Keine Killerspiele bei LAN-Party - CXT14 abgesagt 
Montag, den 06. Juli 2009 um 14:28 Uhr
Sicherheits-PC © Delater @ Pixelio.de Eine weitere LAN-Party, die Convention-X-Treme (CXT), wurde abgesagt, dieses Mal von den Veranstaltern. Denen nach eigener Aussage angeraten wurde, auf die sogenannten Killerspiele zu verzichten. Diese allerdings seien die beliebtesten Games solcher Veranstaltungen.

Im Mai hatte es bereits einen Fall einer Absage, der Intel Friday Night in Stuttgart, einer LAN-Party gegeben. LAN-Gegensprecher formulieren als Grund, dass Killerspiele nicht geduldet werden können, weil sie vorrangig für den Amoklauf in Winnenden verantwortlich waren.

Obgleich noch kein Verbot von "Killerspielen" ausgesprochen wurde, und die Veranstaltungen zumeist erst ab 18 Jahren zugänglich sind, könnte man mutmaßen, dass allgemein der Druck gegenüber LAN-Partys wächst, die doch eigentlich auch die Aufklärung auf ihren Fahnen stehen haben.

Sicher ist dies nicht unbedingt der Fall, die Grundsatzdiskussion setzt sich indes auch anhand dieses Beispieles fort. Glaubt man Spieleforschern, stellen gerade LAN-Partys eine gute Möglichkeit dar, Medienkompetenz zu fördern. Eltern können sich informieren und Spiele kennen lernen, die als gewaltverherrlichend eingestuft werden.

Im aktuellen Fall wurde im baden-württembergischen Karlsdorf-Neuthard bereits im Vorfeld rege diskutiert, verantwortlicher Bürgermeister Sven Weigt (CDU) hat nach eigenen Aussagen mit "vielen Pädagogen und Polizisten gesprochen, die meinen, dass diese Spiele schädliche Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche haben".

Gegenüber Golem.de sagte der Bürgermeister, dass ein Verbot nicht statt gefunden habe und ein Vertrag bisher nicht zustande gekommen war. Der veranstaltende Computerclub "Computerfreunde Karlsdorf-Neuthard e.V." führt in der Gemeinde seit 2002 LAN-Partys durch. Laut Veranstalter hatte man bei der voran gegangenen Veranstaltung dieser Art im April 2009 über 400 Teilnehmer. Für die geplante CXT, die vom 28. bis 30. August hätte stattfinden sollen, werden die bereits gezahlten Teilnahmegebühren zurück erstattet und eine alternative Stätte für die CXT14 gesucht.

Der Verein begründet seine Absage:
"Uns wurde überraschender Weise auferlegt, die Veranstaltung ohne die so genannten "Killerspiele" (worunter auch CS und sogar Warcraft fällt) durchzuführen, was somit einer Absage gleichkommt. [...] Aller Ende hat auch einen Anfang. Bis sich die Wogen in der Politik geglättet haben (oder jemand Amok läuft, der ein anderes Hobby hat), werden wir leider auf andere Gemeinden ausweichen müssen. Seid versichert: Wir arbeiten mit Hochdruck daran, euch die CXT14 in naher Zukunft bieten zu können. Mehrere Hallen und Locations wurden schon angefragt - wir stehen in den Startlöchern."
Die Hernahme der Killerspiel-Debatte kommt nicht von ungefähr, geht doch die Politik größtenteils von der Annahme aus, dass Jugendliche Amokläufer werden könnten, wenn sie solcherlei Games frönen. Da diese Debatte noch längst nicht geklärt ist, Forscher gegenteiliges behaupten, und die Spielermeinungen dabei nahezu ungehört verhallen, ist es umso dramatischer, dass nun scheinbar durch diese Absage einseitige Politik betrieben wird, die (eigentlich) von niemandem gewollt ist.
Weigt: "Ich will keinen Hehl daraus machen, dass das bisher eine einseitige Diskussion ist".
Andererseits haben sich die "Computerfreunde" in der Folge-Diskussion per E-Mail grob im Ton vergriffen.

Grundsätzlich zeigt diese Entscheidung, auch wenn sie vom Verein selbst getätigt wurde, dass dieser Debatte weiterhin starke Rechte eingeräumt werden sollten.
Dies versucht dieser Tage der Bundestags-Abgeordnete Jörg Tauss, der am 03.07.09 in der Debatte zu den Grundrechten im Bundestag die Absage der CXT14 anbrachte. Dort lässt sich auch belegen, dass er ebenfalls einen recht einseitigen Fokus an den Tag legt, dem verständlicherweise entsprechend widersprochen wird.
Nichtsdestotrotz ist es durch Tauss ein Thema des Bundestages, was für das geplante Killerspiel-Verbot, das so schnell als möglich umgesetzt werden soll, unter Umständen eine Rolle spielen könnte.
Seht die rede Tauss´ in der Debatte des 03.07. nun hier.
 

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