E-Learning-Branche trifft sich in Berlin zur ONLINE EDUCA 2008 
Veranstaltungen
Dienstag, den 02. Dezember 2008 um 21:00 Uhr

08-1202-online-educa-001Unter der Schirmherrschaft von Bundesbildungsministerin Annette Schavan findet im Berliner Hotel InterContinental vom 3. bis 5. Dezember die ONLINE EDUCA BERLIN 2008 statt. Auf diesem alljährlich stattfindenden internationalen Forum der Bildungs-Branche treffen hochkarätige e-Learning Spezialisten und Didaktiker aus dem universitären Bereich mit Vertretern der Computerindustrie und der Softwarebranche sowie mit Pädagogen und Praktikern aus dem schulischen, außerschulischen und beruflichen Bildungsbereich zusammen, um über die Möglichkeiten einer computer- und technologiegestützten Aus- und Weiterbildung zu diskutieren. Gaffer Strom warf einen Blick in die Veranstaltungs-Agenda und gewann dabei den Eindruck, dass die Computer- und Internet-Technologie heute vor allem im Bereich der beruflichen Fortbildung Anwendung findet, während ihr Einfluss auf die traditionelle universitäre und schulische Ausbildung noch relativ gering ist.

Wo ist e-Learning heute schon sinnvoll?

Zwar ist das Lernen mittels elektronischer Medien, also unter Einsatz von Computer, Internet, virtueller Welt, Podcast oder Handy zumindest in Deutschland noch relativ exotisch, aber die Bereiche, wo dieses neue Lernen zum Zuge kommen wird, zeichnen sich bereits ab.

Denn überall dort, wo Schüler und Lehrer räumlich weit auseinander sind, hat das e-Learning unbestreitbare Vorteile, weil das Lernen zuhause  ja zunächst einmal bedeutet, dass kein Hörsaal und kein Schulgebäude gebraucht wird; und es spart darüberhinaus Wegezeiten für alle Beteiligten ein. Aufgrund dieser ganz offensichtlichen wirtschaftlichen Vorteile finden Fernstudiengänge oder berufliche Weiterbildungskurse heute also immer öfter auf Lernplattformen im Internet statt. Der Veranstalter braucht keinen Saal, und die Teilnehmer eines digitalen Lehrgangs können die Zeit und den Ort selbst bestimmen, und ebenso können sie ihr Lerntempo selbst einteilen. Das erfordert natürlich andererseits auch eine Menge an Selbstkontrolle und Disziplin. Da solche Qualitäten im Beruf gemeinhin vorausgesetzt werden, sind berufliche Fortbildungskurse heute auch eines der Hauptgebiete, wo e-Learning-Medien eingesetzt werden. Zum Beispiel hat eine schweizerische Bankgesellschaft damit angefangen, ihre Kundenberater mittels Rollenspielen und Voice Chat im Medium Second Life auszubilden. Trainiert wurden Filialmitarbeiter der Bank in Singapur, während die Ausbilder/Trainer bequem im heimischen Zürich bleiben konnten. Die mit der Durchführung und Analyse dieser Schulung beauftragte Unternehmensberatung schätzt, dass dieses Schulungsprogramm in drei bis vier Jahren für Banken oder andere Anbieter von komplexen, erklärungsbedürftigen Produkten weltweit zum Training von Mitarbeitern eingesetzt werden kann.

Sprachkurse oder Führerscheinkurse sind ein weiterer heute schon aktiver Markt für mobiles e-Learning. Die Besonderheit dabei ist, dass der Kursanbieter sein Lehrprogramm, zum Beispiel Vokabeltraining oder Führerschein-Prüfungsfragen, von seiner Internetseite auf das Mobiltelefon des Schülers überspielt. Die Fragen, die im Handydisplay erscheinen, muss der Schüler über bestimmte Menütasten beantworten, und das System erteilt sofort danach die passende Zensur, das Handy wird also zum Lehrer. Anbieter von Sprachkursen haben auch schon damit begonnen, vokale Medien (podcasts) einzusetzen, die vom Schüler über Handy abzurufen sind. Der Einsatz von podcasts im Sprachunterricht, zum Beispiel im Berufskolleg, scheint dabei durchaus erfolgversprechend zu sein.

