Die Zukunft virtueller Welten - Second Life, OpenSim, Augmented Reality 
Dienstag, den 14. Dezember 2010 um 12:00 Uhr

Was kann es Spannenderes geben als die Zukunft? Eine immer wieder kehrende Frage, der sich insbesondere die Fachleute widmen, die ein Phänomen von Anbeginn an kennen. 

Gleich drei von Ihnen, sich eingeschlossen, finden sich in einem aktuellen Interview von Dr. Norbert Kebekus zusammen. Kebekus ist der Leiter der Fachstelle Pastoral im Internet und des Projektes "Kirche in virtuellen Welten" der Erdiziöse Freiburg, der ersten Präsenz der katholischen Kirche in virtuellen Welten.

Seine Gesprächspartner waren Katrin Janssen, die einstige Katrin Linden, und Paul Harth, in Second Life besser bekannt als Horatio Freund.

 

2008 begab sich die Erdiziöse Freiburg mit dem Projekt "Kirche in virtuellen Welten" und dem Pilotprojekt der (virtuellen) Kirche St. Georg auf die neuen Pfade, von denen Dr. Kebekus gegenüber VWI sagte:

Wir wollen in diesem Projekt in und mit virtuellen 3D-Welten Erfahrungen sammeln, um Chancen und Grenzen eines kirchlichen Engagements auszuloten.

Auf dem Blog der Medienpastoral im Erzbistum Freiburg veröffentlichte Kebekus das Interview mit Katrin Janssen und Paul Harth, welches versucht, die Zukunft auszuloten und einzuschätzen, wohin Linden Lab mit Second Life steuert.

Die Alternative zu Second Life ist nach wie vor der sogenannte Open Simulator, der OpenSource Adept virtueller Welten, das von den Nutzern erstellt und betrieben wird. Insbesondere die Konkurrenz zu Second Life wird insofern deutlicher, da sich die Nutzer verstärkt verteilen und politisch-unternehmerische Entscheidungen beide Welten beeinflussen.

Paul Harth, seit 2006 mit dem Schwerpunkt auf virtuelle Welten (Konzeption, Programmierung, 3D-Design, Projektmanagement) tätig, im Interview:

OpenSim ist eher zukunftsfähig als Second Life. Die Geschwindigkeit, mit der technische Neuerungen entwickelt und umgesetzt werden, ist in der OpenSim-Entwicklercommunity viel höher als bei Linden Lab. OpenSim könnte der erste technische Standard für virtuelle Online-Welten sein, der sich tatsächlich durchsetzt. Im Moment ist das 3D-Internet vergleichbar mit dem Internet vor der Einführung von HTML, die das WWW gebracht hat. [...] Aber Linden Lab wird sich darauf einstellen und SL für dieses kommende Hypergrid, d.h. für die Vernetzung der einzelnen virtuellen Umgebungen, öffnen müssen.

Katrin Janssen war als Katrin Linden von 2008 bis 2010 Country Manager und Ansprechpartnerin der deutschen Community für Linden Lab, insbesondere der Initiative Germanyin3D. Anfang 2011 wird sie Jilroxy New Media eröffnen, eine Beratungsfirma, die die Brücke zwischen Technologie und Unternehmensbedürfnissen schlagen will. Katrin Janssen rechnet damit, dass 2013 oder 2014 virtuelle Welten Standard werden. Über OpenSim sagte sie im Interview:

Allerdings ist OpenSim noch nicht an dem Punkt angelangt, an dem die Technologie konkurrenzfähig ist. Noch ist OpenSim ein Tummelplatz für Entwickler und Designer; die meisten User sind noch bei SL. Aber wie auch immer der technische Standard im einzelnen aussehen wird: Entscheidende Voraussetzung wird sein, dass virtuelle Welten direkt im Browser angesteuert werden können.

Einig sind sich die Interviewten im Punkt der Relevanz virtueller Welten. Beide heben die Kommunikation als entscheidendes Merkmal hervor. Janssen:

Das Entscheidende sind die Menschen, die Kommunikation und die Kooperation. Ob im Small Talk, in beruflichen Meetings oder bei Bildungsveranstaltungen.

Des Weiteren sieht Katrin Janssen Potenzial in der Gaming- und Role-Play-Community. Janssen als auch Harth bestätigen allerdings ebenso, dass Augmented Reality eine Herausforderung für den "Otto Normalverbraucher" darstellt. Augmented Reality setze sich bereits schleichend durch, wie die Prognosen des Gartner Hype Cycle belegen.

 

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