Politiker zocken selbst - am 17.Juni 
Sonntag, den 22. März 2009 um 11:52 Uhr
"Verbindung" Aufgrund der wieder aufgebrandeten Diskussionen um "Killerspiele" und ihre potenzielle Gewaltverherrlichung hat der Bayrische Landtag zum parlamentarischen Spieleabend geladen. Am 17.Juni wird der 1. Parlamentarische Spieleabend, ausgerufen durch Eberhard Sinner, dem medienpolitischen Sprecher der CSU-Fraktion, statt finden.

Vertreter der Spielebranche werden die Politiker durch die Welt der Spiele leiten, der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU), der Bundesverband G.A.M.E. und das Cluster audiovisuelle Medien, der Münchener Verein VideoSpielKultur, sind Partner der Veranstaltung.


Zyniker könnten meinen, dass diese Aktion der intensiven Auseinandersetzung nun etwas zeitunnah angesetzt ist, immerhin wird die Debatte um die "Killerspiele" und ihre Auswirkungen bereits seit beinahe zwei Jahren mehr oder weniger aktiv geführt.

An besagtem Abend sollen die Politiker selbst einen aktiven Einblick erhalten - sie werden auch selbst das Gamepad in die Hand nehmen. Einen Querschnitt durch die "Computer- und Videospiele" werden sie anhand von Vorträgen und Gesprächen mit Entwicklern und Publishern erhalten, wobei bayrischen Spieleentwicklern ein gewisser Schwerpunkt gehört.
Ob auch die so heiß diskutierten Spiele mit Waffen dazu gehören werden, ist bisher noch nicht bekannt.

Ob die Politiker jedoch tatsächlich an einem einzigen Abend einen umfassenden Eindruck erhalten werden können, darf bezweifelt werden.
Die Rechtslage der Bundesrepublik bietet, dies ist die Meinung seitens der meisten Entwickler, ausreichend Schutz und Grundbestimmungen, die es normalerweise nicht möglich machen, dass Jugendlichen Spiele in die Hände fallen, die für ihr Alter nicht bestimmt sind.
Seitens des Innenministers Joachim Herrmann und des Ministerpräsidents Seehofer wurde ein erneuter Antrag auf ein generelles Verbot von gewalthaltigen Spielen gefordert, der nun so aber vorerst nicht an den Bundesrat gestellt werden wird. Statt dessen sprachen sich die Politiker am 17. März für eine "deutliche Steigerung der Zahl pädagogisch und kulturell wertvoller Spiele" aus.

Der Deutsche Computerspielpreis soll diesem Ziel gerecht werden, was gewiss auch erklären dürfte, warum so manches nicht mehr neue Spiel Einzug in die Nominierungslisten gefunden hat, andererseits auf innovative Spiele, die des "kritischen Genres", komplett verzichtet wurde. Diese Veranstaltung wurde und wird ebenfalls zahlreich diskutiert.
Außerdem will die bayrische Staatsregierung laut Golem Fördergelder für Spieleentwickler anbieten, die "qualitativ hochwertige Inhalte produzieren".

Der Erste Parlamentarische Spieleabend dürfte ebenfalls ein Ergebnis dieser Überlegungen sein, wobei mancher Kritiker sich fragt, warum sich die Politik nicht bereits früher damit auseinander setzte, was sie so stark kritisiert (und dies zum Teil ohne Dementi zulassen zu wollen).

Nun soll der Dialog mit der Deutschen Spielewirtschaft angestrengt werden, was grundsätzlich in jedem Fall einer rigorosen Vorgehensweise wie die eines strikten Verbotes (ein ähnlicher Antrag war bereits 2007 gescheitert) vorzuziehen ist.

Links:
Kulturstaatsminister Naumann vergibt deutschen Computerspielpreis
BIU - Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V.
G.A.M.E. - Bundesverband der Entwickler von Computerspielen

Letzte Artikel zum Themenbereich "Panorama"

Bildquelle:
"Verbindung" © gd @ Pixelio
 

Bitte Einloggen oder Registrieren um Kommentare zu schreiben.

Panorama 

Neue Artikel:
rss-005

Metaversen 

Neue Artikel:
VWI RSS

IT / Tech 

Neue Artikel:
VWI RSS

Second Life 

Neue Artikel:
rss-005

Mitmach-News 

Neue Artikel:
rss-005