Fit werden für die Generation Internet

08-1202-online-educa-002Ein Blick in die Veranstaltungsagenda der ONLINE EDUCA zeigt, was auf dem Sektor e-Learning in Zukunft angesagt sein wird. Ziel der Veranstaltung ist es, die Schulungsbranche insgesamt fit zu machen für die sogenannte Generation Internet. Nicht nur den Computerexperten oder den Theoretikern aus dem Bereich der Universität wird auf der ONLINE EDUCA etwas geboten, sondern vor allem auch den Schulungs-Praktikern. Wer als Schulungsleiter aus der Verwaltungs-, Industrie- oder Dienstleistungs-Branche innovativ und interessiert ist, wird aus der Vielzahl der Vorträge und Workshops leicht etwas finden, das er in seinem Bereich zum Einsatz bringen oder zu einem effektiven und marktfähigen Angebot für Dritte weiterentwickeln kann. Ein Teil der Vortragsthemen der ONLINE ECUCA beschäftigt sich zum Beispiel mit Lernspielen, die über Computernetzwerke laufen können, ein anderer mit mobilen Medien wie Handy oder PDA, ein dritter mit dem Einsatz von Videos beim Lernen, ein vierter Themenkreis beschäftigt sich mit dem Web 2.0 als Medium für interaktives Lernen, ein fünfter mit Sprachkursen, ein weiterer mit Lernen in virtuellen Welten und so weiter. Insgesamt werden an den 3 Tagen über 100 Vorträge und Workshops geboten.

E-Learning an Schulen heute noch eher Zukunftsmusik

Zwar ist der alte Frontalunterricht an Schulen heute schon mehrfach für „mega-out“ erklärt worden, trotzdem hat sich im Schulunterricht am überkommenen Verhältnis zwischen Lehrer und Schülern im Grunde wenig geändert. Lehrer sind dabei in der Mehrzahl eher die Einzelkämpfer, die kaum Möglichkeiten haben, sich mit Fachkollegen außerhalb des eigenen Schul-Kollegiums auszutauschen, während die Schüler sowohl als Einzelne beim Internalisieren der klassischen Stoffinhalte gefordert sind, aber natürlich ganz nebenbei auch noch ihr Sozialverhalten im Klassenverband trainieren. Dieser Aspekt der „social skills“ fällt natürlich beim e-Learning völlig unter den Tisch, weil es dort der Schüler ist, der in die Rolle des Einzelkämpfers gedrängt wird, während die Lehrerrolle völlig ausgehöhlt wird, das heißt, an Bedeutung verliert beziehungsweise neu zu definieren ist. Im Grunde würde die überkommene Rollenverteilung Lehrer-Schüler sehr schnell in sich zusammenfallen, würden morgen solche e-Learning-Systeme auf breiter Front an den Schulen eingeführt. Aber da dieser Tag noch nicht absehbar ist, wird man auch von der Gilde der uns allen liebgewordenen „Pauker“ so schnell keine radikale Umorientierung verlangen müssen.

Doch die Zeit bleibt keinesfalls stehen. Auf der ONLINE EDUCA stellt zum Beispiel die Firma IBM die Software für eine neue Online-Plattform vor, auf der sich die teilnehmenden Lehrkräfte untereinander austauschen und beraten können, und zwar unabhängig von Schulform und Schulfach. Das Projekt wird vom Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) Berlin-Brandenburg unterstützt.

Weiterführende Links:

ONLINE EDUCA BERLIN 2008

LISUM Berlin-Brandenburg 

 

 

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