Ökumenischer Kirchentag 2010 debattiert Virtualität 
Dienstag, den 18. Mai 2010 um 07:46 Uhr
2. ÖKTUnter der Backsteinkuppel der Allerheiligen-Hofkirche, eines ehemaligen Gotteshauses mitten im Zentrum Münchens, fanden auf den Ökumenischen Kirchentagen vom 12.-16.Mai 2010 unter anderem Gespräche über Virtualität statt.

Eine Frage wurde dabei lebhaft diskutiert: Gibt es Parallelen zwischen Internet und Religion, zwischen Virtualität und Spiritualität? 
160.000 Christen aller Konfessionen kamen nach München.

Vom 12.-16.Mai fand der Ökumenische Kirchentag (ÖKT) statt, in Zusammenarbeit mit dem ZDF. Der zweite ÖKT debattierte unter anderem auch über virtuelle Welten in und für die Kirche. Virtuelle Andachtsräume im Internet und auch Präsenzen in virtuellen Welten wie Second Life sollten nicht verteufelt, sondern als Chance betrachtet werden.
Bewusst sein müsse man sich jedoch, so der Philosoph Godehard Brüntrop auf dem ÖKT, dass es "eine der wesentlichen Herausforderungen unserer Zeit (ist), einem digital bestimmten Weltbild gegenüber kritisch zu bleiben".

Das Erlösungsversprechen aus den Anfangszeiten des Internets als ein Paralleluniversum, in dem man als Avatar die materielle Welt zurücklasse, habe heute allerdings seine Relevanz verloren und spiele allenfalls noch in der Spielewelt eine Rolle - sagte Telepolis Chefredakteur Florian Rötzer.

Einen tieferen Zusammenhang sieht der Religionswissenschaftler Michael von Brück: Im Cyberspace sei die Grundform von Religion gegeben. Beide sind der Unmittelbarkeit der Realität enthobene Sphären:
"Das Virtuelle ist eine gedankliche Vision, den Dualismus von Gut und Böse zu überwinden".
Ein Kritisch-Bleiben gegenüber der Nutzung des Virtuellen sei daher angeraten und Bedingung zum Nutzen des Internets und virtueller Umgebungen.

Unter anderem das Erzbistum Freiburg nutzt Second Life für Treffen und Gebete. Kernstück der Präsenz ist der Nachbau der Kirche St. Georg auf der Bodensee-Insel Reichenau. Beim Forum "Kirchen.Räume" stellte Projektleiter Norbert Kebekus die virtuelle Gotteshaus vor. Er sagt:
"Die Internetkirche öffnet einen Raum, in dem sich die User im Schutz der digitalen Maske des Avatars öffnen und über ihre Spiritualität austauschen können."
Das ZDF stellt diverse Sendungen zum 2.ÖKT in der Online Mediathek zur Verfügung.

 

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