Vom Egoshooter zum Amokläufer? Neue Studie erforscht die Zusammenhänge 
Montag, den 17. November 2008 um 14:00 Uhr
08-1117-egoshooter-001Counterstrike, Rainbow Six Ravenshield, Half Life, Call of Duty, bekannte Namen aus der  Ego Shooter-Szene. Immer wieder werden Amokläufer mit dem wohl bekanntesten Egoshooter Counterstrike in Verbindung gebracht. Die Rufe nach einem Killerspiel-Verbot werden seitdem immer lauter. Interessant ist aber die Tatsache, dass in Deutschland die Verkaufsversion von Counterstrike insgesamt mehr als eine Millionen mal über den Ladentisch gegangen ist, die Dunkelziffer ist weitaus höher. Bei 4,6 Millionen Jugendlichen in Deutschland kann man davon ausgehen, dass durchaus ein beachtlicher Teil das Game spielt.

Vielleicht sollte man die Frage anders formulieren:
Welcher Amokläufer kann nicht mit dem Spiel in Verbindung gebracht werden?

"Bisher konnte der Zusammenhang zwischen virtueller Gewalt und dem Entstehen von realer Gewalt wissenschaftlich nicht eindeutig nachgewiesen, aber auch nicht widerlegt werden", sagte der Psychiater Bert te Wildt, Oberarzt an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Eine Pilotstudie zu den Auswirkungen sogenannter Ego-Shooter auf das Gehirn soll jetzt interessante Erkenntnisse ans Tageslicht bringen.

08-1117-egoshooter-002Te Wildt startete die Studie, um Klarheit in die Sache zu bringen. Er steckt junge Männer, die seit mindestens zwei Jahren mehr als vier Stunden täglich Ego-Shooter spielen in den Kernspin-Tomograph, zeigt ihnen Bilder und Filme, die indirekt mit Aggressivität und Gewalt zu tun haben und wertet die Hirnaktivitäten der Bereiche, die emotionale Erlebnisse verarbeiten, aus. Besonderes Augenmerk legt er auf die 16- bis 18-jährigen, da, Forschungen zu Folge, brutale Computerspiele die Persönlichkeitsentwicklung von jungen Menschen nachhaltig beeinflussen, besonders, wenn früh damit begonnen werde. "Bestimmte Verknüpfungen von Nervenfasern im Gehirn sind dann kaum noch rückgängig zu machen."

Allein Computerspiele machten jedoch niemanden zum Amokläufer
, betonte der Forscher: "Wie bei psychischen Erkrankungen kommen für eine solche extreme Fehlentwicklung mehrere Faktoren zusammen. Ohnehin ist davon auszugehen, dass alle jugendlichen Amokläufer psychisch krank sind, ebenso depressiv wie aggressiv."

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