Social Networks abgemahnt 
Samstag, den 18. Juli 2009 um 07:33 Uhr
VZBV LogoDen Netzwerken MySpace, Facebook, Lokalisten.de, Wer-Kennt-wen.de und Xing flatterte eine Abmahnung des Bundesverbandes der Verbraucherzentrale (VZBV) auf den Tisch.

Ein Unterlassungsverfahren habe man bereits eingeleitet. Sollten die Netzwerke nicht bis August auf die Abmahnung reagieren, droht ihnen schlimmstenfalls ein Gerichtsverfahren.

Auslöser der Abmahnung ist der Umgang mit den Rechten der Verbraucher. In erster Linie wird die Handhabung der Urheberrechte kritisiert. So könnte es z.B. passieren, dass ein Netzwerk ungefragt die Fotos eines Users zu Werbezwecken benutzt. Genauer gesagt: benutzen darf, denn man hat diesem ja in den AGB zugestimmt.


Nutzerrechte in den AGB

Keyboard AGBNatürlich ist jeder User dazu angehalten die AGB eines Vertrages zu lesen, bevor er diesen zustimmt. Aber mal ganz ehrlich... wer tut das? Vor allem im Internet, wo man ständig irgendwelchen Vereinbarungen zustimmen muss, um seine Software zu installieren oder eben einem Social Network beizutreten.
Selbst die aufmerksamsten User fangen in der Regel schon nach wenigen Seiten an, die AGB eines Anbieters im Schnelldurchlauf durchzuscrollen und stimmen ihnen am Ende zu, ohne ihren Inhalt erfasst zu haben. Sie sind einfach zu umfangreich und kompliziert. Die Folge ist, dass man Rechte abgibt, die man eigentlich gar nicht abgeben wollte.

Der Referent für das Projekt "Verbraucherrechte in der digitalen Welt", Frank Lüke, sagt dazu:
"Die (AGB) sind meist sehr umfangreich, aber Verbraucher ist kein Vollzeit-Job"

Die Vorschläge der VZBV

Zusammen mit 80 internationalen Verbraucherschutzverbänden hat der VZBV bereits im Mai ein Liste von Forderungen an die Betreiber sozialer Netzwerke verschickt. Zusammen gefasst handelt es sich hierbei um einen Aufruf zum 'Fair-Play' der Netzwerke mit dem User. Es wird dazu aufgefordert, die Allgemeinen und die Privaten Nutzungsrechte der User besser zu schützen. So soll es z.B. für den User besser verständlich sein, wer eigentlich Zugriff auf persönliche Profildaten hat, wenn diese in einem Netzwerk veröffentlicht werden. Auch sollten Nutzerdaten komplett von einem Netzwerk gelöscht werden, wenn er die Mitgliedschaft kündigt.


Die Netzwerke reagieren

Die Reaktionen der angemahnten Networks sind unterschiedlich. Xing meldet, man habe die vom VZBV gemachten Verbesserungsvorschläge bereits umgesetzt. MySpace will erst nach Prüfung der Vorschläge gegebenenfalls reagieren. Die anderen angemahnten Netzwerke wollen sich erst nach Prüfung der Vorschläge zu dem Thema äußern.


Links:
Pressemitteilung der VZBV
Die Vorschlagsliste der Verbraucherverbände

Bildquelle:
Keyboard by Alireza-Ghabraei, modified by VWI

 

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