KulturManagement - Vortrag "Social Web Marketing" von Christian Henner-Fehr 
Veranstaltungen
Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 13:13 Uhr
Christian Henner-Fehr, Referent auf dem ersten Treffpunkt KulturmanagmentAm Mittwoch, dem 19. Mai, wurde als Nachfolgeveranstaltung des Online-Frühstücks und in Zusammenarbeit mit der stART Konferenz der Treffpunkt Kulturmanagment unter der Leitung von David Röthler und Dirk Heinze abgehalten.

Diskutiert wurde die Frage, wie Kultureinrichtungen das Social Web nutzen können.
Via Adobe Connect unterhielten sich die Teilnehmer mit den Referenten. Headset und Webcam garantierten der Konferenz interaktiven Austausch. Referent Christian Henner-Fehr fasste zusammen, wie Unternehmen oder Kultureinrichtungen das Web2.0 nutzen können, um ihre Inhalte bekannt zu machen.

Verkürzt könne man seine Ansicht folgendermaßen ausdrücken:
"Es geht darum, dass der Zuschauerraum gefüllt wird und die Leute die Tickets kaufen."
Klar sagte Henner-Fehr, dass mit Facebook, Twitter und anderen Netzwerken kein Geld zu verdienen sei. Dennoch könnten diese Plattformen sehr gut genutzt werden, um Aufmerksamkeit zu errregen und  Veranstaltungen oder Projekte bekannt zu machen.

Auf einer amerikanischen Untersuchung basierend unterschied Henner-Fehr fünf unterschiedliche Gruppen von Netznutzern. Den größten Anteil machen dabei die passiven Konsumenten aus, die sich durchs Web klicken und Inhalte lesen oder ansehen, ohne an einer aktiven Kommunikation interessiert zu sein. Die zweitgrößte Gruppe ist in Sozialen Netzwerken ("social networks") wie Twitter oder StudiVZ unterwegs. Dass sie mit einem Profil dort angemeldet sind, heißt aber noch nicht, dass sie auch aktiv Inhalte erstellen. Es zeigt lediglich ihre Vernetzung an.
Eine wesentlich kleinere Menge stellt die sogenannte Sammlergruppe dar, deren Aktive dahingehend aktiv sind, dass sie  gezielt Informationen aus dem Netz ziehen. "Gezielt" bedeutet, sie verwenden für ihre Suche Schlagworte oder RSS-Feeds.
Die kleinste der fünf Gruppen setzt sich aus den Kreativen zusammen, die selber Inhalte erschaffen. Dazu zählen beispielsweise Blogbetreiber/innen. Sie beteiligen sich gewöhnlich auch aktiv an Twitter und Facebook und vergleichbaren Plattformen.

Web 2.0Diese Einteilung in Gruppen nach dem Verhalten im Internet - bezogen auf die Rezipiergewohnheiten - ist für Henner-Fehr keine Wertung, eher eine Klassifizierung, mit deren Hilfe Kulturschaffende ihre Zielgruppe kennenlernen können.

Wenn man als Kulturschaffender - egal ob als Vertreter einer Institution, eines Museums oder einer Projektgruppe - diese "Hausaufgaben" erledigt hat, geht es vor allem darum, sich im Netz gewinnbringend zu verhalten.
An erster Stelle steht dabei das ZUHÖREN. Damit ist gemeint, dass die Äußerungen, die andere im Internet veröffentlichen (Kommentare, kritische Stellungnahmen, Dialoge), gesammelt und gelesen werden sollten. Dann kann man ein realistischeres Selbstbild erhalten als Umfrageergebnisse das vermögen.

"Bei der Umfrage etwa durch Institute erfahre ich nur das, was ich frage", vereinfacht Henner-Fehr das Problem. Was man nicht ausdrücklich erfragt, kann man also gar nicht erst in Erfahrung bringen. Damit weiß man dann auch nicht, was die Leute kritisch sehen oder ablehnen.

An zweiter Stelle steht bei der sinnvollen Nutzung des Web2.0 das SPRECHEN. Kulturschaffende sollten Botschaften kommunizieren, Informationen gezielt verbreiten.
Der dritte Schritt ist das ENERGISIEREN - also andere sprechen lassen. In Netzwerken, Foren und Gruppen können sich die Mitglieder austauschen, was eben auch bedeutet, dass sie über die kommunizierten Botschaften reden und diese somit weiter bekannt machen.
Die UNTERSTÜTZUNG, die man dabei von anderen erfahren kann, sieht Henner-Fehr teils kritisch. Agenturen locken mit Versprechen, gegen Bezahlung für hohe Klickzahlen zu sorgen. Das sage aber nichts über die tatsächliche Nutzung der Inhalte aus. Beim letzten Schritt, der ENTWICKLUNG, gehe es darum, die Teilnehmer eines Netzwerks zu integrieren und anzuregen, ihre Meinung zu äußern. Damit nutze man das Potenzial der "Werbung",  der klassischen Mundpropaganda also, die andere schaffen.

Im Anschluss an den Vortrag konnten sich die Teilnehmer der Konferenz im getippten Chat oder per Voice austauschen und Fragen stellen.
Die nächste Veranstaltung wird am 16. Juni um 9:00 Uhr stattfinden. Zum Thema "Kulturunternehmertum" wird voraussichtlich Elmar Konrad sprechen. Konrad ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Angewandte Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung an der Universität Karlsruhe.

Bild: Gerd Altmann @ Pixelio (Nachbearbeitung VWI)

Links:
Weblog von Christian Henner-Fehr
Kulturmanagement Network Webseite
Dokumentation und Informationen @ Treffpunkt Kulturmanagment
 

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