mit Teen- und Erwachsenen-Klientel minimiert sich der textuelle Anteil solcher Inhalte auf 50%.

Zehn der untersuchten virtuellen Welten wurden als sicher für Kinder eingestuft. Ein weiterer Testkandidat bekam das Label "moderate".
Im vorab wurden die Metaversen klassifiziert und untersucht, welche Möglichkeiten die jeweilige Welt bietet. Die Kriterien waren dabei die freie Avatargestaltung, die Kommunikation, Entertainment und der Handel.
In Sachen Währung wird Second Life als Vorreiter genannt, dessen Betreiber Linden Lab das erste Währungssystem etablierte, welches in Variationen übernommen worden ist. Alle in der Studie vertretenen Metaversen besitzen ein inworld System monetärer Natur.

Fünf virtuelle Welten wurden insgesamt als "heavy" eingestuft - sie enthalten extrem viele sexuelle und anstößige Inhalte. Zwei der Welten sind dabei ausschließlich auf sexuelle Inhalte orientiert.


Altersverifikation, Cookies und Tipps

Die meisten Betreiber der virtuellen Welten mit gemischtem Inhalt setzen auf eine Altersverifikation, die bei den sichereren Varianten per Kreditkarte oder Passnummer absolviert werden muss.
Im Fall von Second Life ist es zudem so, dass innerhalb des Metaversums inhaltlich getrennt wird, die sogenannten Mature- und Adult-Inhalte sind erst nach einem mehr oder weniger umfangreichen Prozess betretbar, der allerdings nicht unangezweifelt im Raum steht. Quellen zufolge kann die Verifikation von einem Digital Native (was mittlerweile jeder Jugendlicher sein dürfte), ohne große Umstände umgangen werden.

In den meisten Fällen muss bei der Registrierung in einer virtuellen Welt das Geburtsdatum eingegeben werden, was als die einfachste Lösung gilt - auch weil auf dem Rechner des Nutzers Cookies abgespeichert werden, die einen erneuten Versuch mit anderen Daten unmöglich machen, so die Studie.
Dieses Verfahren darf als fraglich definiert werden und mag bei einem Siebenjährigen gerade noch funktionieren. Im fortgeschrittenen Alter als auch bei "explicit Content" sollten sich Betreiber wohl kaum auf die Ehrlichkeit angehender Residents verlassen.

Tipps für Eltern und Betreiber virtueller Welten gibt die Studie gleichfalls. So wird Eltern Medienkompetenz angeraten - ihren minderjährigen Sprößlingen über die Schulter zu schauen beziehungsweise sich selbst mit den Metaversen zu beschäftigen, in denen ihre Kinder partizipieren.
Automatisierte Filter
werden bereits von diversen der Metaversen genutzt, sei es für die Suche nach Orten oder Events - jedoch sind noch nicht alle Inhalte sicher geschützt, dort sieht das Konsortium Verbesserungspotenziale.


Links:
Federal Trade Commision Original Announcement (10.12.2009)
Studie zum Download (englisch, 29mb)
 

Bitte Einloggen oder Registrieren um Kommentare zu schreiben.

Panorama 

Neue Artikel:
rss-005

Metaversen 

Neue Artikel:
VWI RSS

IT / Tech 

Neue Artikel:
VWI RSS

Second Life 

Neue Artikel:
rss-005

Mitmach-News 

Neue Artikel:
rss-005