Das Korallenriff im Swimmingpool - Augmented Reality geht "baden" 
Mittwoch, den 18. März 2009 um 15:43 Uhr
Augmented Reality unter WasserDer Ausflug ins lokale Freizeitbad könnte schon bald zu einem abenteuerlichen Ausflug inklusive Begegnung mit exotischen Meeresbewohnern und der Suche nach versunkenen Schätzen ausarten.

Wenn die Besucher dann im Becken auf Tauchgang gehen, erwartet sie keine blau gekachelte, eintönige Umgebung, sondern zum Beispiel ein farbenprächtiges Korallenriff mit Fischen, Unterwasserpflanzen und allem, was sonst noch dazu gehört. Wie das gehen soll? Das Zauberwort heißt "Augmented Reality".


Wie das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik FIT vor wenigen Tagen bekannt gab, hat man ein System für den Einsatz von Augmented Reality (also eine mit technischen Hilfsmitteln erweiterte Realität) unter Wasser realisiert. Alles, was der Taucher dazu benötigt, sind eine spezielle Taucherbrille und ein ultra-mobiler PC (UMPC), den er auf dem Rücken mit sich trägt. In die Taucherbrille ist ein Display integriert, das den Träger die reale Umgebung und virtuelle Objekte gleichzeitig sehen lässt. Eine an der Brille befindliche Kamera erkennt so genannte Marker in der Umgebung und löst die Einblendung virtueller Elemente aus. Mithilfe der Kamerabilder und einer magnetfeldbasierten Positions- und Lagebestimmung des Tauchers sieht er stets perspektivisch korrekt dargestellte dreidimensionale Objekte um sich herum, die sich perfekt in die reale Welt einpassen.

Als Pilotprojekt wurde ein Unterwasser-Spiel entwickelt, bei dem der Taucher als Meeresarchäologe auf Schatzsuche geht. In sechs virtuellen Zonen mit Unterwasserflora und -fauna sucht er zum Einen nach einer Schatztruhe und zum Anderen nach magischen Muscheln, die den Zahlencode beinhalten, mit dem sich die Schatztruhe öffnen lässt. Es funktioniert alles ohne manuelle Eingabegeräte - intuitive Interaktionstechniken, die optimal auf das Medium Wasser zugeschnitten sind, um den Benutzer beim Schwimmen und Tauchen nicht einzuschränken, sorgen für die Steuerung durch das Spiel.

Im Bereich Augmented Reality hat in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung stattgefunden. Einige interessante Applikationen sind dabei schon herausgekommen, die sich jedoch alle auf den Einsatz an Land beschränkten, da der Einsatz unter Wasser einige Probleme mit sich brachte. Unter anderem müssen die Geräte absolut wasserdicht sein und dem Wasserdruck standhalten können. Dass es trotzdem geht, hat das Fraunhofer FIT nun bewiesen und betritt damit auf diesem Gebiet Neuland. Lisa Blum, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Geschäftsbereiches Kollaborative Virtuelle und Augmentierte Umgebungen bei Fraunhofer FIT, sagt dazu:
"Die Anwendung vereint das faszinierende Gefühl scheinbarer Schwerelosigkeit unter Wasser mit neuartigen Augmented Reality Technologien. Sie bietet dem Benutzer eine einzigartige Spielerfahrung, die beispielsweise zukünftig als neue Attraktion Freizeitbäder bereichern könnte."
Doch die Einsatzgebiete lassen sich über den Unterhaltungswert hinaus durchaus erweitern. Im kommenden Jahr will Fraunhofer FIT untersuchen, inwieweit Berufstaucher bei ihren Arbeiten an Brücken, Ölplattformen oder Staumauern durch Augmented Reality unter Wasser unterstütz werden können.
 

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